Nationalpark OWL

Egge Teutoburger Wald
Foto: A. Fischer / Teutoburger Wald Tourismus

Ein Nationalpark für Ostwestfalen-Lippe? Mit dem Landtagsbeschluss vom 05.04.1991 wurde festgelegt, dass die Senne nach dem Abzug der britischen Streitkräfte zu einem Nationalpark erklärt werden soll. Diese höchste naturschutzfachliche Kategorie hat zum Ziel, die außergewöhnliche Landschaft mit ihrem auffälligen Landschaftsbild dauerhaft zu schützen. Dieser Schutz ist allerdings kein Ausschluss der Nutzung. Tourismus findet weiterhin statt und profitiert meist von der Marke Nationalpark.

Im Laufe der Diskussion seit 2004 wurde die Gebietskulisse auf Teile des südlichen Teutoburger Waldes und das Eggegebirge (Senne-Egge) ausgedehnt, aber politisch 2006 verworfen. Seit 2007 wurden vom Kreis Lippe Untersuchungen zur Realisierung eines Nationalparks auf hauptsächlich lippischem Gebiet im Teutoburger Wald/Eggegebirge beauftragt.

Die Industrie- und Handelskammer steht der Ausweisung eines Biosphärenreservates mit oder ohne Nationalpark in der Region grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. Das bestätigte der gemeinsame Tourismusausschuss beider IHKs der Region und die IHK-Vollversammlung Ostwestfalen 2006. Voraussetzung bleibt allerdings, dass die Einschränkungen insbesondere in der Holzwirtschaft so gering wie möglich bleiben und großzügige Übergangslösungen geschaffen werden. Der gemeinsame Tourismusausschuss OWL steht der neuen konkreten Gebietskulisse Teutoburger Wald/Eggegebirge und den gutachterlichen Aussagen hierzu sehr kritisch gegenüber (Juni 2010). 

IHK-Nationalparkumfrage: Auswirkungen eines Nationalparks aus Sicht der Holz-/Forstwirtschaft

Im Dezember 2010 haben die Industrie- und Handelskammern der Region zum Thema Nationalpark OWL eine Umfrage bei der Holz- und Forstwirtschaft sowie den nachgelagerten Branchen (z.B. Möbel) durchgeführt. Die Ergebnisauswertungen ergaben neben den wirtschaftlichen Betroffenheiten der heimischen Unternehmen deutliche Aussagen zur diskutierten Gebietskulisse Teutoburger Wald/Eggegebirge und ein breites Meinungsbild zum Truppenübungsplatz Senne.

Prof. Dr. Udo Mantau (Zentrum Holzwirtschaft der Uni Hamburg) widerspricht Roland-Berger-Gutachten

Im Februar 2012 haben die Industrie- und Handelskammern Ostwestfalen und Lippe die Roland-Berger-Gutachten zur Wirtschaftlichkeit des Nationalparks Teutoburger Wald/Egge kritisch untersuchen lassen. Prof. Dr. Udo Mantau vom Zentrum Holzwirtschaft der Universität Hamburg widerspricht den Aussagen von Roland Berger und kommt zu dem Ergebnis, dass ein Nationalpark im Teutoburger Wald/Egge wirtschaftliche Nachteile in Millionenhöhe haben wird.