Masterplan zur Weiterentwicklung unseres Wohlstandsmodells erforderlich

IHK-Präsident Wolf D. Meier-Scheuven
 28.12.2017  Standortpolitik

Wolf D. Meier-Scheuven, Präsident der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK), fordert von der Politik für 2018 einen neuen Masterplan für eine starke Wirtschaft:

Die Wirtschaft läuft bestens. Die Zufriedenheit der Betriebe in Ostwestfalen steigt seit etlichen IHK-Konjunkturumfragen kontinuierlich weiter an. Trotzdem sind viele Unternehmer verunsichert. Die Arbeit an wichtigen Zukunftsfeldern, wie Bildung, Infrastruktur und Digitalisierung darf durch den Prozess der Regierungsbildung nicht zu lange verzögert werden. Das wäre schlecht für die Wirtschaft und für die Modernisierung unseres Landes insgesamt.

Für diese notwendige Modernisierung brauchen wir einen neuen Masterplan. Wir brauchen eine Idee, wo dieses Land in zehn oder 20 Jahren stehen will. Dieser Masterplan sollte meiner Ansicht nach vier Punkte enthalten:

Wir müssen erstens eine Digitalisierungsoffensive ausrufen. Es geht um die Frage, ob wir morgen noch einen industriellen Mittelstand haben, wenn wir ihn nicht massiv in die Lage versetzen, digitaler zu werden. Erfolgreiche Digitalisierung ist entscheidend für zukünftiges Wachstum, Wohlstand und Arbeitsplätze in Deutschland.

Der zweite Punkt des Masterplans dreht sich um die Sicherung unserer Exportstärke. Es gibt bereits viele mittelständische Unternehmen in Ostwestfalen, die international tätig sind und die Region steht dabei nicht schlecht da. Aber es gibt wachsende Hürden. In Zeiten wachsenden Protektionismus sind Freihandelsabkommen speziell für den Mittelstand wichtig. Gerade Unternehmen, die keine eigenen Produktionsstätten in anderen Ländern haben, profitieren vom Abbau von Zöllen und technischen Handelsbarrieren.

Als dritter Punkt sollte eine Initiative für Innovation und Investition auf dem Masterplan stehen. Die Unternehmen brauchen wettbewerbsfähige, stabile Rahmenbedingungen, Planungssicherheit für Investitionen und eine Politik, die die Belange der Wirtschaft ernst nimmt und konstruktiv mit den Betrieben im Gespräch ist.

Und viertens müssen wir uns auf den demografischen Wandel vorbereiten. Die Zahl der Arbeitskräfte wird in Deutschland in den nächsten 15 Jahren um knapp drei Millionen schrumpfen. Wenn wir Arbeitsplätze in Deutschland und den Sozialstaat im bisherigen Umfang erhalten wollen, dann müssen wir zusätzliche Arbeitskräfte sozialversicherungspflichtig beschäftigen. Die Politik hat in den letzten Jahren zu wenig Geld in die Bildung investiert. Wir werden als Unternehmer auch selbst mehr anpacken müssen. Nur so kann sich unser Wohlstandsmodell weiter positiv entwickeln.

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