Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse

Wer kann einen Antrag auf Anerkennung seines Berufsabschlusses stellen?

Zum April 2012 ist das „Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen“ - kurz Anerkennungsgesetz - in Kraft getreten. Unabhängig von Staatsangehörigkeit oder Aufenthaltsstatus haben alle Personen mit einer staatlich anerkannten, ausländischen Berufsqualifikation einen allgemeinen Rechtsanspruch auf Überprüfung der Gleichwertigkeit mit einem deutschen Berufsabschluss. Auch Anträge aus dem Ausland sind möglich.

Unser Beratungsangebot für die Anerkennung Ihres ausländischen Berufsabschlusses

Für eine persönliche und kostenlose Beratung können sich Interessenten an die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld wenden. Die Mitarbeiter der IHK beraten die Antragsteller vor Ort über die Möglichkeiten der Gleichwertigkeit der ausländischen Qualifikation mit einem vergleichbaren deutschen Abschluss.

Weitere Informationen bietet die Informationsbroschüre "Mein Beruf - meine Chance" in sechs Sprachen (Deutsch, Türkisch, Englisch, Spanisch, Französisch und Polnisch). Das PDF-Dokument steht im Download-Bereich dieser Seite zur Verfügung.

Wie läuft die Gleichwertigkeitsprüfung ab?

Um ihre ausländische Berufsqualifikation auf Gleichwertigkeit überprüfen zu lassen, müssen die Interessenten einen schriftlichen und eigenhändig unterschriebenen Antrag an die IHK FOSA schicken. Das Formular "Antrag auf Gleichwertigkeitsfeststellung" finden Sie als PDF-Dokument im Download-Bereich dieser Seite.

Die IHK FOSA vergleicht den ausländischen Berufsabschluss mit einem entsprechenden deutschen Abschluss. Die wichtigsten Merkmale hierbei sind Inhalt und Dauer der ausländischen Ausbildung, aber auch Berufserfahrung und Weiterbildungen werden berücksichtigt. Wenn die IHK FOSA keine ausreichenden Nachweise oder sonstige Informationen für ihre Prüfung vom Antragssteller erhalten kann, ist es möglich über das Projekt Prototyping Transfer eine Qualifikationsanalyse zur Feststellung der beruflichen Fertigkeiten durchzuführen. Eine Kompetenzfeststellung kann durch unterschiedliche Methoden z. B. durch Arbeitsproben oder Fachgespräche erfolgen. 

Vorteile der Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen

Wer seine beruflichen Qualifikationen bewerten lässt, hat eine Reihe von Vorteilen:

  • Der Bescheid erleichtert Arbeitgebern die Einschätzung der Qualifikationen des Bewerbers und verbessert die Chancen bei der Stellensuche.
  • Mit dem von der IHK FOSA erteilten Bescheid halten Antragsteller ein offizielles und rechtssicheres Dokument in Händen, das bescheinigt, wie groß die Übereinstimmung der ausländischen Qualifikationen mit dem vergleichbaren deutschen Beruf ist.
  • Ergibt die Prüfung eine vollständige Gleichwertigkeit zwischen dem ausländischen Berufsabschluss und dem entsprechenden deutschen Beruf, erfolgt eine rechtliche Gleichstellung mit dem Inhaber des deutschen Referenzabschlusses.
  • Durch die detaillierte Auflistung vorhandener oder auch fehlender Qualifikationen im Bescheid wird eine gezielte Weiterbildung und Nachqualifizierung möglich. 

Welche Unterlagen werden benötigt?

  • Antragsformular (als PDF-Datei im Download-Bereich verfügbar)
  • Lebenslauf
  • Kopie vom Identitätsnachweis (Personalausweis oder Reisepass)
  • Beglaubigte Kopie des im Ausland erworbenen Ausbildungsnachweises mit deutscher oder englischer Übersetzung durch einen vereidigten Übersetzer
  • Kopien über Nachweise der einschlägigen Berufserfahrungen
  • Kopien über sonstige Befähigungsnachweise (z.B. Zeugnisse über Weiterbildungen oder Umschulungen)

Eine Übersicht liefert auch die Checkliste "Übersicht notwendiger Unterlagen", die im Download-Bereich als PDF-Dokument verfügbar ist.

Wie lange dauert das Verfahren?

Wenn die Unterlagen vollständig sind, beginnt die IHK FOSA mit der Gleichwertigkeitsprüfung. Seit Dezember 2012 soll das Verfahren in der Regel nicht länger als drei Monate dauern. Diese Frist kann in schwierigen Fällen einmalig verlängert werden.

Was kostet das Verfahren?

Der Gebührenrahmen liegt zwischen 100 bis 600 €. Die tatsächlichen Gebühren orientieren sich je nach individueller Sachlage am entstehenden Aufwand für das Verfahren, der je nach Beruf und Land sehr unterschiedlich sein kann. In den meisten Fällen belaufen sich die Kosten auf ca. 550€.

Anerkennungszuschuss

Am 1. Dezember 2016 ist die Förderrichtlinie "Anerkennungszuschuss" des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Kraft getreten. Der Anerkennungszuschuss richtet sich an Personen, die ihre im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen in Deutschland anerkennen lassen wollen und keine anderen Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen können. 

Was und Wer gefördert werden kann, erläutern wir Ihnen gerne in einem persönlichen Beratungsgespräch. 

Ansprechpartner

Aktuelle Veranstaltungen

Antrag auf Berufsanerkennung lohnt sich!

Die neue IAB-SOEP-Studie bestätigt: wer seinen ausländischen Berufsabschluss anerkennen lässt, erhöht damit seine Chancen auf einen Job, der seinen Qualifikationen entspricht und damit auch auf ein höheres Einkommen. Den kompletten IAB-Kurzbericht über die Studie lesen Sie hier.

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