Handel und Dienstleistungsbranchen geht's gut

Freuen sich über gute Zahlen im Handel und bei den Dienstleistern: Thomas Niehoff, IHK-Hauptgeschäftsführer, Oliver Flaskämper, Vorstandsmitglied des IHK-Dienstleisterausschusses, Rainer Döring, IHK-Vizepräsident, Harald Grefe, stv. IHK-Hauptgeschäftsführer, und Marco Rieso, IHK-Referatsleiter (v.l.)
 06.03.2018  Standortpolitik

IHK-Konjunkturumfrage Frühjahr 2018:

Die gute Konjunkturlage aus dem Herbst bleibt beim Handel stabil und in den meisten Dienstleistungsbranchen verbessert sie sich sogar noch ein wenig. Zu diesem Ergebnis kommt die Frühjahrskonjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK). Insgesamt 1.303 Unternehmen mit 55.609 Beschäftigten haben sich daran beteiligt.

"Der Konjunkturklimaindikator, der die momentane Lageeinschätzung der Betriebe mit ihren Erwartungen in Relation setzt, ist für den Handel von 142 auf 139 leicht gesunken, der Wert für die Dienstleistungsbranche von 126 auf 129 Punkte leicht gestiegen", erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Niehoff am 06.03.2018 bei der Ergebnispräsentation in Bielefeld.

"Die Geschäfte im Handel laufen gut und auch die Erwartungen geben keinen Anlass zur Beunruhigung", berichtete Rainer Döring, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Handelsausschusses. 92 Prozent der Befragten sprächen von einer guten beziehungsweise befriedigenden aktuellen Geschäftslage (Herbst: 93 Prozent). Auch die Erwartungen an die kommenden zwölf Monate blieben deutlich positiv.

"Die Rahmenbedingungen sind mit einem hohen Beschäftigungsniveau, niedrigen Zinsen und einer guten Industriekonjunktur weiterhin unverändert", begründete Döring dies. Die aktuellen Erträge im Handel seien moderat. Der Fachkräftemangel habe sich seit einigen Umfragen weiter zugespitzt. Im Kfz-, Einzel- und Großhandel seien es deutlich mehr als die Hälfte aller Befragten, die hiervon betroffen sind. "Die Zahl der offenen Stellen, die nur schwer zu besetzen sind, nimmt zu", erklärte der IHK-Vizepräsident.

"Das Spitzenniveau der Konjunktur der Dienstleister in Ostwestfalen setzt sich weiter fort", blickte Oliver Flaskämper, Mitglied der IHK-Vollversammlung und Vorstandsmitglied des IHK-Dienstleisterausschusses, optimistisch in die Zukunft. 55 Prozent der Befragten bezeichneten die aktuelle Lage als gut (Herbst: 51 Prozent), fünf Prozent als schlecht (Herbst: drei Prozent). "In den meisten Branchen wird gutes Geld verdient und auch die Erwartungen der Betriebe für die kommenden zwölf Monate bleiben sehr optimistisch", hob Flaskämper hervor. 33 Prozent gingen von einer besseren Geschäftslage aus (Herbst: 31 Prozent), acht Prozent von einer schlechteren Lage (Herbst: sechs Prozent).

Die Frage, wie der Fachkräftemangel behoben werden könne und wie die offenen Stellen besetzt werden könnten, sei die große Herausforderung an die Zukunft. Über alle Dienstleistungsbranchen hinweg sehen 59 Prozent der Unternehmen den Mangel an Fachpersonal als das größte Risiko an (Herbst: 56 Prozent). "Alle Branchen - mit Ausnahme des Kreditgewerbes - suchen Personal. Die Arbeitnehmerüberlassung, IT-Dienstleister und der Güterkraftverkehr haben weiterhin den höchsten Bedarf", erläuterte Flaskämper.

"Die Zahl der Beschäftigten im tertiären Sektor, also in Handel und Dienstleistung, nimmt weiter deutlich zu und ist seit dem Jahr 2000 in Ostwestfalen von 335.927 Beschäftigte auf 451.545 um 34 Prozent gewachsen", berichtete Harald Grefe, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer. Dabei seien die Dienstleistungsbranchen der Jobmotor Ostwestfalens und hätten in den vergangenen zehn Jahren rund 90.000 neue Arbeitsplätze auf knapp 350.000 geschaffen. "Das Beschäftigungsniveau im Handel verläuft stabil", ergänzte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer.

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Im Frühjahr 2018 hat die EU-Kommission die Richtlinie über unfaire Handelspraktiken ("Unfair Trading Practices", kurz UTP) auf den Weg gebracht. Ziel ist es, kleine und mittlere Lebensmittelproduzenten vor unfairen Vertragsbedingungen zu schützen, beispielsweise vor einer Rücknahmepflicht für verderbliche Lebensmittel. So sollen gerechte Bedingungen in den Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen der Versorgungskette geschaffen werden. Der Richtlinienentwurf umfasst eine sehr formalisierte Regulierung, die konkrete Vertragsklauseln verbietet. 

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