IHK-Projekt "Fit in die Ausbildung": 8.000 Teilnehmer in zehn Jahren

Erfolgreiches Berufsstarterprojekt "Fit in die Ausbildung" vorgestellt: IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Niehoff, IHK-Präsident Wolf D. Meier-Scheuven, Projektkoordinator Lennart Kränke, Geschäftsführerin IHK-Akademie Ostwestfalen Ute Horstkötter-Starke und IHK-Geschäftsführer Swen Binner (v.l.)
 03.08.2017  Ausbildung, Weiterbildung

Die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) fördert seit zehn Jahren das Berufsstarterprojekt "Fit in die Ausbildung". "Die Zielsetzung des Projektes bezieht sich im Wesentlichen auf die drei Aspekte, die Ausbildungsreife zu verbessern, den Berufseinstieg zu erleichtern beziehungsweise zu flankieren sowie die Basiskenntnisse der deutschen und englischen Sprache und der Mathematik zu erweitern", erläuterte IHK-Präsident Wolf D. Meier-Scheuven am 03.08.2017 in einem Pressegespräch.

Die Wissensvermittlung erfolge in Seminaren, die Jugendlichen und damit auch Unternehmen den Einstieg in die berufliche Ausbildung erleichtern. In der zurückliegenden Dekade hat die IHK 660 entsprechende Kurse mit knapp 8.000 Teilnehmern an insgesamt 47 Veranstaltungsorten durchgeführt.

"Mit unserem Projekt beseitigen wir keine Ursachen, sondern kurieren lediglich an Symptomen, dessen sind wir uns bewusst", betont der IHK-Präsident. "Aber wir wollen als IHK einen Beitrag leisten - und das hat bislang gut geklappt." Mit dem Programm spricht die IHK die Schülerschaft der Abgangsklassen allgemeinbildender Schulen und Lehrstellensuchende aus Ostwestfalen sowie die Auszubildenden der IHK-Mitgliedsbetriebe im ersten Lehrjahr an. "In unserem Azubi-Projekt werden genau die von den Unternehmen als noch nicht ausreichend bezeichneten Kenntnisse aufgegriffen und geschult", erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Niehoff.

Swen Binner, IHK-Geschäftsführer Berufliche Bildung, berichtete in diesem Zusammenhang über die Ergebnisse der IHK-Ausbildungsumfrage 2017, an der 385 Unternehmen teilnahmen. Demnach bemängeln knapp 60 Prozent der Befragten bei der Ausbildungsreife der Schulabgänger deren mündliches und schriftliches Ausdrucksvermögen sowie 48 Prozent elementare Rechenfertigkeiten und 41 Prozent deren Umgangsformen.

"Inhaltlich beschäftigen wir uns bei dem Projekt in erster Linie mit Kursen in den Bereichen Text und Sprache, Grundlagen der Mathematik sowie Englisch", sagte Niehoff. Als durchaus ernst gemeinten Zusatz sei damals eine Art Etikette-Training obenauf gesetzt worden.

"Und unser Knigge-Seminar erweist sich mit 424 Kursen und 5.550 Teilnehmern als Bestseller", ergänzte der IHK-Hauptgeschäftsführer. Dieses Training basiere auf der Erfahrung, dass viele (angehende) Auszubildende unsicher seien, wie sie im Job auftreten sollen. "Wir vermuten, dass diese Kurse auch deshalb so stark angenommen werden, weil sich das Thema in den Stundenplänen so nicht wiederfindet", so Niehoff.

Ute Horstkötter-Starke, Geschäftsführerin der für Weiterbildung zuständigen IHK-Akademie Ostwestfalen, organisiert mit ihrem Team die Trainings, deren Teilnahmeentgelt bis drei Euro pro Unterrichtsstunde als Eigenanteil beträgt. Die IHK fördert durch Vollversammlungsbeschluss das Projekt "Fit in die Ausbildung" mit etwa 100.000 Euro pro Jahr. Die Seminare finden in der Regel außerhalb der Schul- und Arbeitszeiten in allen Kreisen in Ostwestfalen statt.

Das Projekt zeichne sich durch einen hohen Praxisbezug aus. Die Dozenten und Trainer kämen deshalb normalerweise aus der Wirtschaft. Horstkötter-Starke: "Zusammengefasst lässt sich sagen: Wir bieten keine Nachhilfe, sondern wollen gezielt wiederholen, anregen, anstoßen, Orientierung geben und Wegbereiter für die weitere Entwicklung sein."

Nähere Infos zu diesem Projekt gibt es im Internet auf der aktuell komplett überarbeiteten und in neuem Design versehenen Homepage unter www.fitindieausbildung.de sowie beim Projektkoordinator Lennart Kränke, Telefon 0521 554-162, E-Mail: lennart.kraenkeihk-akademiede.

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