IHK-Konjunkturumfrage

Die IHK bietet Ihren Mitgliedsunternehmen die Möglichkeit, jederzeit auf Informationen über die konjunkturelle Lage und Entwicklung in der Region zurück zu greifen. Eine der zentralen Aufgaben der IHK ist daher die Beobachtung der regionalen Wirtschaftsentwicklung. Bei der Wahrnehmung dieser Aufgabe bauen wir auf den Sachverstand unserer Mitgliedsunternehmen und befragen sie zweimal im Jahr zur momentanen wirtschaftlichen Lage und zu zukünftigen Erwartungen.

Die Ergebnisse für die Wirtschaftsregion Ostwestfalen fließen in den Frühjahrs- und Herbstkonjunkturbericht der IHK Ostwestfalen ein und darüber hinaus auch in den Konjunkturbericht des DIHK, der auch vom Sachverständigenrat berücksichtigt wird. Die Ergebnisse der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage Frühjahr 2018 haben wir im aktuellen Konjunkturfolder für Sie aufbereitet. Diesen finden Sie in der rechten Spalte als Download. Alternativ können Sie den Folder kostenlos telefonisch oder per E-Mail anfordern.

Konjunktur schlägt alle Rekorde

Der konjunkturelle Start der ostwestfälischen Wirtschaft ins neue Jahr hätte kaum besser sein können. Einige der Unternehmenseinschätzungen - insbesondere in der Industrie - liegen auf dem höchsten Niveau der letzten 20 Jahre. Der IHK-Konjunkturklimaindikator, der die aktuelle Lage und die zukünftigen Erwartungen gegenüberstellt, übertrifft mit 141 Punkten sogar das bereits starke Niveau aus dem Vorjahr.

Diese Entwicklung basiert auf noch besseren Beurteilungen der aktuellen Geschäftslage bei zugleich optimistischeren Erwartungen für die kommenden 12 Monate. Insgesamt 1.667 Firmen mit 124.816 Beschäftigten beteiligten sich an der Umfrage.

Auf dem regionalen Arbeitsmarkt hat sich die günstige Entwicklung fortgesetzt. Ostwestfalen verzeichnet mit über 700.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten den höchsten Stand aller Zeiten. Viele Unternehmen haben Bedarf an zusätzlichen Mitarbeitern. Der Fachkräftemangel ist jedoch zum Top-Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung avanciert.

Fast 70 Prozent der befragten Industrieunternehmen bewerten ihre momentane Geschäftslage mit gut. Mehr als jedes zweite (55 Prozent) bezeichnet auch seine Ertragslage als gut und ebenso viele erwarten eine Zunahme der Beschäftigtenzahl: Der höchste Stand seit 20 Jahren.

Auch die Dienstleistungsbranche kämpft vor allem mit dem Fachkräftemangel. Bei den IT-Dienstleistern oder in der Immobilienwirtschaft brummt es. Im Handel ist der Großhandel zufriedener und optimistischer als der Einzelhandel. Und trotz Diesel-Gate überwiegen auch in der Sparte Kfz-Handel und -Reparatur aktuell die Zufriedenen die Unzufriedenen.

Die Einschätzungen der Unternehmen aus der Konjunkturumfrage lassen in 2018 einen weiteren Beschäftigungsaufbau erwarten. Das Wachstum lässt die Unternehmen aber auch Engpässe spüren: Besonders groß ist der mit Blick auf qualifiziertes Personal. Sechs von zehn Unternehmen sehen mittlerweile im Fachkräftemangel ein Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung.

Seit mehreren Umfragen haben die Probleme bei der Gewinnung und Bindung geeigneter Fachkräfte fortlaufend an Bedeutung gewonnen. Es ist mittlerweile mit Abstand die größte Sorge aus Unternehmenssicht. Der Anteil der Betriebe, die über mindestens eine offene Stelle verfügen, ist in vielen Branchen gestiegen. Besonders stark tritt der Fachkräftemangel im Güterkraftverkehr und bei der Arbeitnehmerüberlassung zu Tage. Aber auch in der Industrie insgesamt steigt der Fachkräftebedarf.

Der Wettbewerb um geeignete Fachkräfte führt zu steigenden Sorgen um die Arbeitskosten. Mit 40 Prozent sind sie das zweitgrößte Risiko aus Sicht der Unternehmen. In den letzten zwei Jahren hat der niedrige Euro-Außenwert die Kostennachteile teilweise kompensiert. Dieser Effekt läuft nun zunehmend aus. Der preisliche Wettbewerbsdruck auf die deutschen Unternehmen dürfte damit zunehmen. Kurz gesagt: Der Fachkräftemangel wird zum echten Hemmnis für das Wachstum der Zukunft.

Die Wirtschaft in Ostwestfalen eilt von Rekord zu Rekord

Ostwestfalens Wirtschaft ist mit Schwung ins neue Jahr gestartet und setzt den bereits lang anhaltenden Aufschwung fort. Zu diesem Ergebnis kommt die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) in der Auswertung ihrer Frühjahrskonjunkturumfrage 2018, an der sich 1.667 Unternehmen mit 124.816 Beschäftigten aus Industrie, Handel und Dienstleistungen beteiligten. "Die Konjunktur schlägt derzeit alle Rekorde", betonte IHK-Präsident Wolf D. Meier-Scheuven bei der Vorstellung der Ergebnisse.

Der Konjunkturklimaindikator, der die momentane Lageeinschätzung der Betriebe mit ihren Erwartungen in Relation setzt, ist für die gesamte Wirtschaft in Ostwestfalen - inklusive Handel und Dienstleistung - gegenüber dem Herbst von 137 auf aktuell 141 Punkte gestiegen. Nur für die Industrie stieg der Wert sogar von 141 auf 148 Punkte, dem höchsten Stand der vergangenen 20 Jahre. "An den Unsicherheiten auf der Welt hat sich nichts verändert, dennoch bleibt der Export weiterhin auch für die ostwestfälischen Unternehmen eine sehr wichtige Konjunkturstütze", erläuterte Meier-Scheuven.

69 Prozent der befragten Industriebetriebe bezeichnen ihre aktuelle Geschäftslage als "gut" (Herbst: 66 Prozent) und nur ein Prozent als "schlecht" (Herbst: vier Prozent). Die Erwartungen seien nochmals gestiegen: 35 Prozent der Firmen gehen von einer Verbesserung der Geschäftslage aus (Herbst: 28 Prozent), 60 Prozent rechnen mit einer gleichbleibenden Geschäftslage in den kommenden zwölf Monaten und - wie im Herbst - erwarten fünf Prozent eine Verschlechterung der Geschäftslage.

Der IHK-Präsident: "Die Industrieunternehmen beschreiben den Fachkräftemangel mittlerweile als das größte Risiko für die weitere Entwicklung. Haben im Herbst noch 47 Prozent den Fachkräftemangel als Konjunkturrisiko gesehen, sind es jetzt 68 Prozent. Die steigende Nachfrage nach Arbeitskräften zeigt sich auch in gestiegenen Arbeitskosten, die von 56 Prozent der Betriebe als drittgrößtes Risiko eingestuft werden." Ebenfalls auf hohem Niveau blieben die Einschätzungen zur Entwicklung der Rohstoffpreise, die mit 61 Prozent (Herbst: 60 Prozent) als das zweitgrößte Risiko angesehen werden. "Trotz aller Risiken denken viele Betriebe über Personaleinstellungen nach und wollen ihre Investitionen steigern", berichtete Meier-Scheuven.

Die Politik in Deutschland sollte den konjunkturellen Schwung und die hohen Überschüsse in den öffentlichen Haushalten jetzt nutzen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland mittelfristig zu verbessern. "Es ist gefährlich, den guten Lauf der Wirtschaft und damit den derzeitigen Wohlstand in unserem Land als selbstverständlich zu betrachten. Der Verzicht auf eine Erhöhung der Steuern für Unternehmen, die im weltweiten Wettbewerb stehen, reicht bei weitem nicht aus", betonte der IHK-Präsident.

Nach Angaben von IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Niehoff stieg der Gesamtumsatz des Verarbeitenden Gewerbes 2017 in Ostwestfalen um 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf die neue Rekordsumme von 43,1 Milliarden Euro (NRW: +5,6 Prozent; Bund: +5,7 Prozent). Dabei nahmen sowohl die Inlandsumsätze (+3,9 Prozent) als auch die Auslandsumsätze (+8 Prozent) zu (NRW: Inland +5,1 Prozent, Ausland +6,3 Prozent; Bund: Inland +4,6 Prozent, Ausland +6,9 Prozent). Die Exportquote beträgt aktuell 38,2 Prozent in Ostwestfalen. Die Zahl der Beschäftigten in der ostwestfälischen Wirtschaft in Industriebetrieben mit mehr als 50 Arbeitnehmern wuchs um 4,1 Prozent auf 161.557 an (NRW: +0,9 Prozent, Bund: +1,6 Prozent).

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Handel und Dienstleister weiter in der Erfolgsspur

Die gute Konjunkturlage aus dem Herbst bleibt beim Handel stabil und in den meisten Dienstleistungsbranchen verbessert sie sich sogar noch ein wenig. Zu diesem Ergebnis kommt die Frühjahrskonjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK). Insgesamt 1.303 Unternehmen mit 55.609 Beschäftigten haben sich daran beteiligt. "Der Konjunkturklimaindikator, der die momentane Lageeinschätzung der Betriebe mit ihren Erwartungen in Relation setzt, ist für den Handel von 142 auf 139 leicht gesunken, der Wert für die Dienstleistungsbranche von 126 auf 129 Punkte leicht gestiegen", erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Niehoff bei der Ergebnispräsentation in Bielefeld.

"Die Geschäfte im Handel laufen gut und auch die Erwartungen geben keinen Anlass zur Beunruhigung", berichtete Rainer Döring, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Handelsausschusses. 92 Prozent der Befragten sprächen von einer guten beziehungsweise befriedigenden aktuellen Geschäftslage (Herbst: 93 Prozent). Auch die Erwartungen an die kommenden zwölf Monate blieben deutlich positiv. "Die Rahmenbedingungen sind mit einem hohen Beschäftigungsniveau, niedrigen Zinsen und einer guten Industriekonjunktur weiterhin unverändert", begründete Döring dies. Die aktuellen Erträge im Handel seien moderat. Der Fachkräftemangel habe sich seit einigen Umfragen weiter zugespitzt. Im Kfz-, Einzel- und Großhandel seien es deutlich mehr als die Hälfte aller Befragten, die hiervon betroffen sind. "Die Zahl der offenen Stellen, die nur schwer zu besetzen sind, nimmt zu", erklärte der IHK-Vizepräsident.

"Das Spitzenniveau der Konjunktur der Dienstleister in Ostwestfalen setzt sich weiter fort", blickte Oliver Flaskämper, Mitglied der IHK-Vollversammlung und Vorstandsmitglied des IHK-Dienstleisterausschusses, optimistisch in die Zukunft. 55 Prozent der Befragten bezeichneten die aktuelle Lage als gut (Herbst: 51 Prozent), fünf Prozent als schlecht (Herbst: drei Prozent). "In den meisten Branchen wird gutes Geld verdient und auch die Erwartungen der Betriebe für die kommenden zwölf Monate bleiben sehr optimistisch", hob Flaskämper hervor. 33 Prozent gingen von einer besseren Geschäftslage aus (Herbst: 31 Prozent), acht Prozent von einer schlechteren Lage (Herbst: sechs Prozent). Die Frage, wie der Fachkräftemangel behoben werden könne und wie die offenen Stellen besetzt werden könnten, sei die große Herausforderung an die Zukunft. Über alle Dienstleistungsbranchen hinweg sehen 59 Prozent der Unternehmen den Mangel an Fachpersonal als das größte Risiko an (Herbst: 56 Prozent). "Alle Branchen - mit Ausnahme des Kreditgewerbes - suchen Personal. Die Arbeitnehmerüberlassung, IT-Dienstleister und der Güterkraftverkehr haben weiterhin den höchsten Bedarf", erläuterte Flaskämper.

"Die Zahl der Beschäftigten im tertiären Sektor, also in Handel und Dienstleistung, nimmt weiter deutlich zu und ist seit dem Jahr 2000 in Ostwestfalen von 335.927 Beschäftigte auf 451.545 um 34 Prozent gewachsen", berichtete Harald Grefe, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer. Dabei seien die Dienstleistungsbranchen der Jobmotor Ostwestfalens und hätten in den vergangenen zehn Jahren rund 90.000 neue Arbeitsplätze auf knapp 350.000 geschaffen. "Das Beschäftigungsniveau im Handel verläuft stabil", ergänzte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer.

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Wie entwickelt sich das Wirtschaftswachstum in Deutschland? Wie stehen die einzelnen Regionen im Vergleich dar? Welche Faktoren beeinflussen die heimischen Unternehmen? Auf seiner Website bietet der Deutschen Industrie- und Handelskammertag vielfältige Daten, Prognosen und Einschätzungen zur wirtschaftlichen Entwicklung in der gesamten Bundesrepublik. Dazu zählen unter anderem auch Konjunkturumfragen und -ergebnisse aller deutschen Industrie- und Handelskammern.

Weitere Informationen: DIHK - Das Neueste aus Konjunktur und Wachstum

(07.02.2018) "Die deutsche Wirtschaft läuft auf Hochtouren": So fasste Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), heute in Berlin die Ergebnisse der DIHK-Konjunkturumfrage zu Jahresbeginn 2018 zusammen.