IHK-Infoveranstaltung zur E-Mobilität: Fördergelder sind begehrt

Informierten in der IHK über Fördermöglichkeiten der E-Mobilität für Unternehmen: Harald Grefe, Stefanie Balzarek, Michael Pieper, Dennis Szillus, Michael Kelker und IHK-Referatsleiterin Verkehr, Daniela Becker (v. l.). Foto: IHK
 27.04.2018  Standortpolitik

"Das Thema Elektromobilität hat in Unternehmen Fahrt aufgenommen", formulierte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) jetzt in deren Informationsveranstaltung vor nahezu 100 Unternehmensvertretern. Fast jedes fünfte Unternehmen habe bereits ein oder mehrere Elektrofahrzeuge im Einsatz, knapp ein weiteres Viertel denke über eine Anschaffung nach.

Zudem gingen Prognosen davon aus, dass im Jahr 2025 jeder vierte Neuwagen ein Elektrofahrzeug sein werde. Des Weiteren werde das Ladestationsnetz aktuell ebenfalls intensiv ausgebaut. Insgesamt sei also viel Geld im Markt, insbesondere gebe es diverse Fördermöglichkeiten von Bund, Land und Kommunen. "Deshalb versuchen wir mit dieser ersten IHK-Veranstaltung zur E-Mobilität etwas Licht in den Förderdschungel zu bringen", betonte Grefe.

Die anhaltende gesellschaftliche Diskussion über Schadstoffbelastungen, "Diesel-Gate" und das Leipziger Urteil zu Dieselfahrverboten habe Bund und Land dazu bewegt, Elektromobilität zu fördern. Aus diesem Grund informierten Experten über die wichtigsten Förderprogramme und gaben Hinweise, welche Voraussetzungen dafür zu erfüllen seien. Dabei standen auch Fragestellungen wie Kauf oder Leasing von E-Fahrzeugen, Miete oder Kauf der entsprechenden Batterien oder das Beachten von langfristigen Lieferfristen für Elektromobile im Blickpunkt.

Einen Überblick über die Fördermöglichkeiten auf Landes- und Bundesebene vom Sofortprogramm Elektromobilität bis hin zum Umweltbonus gab Dipl.-Ing. Michael Pieper vom Kompetenzzentrum ElektroMobilität NRW aus Mülheim. "Wir sind der erste Ansprechpartner für Kommunen, Unternehmen und Privatnutzer zu allen Fragen rund um eine effiziente und klimaschonende Mobilität der Zukunft", unterstrich Pieper.

Dennis Szillus von B.A.U.M. Consult aus Hamm, ging in seinem Vortrag darauf ein, was Firmen bei der E-Mobiltät beachten sollten, etwa ob vor der Anschaffung eines eigenen E-Mobils zunächst ein E-Car-Sharing sinnvoll sei. Zudem stellte er diverse Elektroautos und Sonderfahrzeuge vor und gab Tipps, wo man sich einen guten Überblick darüber verschaffen könne (www.going.electric.de).

Das Sofortprogramm "Saubere Luft 2017 - 2020" präsentierte Robert Heine vom Bundesverkehrsministerium. Es hat das Ziel, die Luftqualität in den Städten kurzfristig zu verbessern. Einige Förderprogramme konzentrierten sich daher auf die Städte mit Grenzwertüberschreitungen bei Stickoxiden, wozu Bielefeld, Paderborn und Halle/Westfalen zählten. Heine präsentierte auch die Lotsenstelledazu im Ministerium.

Die Förderrichtlinie Elektromobilität stellte Erich Kielhorn vom Forschungszentrum Jülich GmbH aus Berlin vor. Damit würden besonders Kommunen und Unternehmen im kommunalen Umfeld bei der Umstellung ihrer Fuhrparks auf Elektrofahrzeuge und dem Aufbau dafür notwendiger Ladeinfrastruktur unterstützt. Auch kommunale Elektromobilitätskonzepte sowie Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Unterstützung der E-Mobilität würden gefördert. "Dafür stehen 10 Millionen Euro für dieses Jahr zur Verfügung, die Beantragung startet Anfang Mai", erläuterte Kielhorn. "Die Fördergelder sind erfahrungsgemäß sehr begehrt."

Das Modellprojekt "Fit2Load" der Bielefelder Bäckerei Pollmeier und Lechtermann erläuterten Stefanie Balzarek von der Archimedes Technik GmbH aus Herford und Michael Kelker vom FH-Bielefeld Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik. Das Vorhaben beschäftigt sich mit der Elektromobilität von Dienst− und Nutzfahrzeugflotten mit Fokus auf einer intelligenten, wirtschaftlichen und ökologischen Netzintegration.

Die Ostwestfälische Wirtschaft - kurz OWi genannt - ist das Wirtschaftsmagazin für die starke Region Ostwestfalen. Blättern Sie hier online durch die aktuelle Ausgabe.

Weitere Informationen zur OWi finden Sie hier.

Die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sorgt bei deutschen Unternehmen für große Verunsicherung. Mit der E-Privacy-Verordnung plant die EU nun weitere Regeln zum Datenschutz. Bereits Anfang 2017 hat die EU-Kommission den Entwurf einer E-Privacy-Verordnung vorgelegt. Sie soll die DSGVO ergänzen und präzisieren - und zwar für Kommunikationsvorgänge wie Telefonate, Internetzugang, Messaging-Dienste, E-Mails oder Internet-Telefonie. Der Entwurf der E-Privacy-Verordnung betrifft aber nicht nur die reine Kommunikation, sondern auch Datenübermittlungen, die keinerlei Personenbezug haben. Dazu zählen beispielsweise das Internet der Dinge (IoT) sowie vernetzte Fahrzeuge. Eines ist bereits jetzt klar: Die E‐Privacy-Verordnung wird erheblichen Einfluss darauf haben, wie Online‐Dienste künftig angeboten werden dürfen.

Nachstehend finden Sie die vollständige Meldung: