IHK-Konjunkturumfrage

Die IHK bietet Ihren Mitgliedsunternehmen die Möglichkeit, jederzeit auf Informationen über die konjunkturelle Lage und Entwicklung in der Region zurück zu greifen. Eine der zentralen Aufgaben der IHK ist daher die Beobachtung der regionalen Wirtschaftsentwicklung. Bei der Wahrnehmung dieser Aufgabe bauen wir auf den Sachverstand unserer Mitgliedsunternehmen und befragen sie zweimal im Jahr zur momentanen wirtschaftlichen Lage und zu zukünftigen Erwartungen.

Die Ergebnisse für die Wirtschaftsregion Ostwestfalen fließen in den Frühjahrs- und Herbstkonjunkturbericht der IHK Ostwestfalen ein und darüber hinaus auch in den Konjunkturbericht des DIHK, der auch vom Sachverständigenrat berücksichtigt wird. Die Ergebnisse der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage Frühjahr 2018 haben wir im aktuellen Konjunkturfolder für Sie aufbereitet. Diesen finden Sie in der rechten Spalte als Download. Alternativ können Sie den Folder kostenlos telefonisch oder per E-Mail anfordern.

IHK-Konjunkturumfrage Herbst 2018 -Gipfel erreicht?

Die Konjunktur in Ostwestfalen läuft weiterhin auf sehr hohem Niveau. Die Einschätzungen zur momentanen Geschäftslage sind ähnlich wie im Frühjahr überwiegend positiv. In der Industrie bezeichnen 63 Prozent ihre Geschäftslage als gut. Im Handel sind es 47 Prozent und unter den Dienstleistern 49 Prozent.

Allerdings ist die Skepsis gegenüber dem weiteren Konjunkturverlauf leicht gestiegen. Die Erwartungen hinsichtlich der kommenden zwölf Monate sind nicht mehr so gut wie im Frühjahr. Von einer weiteren Verbesserung der Geschäftslage gehen im Handel 26 Prozent aus und bei den Dienstleistern 30 Prozent.

Deutlicher gesunken sind die Erwartungen in der Industrie. Hier sehen in den nächsten 12 Monaten nur noch 23 Prozent eine Verbesserung der Geschäftslage. Strafzölle und andere Gefahren für den Freihandel oder Diskussionen um einen unkontrollierten Brexit drücken auf die Stimmung.

Aktuelle Geschäftslage und Erwartungen fließen im IHK-Konjunkturklimaindikator zusammen. Die verhalteneren Erwartungen lassen die Werte des Indikators sinken. Für die gesamte Wirtschaft beträgt der Wert aktuell 132 Punkte gegenüber 141 Punkten im Frühjahr. Der aktuelle Wert liegt aber immer noch 10 Punkte über dem Durchschnittswert der vergangenen zehn Jahre. Das am häufigsten genannte Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung über alle Branchen hinweg bleibt der Fachkräftemangel.

An der Herbstumfrage der IHK beteiligten sich 1.568 Firmen mit 133.869 Beschäftigten.

Industrie: Leichte Skepsis trotz starker Konjunktur

Ostwestfalens Wirtschaft bewegt sich überwiegend auf einem sehr hohen Niveau. Die Konjunktur brummt, aber die Skepsis steigt. Für viele Unternehmen stellt sich die Frage, ob der Gipfel nun möglicherweise erreicht ist. Zu diesem Ergebnis kommt die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) in der Auswertung ihrer Herbstkonjunkturumfrage.

„Zumindest ist in der Industrie eine Verunsicherung mit Blick auf die kommenden Monate spürbar“, sagte IHK-Präsident Wolf D. Meier-Scheuven bei der Vorstellung der Ergebnisse. Der Konjunkturklimaindikator, der die momentane Lageeinschätzung der Betriebe mit ihren Erwartungen in Relation setzt, ist für die gesamte Wirtschaft in Ostwestfalen - inklusive Handel und Dienstleistung - gegenüber dem Frühjahr von 141 auf aktuell 132 Punkte gesunken. Nur für die Industrie fiel der Wert sogar von 148 auf 132.

„Das liegt an den etwas eingetrübten Erwartungen, denn die aktuelle Geschäftslage in der ostwestfälischen Industrie ist weiterhin gut“, erläuterte Meier-Scheuven. 63 Prozent der befragten Industriebetriebe bezeichnen ihre aktuelle Geschäftslage als „gut“ (Frühjahr: 69 Prozent) und nur drei Prozent als „schlecht“ (Frühjahr: ein Prozent). Hingegen gehen lediglich 23 Prozent der Unternehmen von einer Verbesserung der Geschäftslage aus, im Frühjahr waren dies noch 35 Prozent. Zudem ist der Anteil der Pessimisten von fünf Prozent im Frühjahr auf aktuell 15 Prozent gestiegen. 

„Seit mehreren Umfragen beobachten wir eine erstaunliche konjunkturelle Robustheit - trotz internationaler Turbulenzen“, hob der IHK-Präsident hervor. „Doch beim Ausblick auf die kommenden zwölf Monate hat der Optimismus der Industriebetriebe nun Federn gelassen. Die Gefahr eines unkontrollierten Brexits, wirtschaftliche Unsicherheiten in einigen Schwellenländern und der Türkei, weiter schwelende internationale Handelskonflikte mit Zöllen, Gegenzöllen und Sanktionsdrohungen fordern nun offenbar ihren Tribut.“ 

Auch deshalb ist aus Sicht der Befragten das Risiko der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen deutlich von 42 Prozent der Nennungen im Frühjahr auf aktuell 56 Prozent gestiegen. Risiko Nummer eins für die weitere wirtschaftliche Entwicklung bleibt aber der Fachkräftemangel: 67 Prozent sehen hierin ein Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung (Frühjahr: 66 Prozent). Zudem sind die Risiken Inlandsnachfrage (aktuell 52 Prozent, Frühjahr: 31 Prozent) und die Auslandsnachfrage (aktuell 47 Prozent, Frühjahr: 21 Prozent) stark gewachsen.

„Wir sollten uns selbstkritisch fragen, welches Bild Deutschland von sich in die Welt sendet. Auch Wirtschaft kann nur erfolgreich sein, wenn wir einen gesellschaftlichen Grundkonsens sichern“, appellierte Meier-Scheuven an alle Bürger, aktiv für ein weltoffenes Deutschland einzutreten.

Nach Angaben von IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Niehoff stieg der Gesamtumsatz des Verarbeitenden Gewerbes von Januar bis Juli 2018 in Ostwestfalen um 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 25,8 Milliarden Euro (NRW: +4,6 Prozent; Bund: +4,2 Prozent). „Damit steuern wir auf ein erneutes Rekordjahr für Ostwestfalens Industrie zu“, so Niehoff. Sowohl die Inlandsumsätze (+4,2 Prozent) als auch die Auslandsumsätze (+6,1 Prozent) wuchsen deutlich (NRW: Inland +4,4 Prozent, Ausland +4,8 Prozent; Bund: Inland +3,6 Prozent, Ausland +4,8 Prozent). Die ostwestfälische Exportquote beträgt aktuell 38,8 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten in den Industriebetrieben Ostwestfalens mit mehr als 50 Arbeitnehmern stieg um 3,8 Prozent auf 166.428 an (NRW: +2,1 Prozent, Bund: +2,6 Prozent).

Nach oben

Handel und Dienstleister: Geschäfte laufen rund, Erwartungen sind etwas zurückhaltender

Die Geschäfte im Handel und in den Dienstleistungsbranchen laufen aktuell rund, die Erwartungen sind allerdings etwas zurückhaltender. Zu diesem Ergebnis kommt die Herbstkonjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK). Insgesamt 1.196 Unternehmen mit 59.576 Beschäftigten haben sich daran beteiligt.

"Der Konjunkturklimaindikator, der die momentane Lageeinschätzung der Betriebe mit ihren Erwartungen in Relation setzt, ist sowohl für den Handel von 139 auf 136 leicht gesunken als auch für die Dienstleistungsbranche von 129 auf 128 Punkte", erklärte der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Harald Grefe am 05.10.2018 bei der Ergebnispräsentation in Bielefeld.

"Das hohe Niveau der aktuellen Geschäftslage im Handel hält an", betonte Rainer Döring, Vorsitzender des IHK-Handelsausschusses. 47 Prozent sprächen von einer guten, nur neun Prozent von einer schlechten Geschäftslage. Der Saldo aus guter und schlechter Geschäftslage sei mit +38 weiterhin deutlich positiv (Frühjahr 2018: +39). Die Schere zwischen aktueller und erwarteter Geschäftslage öffne sich aber, die Erwartungen blieben trotzdem positiv: 26 Prozent rechneten mit einer besseren, 63 Prozent mit einer gleichbleibenden Geschäftslage.

Während im Großhandel die aktuelle Lage und die Erwartungen noch ähnlich positiv wie im Frühjahr bewertet würden, könne der Einzelhandel das hohe Niveau vom Frühjahr nicht halten. "Der heiße Sommer war für Bekleidung und Möbel nicht verkaufsfördernd", erläuterte Döring.

Auch die Ertragslage im Einzelhandel sei aktuell leicht rückläufig, ebenso die Ertragserwartungen. Der Fachkräftemangel werde im gesamten Handel erneut als das größte Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung angesehen. Die Entwicklung der Arbeitskosten und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen hätten die Frage nach der Entwicklung der Inlandsnachfrage mittlerweile überholt. Trotz der negativeren Erwartungen plane der Handel in seinen einzelnen Branchen weiter Personal einzustellen. "Das ist erfreulich", sagte der IHK-Handelsausschussvorsitzende.

"In den Chefetagen der Dienstleistungsbranchen herrscht eine ausgesprochen gute Stimmung", hob Holger Piening hervor, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Dienstleisterausschusses. "Die aktuelle Lage und die Erträge sind erfreulich. Bei den Erwartungen ist eine gewisse Zurückhaltung zu erkennen. Man darf jedoch nicht vergessen, von welch hohem Niveau die Dienstleister kommen".

Die aktuelle Lage befinde sich erneut auf einem Top-Niveau, denn 95 Prozent sprächen von einer guten beziehungsweise befriedigenden Geschäftslage, nur fünf Prozent von einer schlechten. Allerdings öffne sich die Schere bei den Erwartungen auch bei den Dienstleistern ein wenig, denn 30 Prozent der Dienstleister erwarten eine bessere Geschäftslage (Frühjahr: 33 Prozent), neun Prozent eine schlechtere (Frühjahr: acht Prozent).

Bis auf das Kreditgewerbe, das Personal abbauen will, planen alle anderen Dienstleistungsbranchen einen Personalaufbau, wobei im IT-Bereich und im Gesundheitswesen der höchste Personalbedarf bestehe. Demgegenüber wird der Fachkräftemangel als das größte Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung eingestuft. "Mit 95 Prozent an Nennungen ist der Güterkraftverkehr hierbei Spitzenreiter", berichtete Piening. Darüber hinaus beurteilten die Dienstleister das Thema Bürokratie und damit verbunden die Datenschutzgrundverordnung sowie Steuern als deutlich risikobehaftete wirtschaftliche Rahmenbedingungen.

Nach oben

Ansprechpartner

Auswertungen zur Konjunkturumfrage in Ostwestfalen, Herbst 2018

Wie entwickelt sich das Wirtschaftswachstum in Deutschland? Wie stehen die einzelnen Regionen im Vergleich dar? Welche Faktoren beeinflussen die heimischen Unternehmen? Auf seiner Website bietet der Deutschen Industrie- und Handelskammertag vielfältige Daten, Prognosen und Einschätzungen zur wirtschaftlichen Entwicklung in der gesamten Bundesrepublik. Dazu zählen unter anderem auch Konjunkturumfragen und -ergebnisse aller deutschen Industrie- und Handelskammern.

Weitere Informationen: DIHK - Das Neueste aus Konjunktur und Wachstum

(Mai 2018) Die deutsche Wirtschaft bleibt in guter Verfassung. Die Lagebewertung liegt auf dem zweithöchsten Wert der letzten 25 Jahre. Die Unternehmen beurteilen ihre Geschäftssituation damit jedoch etwas weniger positiv als noch zu Jahresbeginn. Die Engpässe beim Fachkräfteangebot machen sich bemerkbar. Zudem war die Wirtschaft zuletzt wieder auf einen moderateren Wachstumskurs eingeschwenkt – das gilt auch mit Blick auf internationale Märkte.