IHK setzt Anerkennungsgesetz seit fünf Jahren erfolgreich um

Anerkennungsgesetz seit fünf Jahren erfolgreich umgesetzt: Attila Sepsi, IHK-Projektkoordinator Berufsbildung International, IHK-Geschäftsführer berufliche Bildung Swen Binner, Dajana Schäffer, Abteilungsleiterin Infrastrukturmanagement bei der Firma DAA Deutsche Angestellten-Akademie GmbH in Bielefeld, IHK-Präsident Wolf D. Meier-Scheuven, Ahmad Jafari, Chemieingenieur bei der Firma Stockmeier in Bielefeld, und IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Niehoff (v.l.)
 06.04.2017  Ausbildung, Weiterbildung

Nach einer Auswertung der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) konnte das zum 1. April 2012 in Kraft getretene Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG) in den IHK-Berufen sehr erfolgreich umgesetzt werden. Nach diesem Gesetz können Migrantinnen und Migranten ihre im Ausland erworbenen staatlichen Berufsqualifikationen in Deutschland anerkennen lassen.

Dabei erfolgt der genaue Abgleich der einzelnen Qualifikationen in einer bundesweit von den IHKs gegründeten Einrichtung IHK FOSA (Foreign Skills Approval) in Nürnberg. Hier wird das Expertenwissen zur Anerkennung der Abschlüsse gebündelt. Die jeweils regionale IHK ist dabei für die Beratung der Antragsteller und Antragstellerinnen verantwortlich und unter-stützt bei der Antragsstellung. IHK-Präsident Wolf D. Meier-Scheuven wies in einem Pressegespräch zum 5-Jährigen Bestehen des Gesetzes darauf hin, dass die IHK Ostwestfalen zu Bielefeld die Umsetzung des Gesetzes als sehr wichtige Aufgabe angesehen hat.

Damit würden insbesondere zwei positive Effekte erzielt, erläuterte Meier-Scheuven: "Zum einen können wir damit in Teilen dem Fachkräftemangel begegnen, der uns in mehr und mehr Branchen in der Wirtschaft immer stärker belastet. Zudem schaffen wir es, das vorhandene Arbeitskräftepotenzial für den Arbeitsmarkt besser zu aktivieren und ausländische Qualifikationen in das Arbeits- und Berufsleben einzubringen.

Ein weiterer positiver Effekt besteht darin - und das betone ich auch deutlich vor dem Hintergrund aktueller, auch weltpolitischer Entwicklungen -, vielen Menschen mit Migrationshintergrund einen qualifikationsgerechten Einsatz zu ermöglichen. Damit können wir ausländische Qualifikationen transparent machen und sie in den Unternehmen berücksichtigen, ohne dass diese den Aufwand betreiben müssen, jede einzelne Qualifikation individuell prüfen zu müssen." Das nähmen den Unternehmen die IHKs beziehungsweise für andere Berufsbereiche andere Kammern ab.

IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Niehoff ergänzte, dass im IHK-Bezirk Ostwestfalen in den fünf Jahren über 1.000 Anträge gestellt worden sind. Damit liege die hiesige IHK hinter der IHK für München und Oberbayern (ca. 1.600 Anträge) auf dem zweiten Platz - noch vor Metropolregionen wie Berlin, Stuttgart, Köln, Hamburg oder Frankfurt. Nach seinen Worten konnten 63 Prozent der Fälle voll und 32 Prozent teilweise anerkannt werden, also bestimmte Qualifikationsanteile angerechnet werden. "Die mit Abstand meisten Anträge sind für Bürgerinnen und Bürger aus Russland, Polen und der Türkei genehmigt worden", berichtete Niehoff.

Dajana Schäffer, Abteilungsleiterin Infrastrukturmanagement bei der Firma DAA Deutsche Angestellten-Akademie GmbH in Bielefeld, hatte einen Antrag bei der IHK FOSA gestellt: "Die Anerkennung meiner russischen Qualifikation als Immobilienkauffrau war ein wichtiger Meilenstein in meiner Laufbahn, denn dadurch habe ich mich beruflich enorm weiterentwickelt".

Der iranische Abschluss von Ahmad Jafari als Chemieingenieur wurde von der IHK FOSA ebenfalls voll angerechnet. "Dank der Anerkennung meines Berufsabschlusses aus dem Iran habe ich einen sehr guten Job in meinem erlernten Beruf bei der Firma Stockmeier in Bielefeld erhalten", begründete Jafari seine Absicht seiner Antragstellung bei der IHK FOSA.

Weitere Informationen zum BQFG finden Interessenten auf der Homepage der IHK unter www.ostwestfalen.ihk.de sowie unter www.anerkennung-in-deutschland.de und www.ihk-fosa.de.

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