Unternehmen saubere Luft: Wie Politik, Wirtschaft und Kommunen 2018 Fahrverbote verhindern können

Elektromobilität

Elektroauto
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Förderrichtlinien für Elektromobilität im städtischen Wirtschaftsverkehr 

Zwei Förderrichtlinien des Ende November beschlossenen Sofortprogramms „Saubere Luft 2017–2020“ sind am 15. Dezember 2017 veröffentlicht worden. 

Durch das "Förderprogramm Elektromobilität" des Verkehrsministeriums (BMVI) werden die Investitionsmehrkosten von Elektrofahrzeugen sowie die dazu notwendige Ladeinfrastruktur (mit Ausnahme der Installation) bezuschusst. Antragsberechtigt sind die von Grenzwertüberschreitungen betroffenen Kommunen (in unserer Region vorrangig Bielefeld und Paderborn) sowie die dortigen kommunalen Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, sofern ihnen die Kommune bestätigt, dass die Anschaffung Teil eines kommunalen Elektromobilitätskonzepts ist. 

Im Fokus des aktuellen Förderaufrufs stehen also kommunale Fahrzeugflotten und der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ebenso wie Elektrofahrzeuge im Taxigewerbe und in Car-Sharing-Flotten.

Je Antrag sollen mindestens zwei Fahrzeuge angeschafft werden. Anträge können bis 31. Januar 2018 eingereicht werden. Ob und wann danach ein erneuter Aufruf erfolgt, ist derzeit nicht absehbar. 

Kontaktperson Bielefeld: Herr Björn Brodner, Tel.: 51-3921; E-Mail: bjoern.brodnerbielefeldde  oder umweltamtbielefeldde

Kontaktperson Paderborn: Herr Bock, Tel.: 05251 881147, E-Mail-Adresse: h.bockpaderbornde

Geförderte Kommunen: 

Ansprechpartner für Fragen zur Förderrichtlinie und zum Förderaufruf beim Projektträger Jülich:

Herr Dr. Michael Schultz, Tel. 030/20199 3500. 

Das "Förderprogramm Erneuerbar Mobil" des BMUB und BMWi wird dagegen nicht an kommunale Konzepte geknüpft. Ein detaillierter Förderaufruf soll in der 2. Kalenderwoche 2018 erfolgen. Einreichungsfrist wird der 31. März 2018 sein. Die Ministerien planen darauffolgend vierteljährliche Verlängerungen der Aufrufe. Nach Angaben des Projektträgers werden Datenerhebung und Antragstellung in vereinfachter Form bereitgestellt.

Bei beiden Programmen sind Förderquoten bis zu 40 % der Investitionsmehrkosten zu den Anschaffungskosten vergleichbarer konventioneller Fahrzeuge zulässig. Für mittlere und kleine Unternehmen kann ein zusätzlicher Bonus von 10 % bzw. 20 % bei der Förderquote gewährt werden, sofern das Vorhaben anderenfalls nicht durchgeführt werden kann.

Unternehmen, die sich Elektrofahrzeuge anschaffen wollen, sollten auch weitere Förderprogramme des Bundes und der Länder für die Anschaffung von Elektrofahrzeugen und Ladeinfrastruktur prüfen. So werden bspw. beim Umweltbonus des BAFA 4.000 Euro je rein batterieelektrischem Fahrzeug durch Bund und Hersteller bezuschusst bzw. reduziert. In vielen Bundesländern wird zudem die Ladeinfrastruktur gefördert.

Im kommenden Jahr werden die jetzt laufenden Förderaufrufe um weitere Programme ergänzt. Für gewerbliche Nutzer werden bspw. die Förderung von Lastenfahrrädern oder des betrieblichen Mobilitätsmanagements von Interesse sein.

Informationen über die einzelnen Maßnahmen des neuen „Sofortprogramms Saubere Luft 2017-2020" zur Verbesserung der Luftqualität in Städten finden Sie auf den Seiten der Bundesregierung.

Unterstützung bei der Einordnung kommunaler Vorhaben in Förderprogramme des Bundes bietet die neu eingerichtete "Lotsenstelle Fonds Nachhaltige Mobilität" beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Diese ist telefonisch zwischen 09:00 - 17:00 Uhr unter 030/18 300 6541 oder per E-Mail unter LoMobmvi.bundde zu erreichen. 

Links zur Elektromobilität und Förderprogrammen

Bund:

Ab sofort können Güterverkehrsunternehmen sich die Umrüstung von Lkw ab

7,5 Tonnen von Dieselantrieb auf Elektroantrieb bezuschussen lassen

Alternative Antriebe und Kraftstoffe

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Unsere Gemeinschaftsveranstaltung sollte eine Orientierung ermöglichen, wie Unternehmen ihren Nutzfahrzeugpark fit für die Zukunft machen können. Sie finden die Vorträge der Referenten unter folgendem Link: