IHK-Umfrage: Viele Ausbildungsstellen bleiben unbesetzt

Präsentierten die Ergebnisse der DIHK-Ausbildungsumfrage 2018: IHK-Geschäftsführer berufliche Bildung Swen Binner, IHK-Präsident Wolf D. Meier-Scheuven und IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Niehoff (v.l.) Foto: IHK/Ahler
 18.07.2018  Ausbildung, Weiterbildung

"Obwohl ein großer Teil der Ausbildungsstellen im vergangenen Jahr in Ostwestfalen unbesetzt blieb, ist die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen nach wie vor hoch", sagte Wolf D. Meier-Scheuven, Präsident der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK). Bei einem Pressegespräch in der IHK in Bielefeld präsentierte Meier-Scheuven heute (18. Juli) gemeinsam mit Thomas Niehoff, IHK-Hauptgeschäftsführer, und Swen Binner, IHK-Geschäftsführer Berufliche Bildung, die ostwestfälischen Ergebnisse der vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin gestarteten Ausbildungsumfrage.

Insgesamt 378 ostwestfälische Unternehmen beteiligten sich an der bundesweiten Erhebung, die regionalen Firmen bieten knapp 2.200 Ausbildungsplätze an. Von 309 Firmen, die auf die Frage nach der Besetzung ihrer Ausbildungsstellen geantwortet haben, konnten 28 Prozent der Firmen die angebotenen Stellen nicht besetzen. 18 Prozent der befragten Firmen gaben an, dass Ausbildungsplätze von den Auszubildenden nicht angetreten wurden. Darüber hinaus stellten 36 Prozent der Unternehmen Ausbildungshemmnisse fest. Vor allem zu unklare Berufsvorstellungen der Schulabgänger wurden moniert. 26 Prozent sagten, dass sich die Absolventen trotz Übernahmeangebots für andere Unternehmen oder Bildungsgänge entschieden hätten.

"Kritisch wird nach wie vor die Ausbildungsreife mancher Schulabgänger gesehen. Gut die Hälfte der Unternehmen beklagten Leistungsbereitschaft und Motivation, Disziplin, Belastbarkeit sowie mündliches und schriftliches Ausdrucksvermögen", so Meier-Scheuven. Über 40 Prozent der Unternehmen reagierten darauf mit eigenen Unterstützungs-Angeboten. Weitere 32 Prozent nutzen ausbildungsbegleitende Hilfen der Agenturen für Arbeit. Mehr als jeder vierte Betrieb gibt auch lernschwächeren Jugendlichen eine Chance.

Der IHK-Präsident verwies darauf, dass die ostwestfälische Wirtschaft vor allem dual ausgebildete Fachkräfte braucht und gerade in dieser Gruppe den mit Abstand größten Bedarf in den nächsten Jahren sieht.

Sehr positiv schätzen die Unternehmen die Zusammenarbeit mit den Berufskollegs ein, mit der sich 87 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden zeigten. Auf rückläufige Bewerberzahlen reagierten viele Unternehmen durch ein verbessertes Ausbildungsmarketing, das Angebot von Praktikumsplätzen und die Erschließung neuer Bewerbergruppen wie beispielsweise Studienabbrecher. Zur Beschäftigung von Flüchtlingen wurden die Unternehmen ebenfalls befragt. "Ein Viertel der Unternehmen haben in den letzten drei Jahren Flüchtlinge als Praktikanten oder in Einstiegsqualifizierungen beschäftigt", lobte Niehoff das Engagement. Insgesamt wurden 85 Flüchtlinge ausgebildet.

Als "Kompetenzen mit steigender Bedeutung" nannten über die Hälfte der befragten Unternehmen "IT-Kompetenz", "selbstständiges Handeln", "Kommunikationsfähigkeit" und "strukturiertes Arbeiten".

"Bei Weiterbildungsthemen rangieren Soft Skills wie Problemlösungsfähigkeit und Kreativität, fachspezifische Kenntnisse wie Controlling, Vertrieb und Organisation sowie IT-Kenntnisse auf den vorderen Plätzen", fasst Binner weitere Umfrageergebnisse zusammen. Um die Weiterbildungsbeteiligung zu unterstützen, nannten von 331 Unternehmen 62 Prozent den Ausbau zielgruppenspezifischer Fördermittel, wie beispielsweise das Aufstiegs-BAföG, als geeignete Maßnahmen. 48 Prozent halten staatliche Prämien bei erfolgreicher Weiterbildung für zielführend, 38 Prozent plädieren für mehr internetgestützte Weiterbildungsangebote.

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Seit den 90er-Jahren treibt die Europäische Union (EU) das Ziel eines europäischen Binnenmarktes für Strom voran. Viel wurde bereits erreicht. So wird Elektrizität längst über die Ländergrenzen hinweg gehandelt und über das europäische Verbundnetz transportiert. Für Deutschland und seine Unternehmen ergeben sich hieraus zahlreiche Vorteile, insbesondere für eine wirtschaftlich effiziente Umsetzung der Energiewende. Zeitweise wird dank erneuerbarer Energien in Deutschland mehr Strom produziert als verbraucht. Diese „Überschüsse“ können über den Strombinnenmarkt an die europäischen Nachbarn verkauft werden. Umgekehrt importiert Deutschland Strom, wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht bläst. 

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