IHK-Konjunkturumfrage

Die IHK bietet Ihren Mitgliedsunternehmen die Möglichkeit, jederzeit auf Informationen über die konjunkturelle Lage und Entwicklung in der Region zurück zu greifen. Eine der zentralen Aufgaben der IHK ist daher die Beobachtung der regionalen Wirtschaftsentwicklung. Bei der Wahrnehmung dieser Aufgabe bauen wir auf den Sachverstand unserer Mitgliedsunternehmen und befragen sie zweimal im Jahr zur momentanen wirtschaftlichen Lage und zu zukünftigen Erwartungen.

Die Ergebnisse für die Wirtschaftsregion Ostwestfalen fließen in den Frühjahrs- und Herbstkonjunkturbericht der IHK Ostwestfalen ein und darüber hinaus auch in den Konjunkturbericht des DIHK, der auch vom Sachverständigenrat berücksichtigt wird. Die Ergebnisse der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage Frühjahr 2017 haben wir im aktuellen Konjunkturfolder für Sie aufbereitet. Diesen finden Sie in der rechten Spalte als Download. Alternativ können Sie den Folder kostenlos telefonisch oder per E-Mail anfordern.

Aktuelle Entwicklung Frühjahr 2017: Konjunktur trotzt allen Turbulenzen

Der Konjunkturmotor in Ostwestfalen läuft weiterhin auf einem hohen Niveau. 97 Prozent der Firmen beurteilen die Lage weiterhin als gut oder befriedigend. Darüber hinaus gehen neun von zehn Betrieben von einer mindestens gleich bleibenden Geschäftslage oder sogar von einer weiteren Besserung in den kommenden zwölf Monaten aus.

Der IHK-Konjunkturklimaindikator erreicht mit 133 Punkten fast den Wert aus dem Herbst. Die politischen Unsicherheiten hinsichtlich der zukünftigen Handelspolitik der USA, dem angestrebten Brexit oder in Russland und der Türkei lassen in der Industrie die Erwartungen etwas gedämpfter ausfallen. Es bleibt abzuwarten, ob Protektionismus und Nationalisierungstendenzen den globalen Handel erschweren und auch die ostwestfälische Wirtschaft belasten.

Im Handel insgesamt sind die Einschätzungen zur momentanen und zur zukünftigen Geschäftslage gegenüber dem Herbst nochmals gestiegen. Steigende Beschäftigtenzahlen, höhere Löhne und Renten sowie niedrige Zinsen begünstigen weiter den privaten Konsum. Die Dienstleister beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage ebenfalls nochmals besser als im Herbst. Fast jedes zweite Unter-nehmen bezeichnet seine Geschäftslage als "gut". Die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate bleiben unter den Dienstleistern auf hohem Niveau: 35 Prozent der Betriebe gehen von einer Besserung, weitere 56 Prozent von einer gleich bleibenden Geschäftsentwicklung aus.

An der Frühjahrs-Konjunkturumfrage der IHK beteiligten sich 1.761 Unternehmen mit 146.350 Beschäftigten aus den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistung aus ganz Ostwestfalen.

Industrie: Zuversichtlicher Start ins neue Jahr

Die Wirtschaft in Ostwestfalen startet im Branchendurchschnitt mit viel Schwung ins neue Jahr. Zu diesem Ergebnis kommt die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) in der Auswertung ihrer Frühjahrskonjunkturumfrage, an der sich 1.761 Unternehmen mit 146.350 Beschäftigten aus Industrie, Handel und Dienstleistungen beteiligten. „Die Geschäfte verlaufen weiterhin auf hohem Niveau und auch die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate trotzen den Turbulenzen und zeugen von Zuversicht“, betonte IHK-Präsident Wolf D. Meier-Scheuven bei der Vorstellung der Ergebnisse. 

Der Konjunkturklimaindikator, der die momentane Lageeinschätzung der Betriebe mit ihren Erwartungen in Relation setzt, ist für die gesamte Wirtschaft in Ostwestfalen - inklusive Handel und Dienstleistung - nahezu auf dem Herbst-Niveau geblieben und nur leicht von 135 auf aktuell 133 Punkte gesunken. Für die Industrie hat er sich in diesem Zeitraum von 139 auf 134 Punkte abgeschwächt. 

In der Industrie sind sowohl die Einschätzungen zur momentanen Geschäftslage als auch zu den Erwartungen weiterhin erfreulich: 58 Prozent der Betriebe bewerten ihre derzeitige Geschäftslage mit „gut“ (Herbst 60 Prozent), nur 4 Prozent als „schlecht“ (Herbst 4 Prozent). Von einer Verschlechterung in den nächsten zwölf Monaten gehen nur 9 Prozent aus (Herbst 8 Prozent), von einer Verbesserung 26 Prozent (Herbst: 33 Prozent).

Meier-Scheuven: „Nicht zum ersten Mal müssen wir feststellen, dass die Welt um uns herum nicht kalkulierbarer und sicherer geworden ist. So waren auch im Rahmen der jetzigen Konjunkturumfrage die Vorzeichen nicht alle positiv. Insbesondere die Gefahren für den Freihandel durch nationalistische und protektionistische Tendenzen sind mit dem Brexit und den ersten Ankündigen aus den USA eher gestiegen. Hinzu kommen sich weiter verschärfende oder weiter schwelende Konflikte in der Türkei, Russland oder dem Nahen Osten.“ 

Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen bleiben das meist genannte Risiko (53 Prozent der Befragten) für die weitere Entwicklung. Bei den dort erstmalig zugelassenen offenen Nennungen wurden oft „USA“, „Brexit“, „Russ-land“ oder „Trump“ genannt. Angesichts der globalen Rahmenbedingungen sei es wenig verwunderlich, dass das zweitgrößte Risiko aus Sicht der Industrie-unternehmen die Auslandsnachfrage ist (47 Prozent der Nennungen). „Das zeigt, dass unsere Unternehmen trotz gegenwärtig guter konjunktureller Lage die dunklen Wolken am Horizont sehr wohl erkennen und nicht einfach ignorieren“, betonte IHK-Präsident Meier-Scheuven.

Nach Angaben von IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Niehoff stieg der Gesamtumsatz des Verarbeitenden Gewerbes im Jahr 2016 in Ostwestfalen um 1,6 Prozent im Vergleich zu 2015 (NRW: -0,7 Prozent, Bund: +0,1 Prozent) auf den erneuten Rekordwert von 40,9 Milliarden Euro. Dabei nahmen sowohl die Inlandsumsätze (+0,7 Prozent) als auch die Auslandsumsätze (+3,2 Prozent) zu (NRW: Inland -1,7 Prozent, Ausland +0,5 Prozent; Bund: Inland -0,3 Prozent, Ausland + 0,5 Prozent). Die Exportquote beträgt aktuell 37,3 Prozent in Ostwestfalen. Die Zahl der Beschäftigten in der ostwestfälischen Wirtschaft wuchs um 2,9 Prozent auf 155.249 an (NRW: -0,3 Prozent, Bund: +0,7 Prozent).

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Handel und Dienstleistungsbranchen weiter im Aufwind

Die positive Stimmung aus dem Herbst 2016 setzt sich im Frühjahr 2017 beim Handel und bei den Dienstleistern ohne größere Eintrübungen fort. Zu diesem Ergebnis kommt die Frühjahrskonjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK). Insgesamt 1.383 Unternehmen mit 69.169 Beschäftigten haben sich daran beteiligt.

"Der Konjunkturklimaindikator, der die momentane Lageeinschätzung der Betriebe mit ihren Erwartungen in Relation setzt, ist in beiden Sektoren gestiegen: der Wert für den Handel von 132 auf 135, der Wert für die Dienstleistungsbranche von 123 auf 131 Punkte", erklärte Harald Grefe, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer bei der Ergebnispräsentation in Bielefeld. "Die Kauflaune der Bevölkerung und die gute Industriekonjunktur schlägt sich in der stabilen Handelskonjunktur nieder", bilanzierte Grefe. "Und im Dienstleistungssektor ist die Stimmung per Saldo über fast alle Branchen hinweg sehr positiv".

Im Handel seien vor allem die aktuelle Geschäftslage und mit Einschränkungen auch die Erwartungen durchweg positiv und optimistisch, berichtete Rainer Döring, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Handelsausschusses. 45 Prozent beurteilten die aktuelle Geschäftslage als gut, nur sechs Prozent als schlecht. "Damit haben wir ein Spitzenniveau erreicht", freute sich Döring. Die positiven Erwartungen - 29 Prozent gingen von einer besseren, zehn Prozent von eine schlechteren Geschäftslage aus - würden begünstigt durch ein hohes Beschäftigungsniveau und niedrige Zinsen. Beides wirke sich positiv auf das Konsumverhalten aus.

"Auch die Erträge sind gut, nur die Ertragserwartungen im Einzelhandel sind leicht getrübt", erläuterte Döring. Darüber hinaus habe das Fachkräftethema auch den Handel im Griff: Die Branche suche mit Ausnahme des Einzelhandels Mitarbeiter und will Personal aufstocken. "Der Fachkräftemangel ist deutlich in den Fokus gerückt und zum größten Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung geworden". Die Inlandsnachfrage und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingen sowie die Entwicklung der Arbeitskosten seien ebenfalls relevante Risiken für den Handel.

"In fast allen Dienstleistungsbranchen läuft es rund, in manchen sogar heiß. Auch die Aussichten bleiben optimistisch. Der Fachkräftemangel wird zum Branchenrisiko und begrenzt die Wachstumsperspektiven. Die Erträge sind in den meisten Branchen stabil. Allerdings erwartet das Kreditgewerbe schwierige Zeiten mit entsprechenden Personalanpassungen", fasste Holger Piening, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Dienstleisterausschusses, die Stimmung der Dienstleister zusammen. So sprechen 46 Prozent von einer guten, nur fünf Prozent von einer schlechten aktuellen Geschäftslage.

Auch die Erwartungen bleiben optimistisch: 35 Prozent der Befragten rechnen mit einer besseren Geschäftslage, acht Prozent gehen von einer schlechteren Entwicklung aus. "Der Fachkräftemangel ist zur Achillesferse der Dienstleister geworden", hob Piening hervor. Für fast jedes zweite Unternehmen stelle der Fachkräftemangel das größte Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung dar. Dabei ziehe sich die Nachfrage nach geeigneten Fachkräften wie ein roter Faden durch fast alle Dienstleisterbranchen. "Den höchsten Bedarf gibt es in der Arbeitnehmerüberlassung und den IT-Dienstleistern."

Neben dem Fachkräftemangel sehen 39 Prozent der Befragten in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingen wie den Auswirkungen des Brexit und dem Regulierungs- und Bürokratiewahn das zweitgrößte wirtschaftliche Risiko. Auf Rang drei folgt die Entwicklung der Arbeitskosten (33 Prozent).

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Ansprechpartner

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Weitere Informationen: DIHK - Das Neueste aus Konjunktur und Wachstum