Rohstoffe

Steigende Rohstoffpreise stellen für Unternehmen ein großes Konjunkturrisiko dar. So bilden die Materialkosten im verarbeitenden Gewerbe den größten Kostenfaktor. In materialintensiven Branchen - beispielsweise der Metallerzeugung und –bearbeitung sowie in der Automobilindustrie - liegt der Anteil des Materialeinsatzes am Bruttoproduktionswert deutlich über 50 Prozent - und somit weit über den Personalkosten.

Materialien und damit Rohstoffe einzusparen, bietet somit den besten Ansatzpunkt, Kosten im Betrieb zu reduzieren und wettbewerbsfähiger zu werden. In Deutschland unterstützt die Deutsche Materialeffizienz Agentur (demea) Betriebe im Bereich der Materialeffizienz. In Nordrhein-Westfalen leistet die Effizienzagentur NRW Beratungs- und Unterstützungsarbeit.

BGR-Energiestudie 2015 - Energierohstoffe im Überblick – Zahlen, Daten, Fakten

Viele Industriestaaten und insbesondere Entwicklungs- und Schwellenländer mit absehbar steigendem Energiebedarf setzen für ihren zukünftigen Energiemix neben Sonne, Wind und Geothermie weiter auf Erdöl, Erdgas und Kohle. Auch Deutschland wird noch für viele Jahre auf fossile Energierohstoffe angewiesen sein. Mit einem Anteil von derzeit rund 80 % leisten Erdöl, Erdgas, Stein- und Braunkohle nach wie vor den mit Abstand größten Beitrag zur Deckung des deutschen Primärenergieverbrauchs. Aus geologischer Sicht gibt es für alle Energierohstoffe mit Ausnahme des konventionellen Erdöls weltweit noch große Vorräte. Das ist das Ergebnis der jetzt vorgelegten „Energiestudie 2015 – Reserven, Ressourcen und Verfügbarkeit von Energierohstoffen“ der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)*. 
„Von grundlegender Bedeutung für den global nur langfristig umsetzbaren Übergang in ein kohlenstoffarmes Energiesystem ist, dass fossile Energieträger auch künftig in dem Maße bereitgestellt werden können, wie sie tatsächlich noch benötigt werden“, betont BGR-Energierohstoffexperte Dr. Harald Andruleit.


Die Ergebnisse im Einzelnen:
Erdöl ist der wichtigste Energieträger mit einem Anteil von rund 32 % am globalen Primärenergieverbrauch. Die Welterdölförderung stieg 2014 auf ein neues Allzeithoch von 4240 Mio. t an. Die bekannten geologischen Vorräte (Reserven: 219 Milliarden Tonnen) erhöhten sich nur geringfügig. Infolge des derzeit niedrigen Ölpreises und der anhaltend hohen Förderung ist mit größeren Veränderungen im Kohlenwasserstoffsektor zu rechnen. Mittel- bis langfristig könnten Investitionseinsparungen seitens der Ölindustrie auch wieder zu Förderengpässen führen und Preissteigerungen zur Folge haben. Für die kommenden Jahre kann aus geologischer Sicht bei einem weiterhin moderaten Anstieg des Verbrauchs die Versorgung mit Erdöl gewährleistet werden.


Der Förderrückgang aus Ländern der OPEC und Afrikas konnte hauptsächlich durch Zunahmen in Nord- und Lateinamerika und der OECD-Staaten (hier plus 4,8 %) mehr als ausgeglichen werden. Auch 2014 ist die Förderung von Erdöl aus dichten Gesteinen (Tight Oil) in den USA weiter steil angestiegen. Erst im Verlauf von 2015 zeichnet sich eine Abflachung der Förderleistung ab. Eine globale Ausweitung der Förderung aus dichten Gesteinen steht weiterhin aus und ist bei dem momentan niedrigen Ölpreis auch nicht zu erwarten.
Erdgas ist mit einem Anteil von 23,7 % am globalen Primärenergieverbrauch hinter Erdöl und Kohle (30 %) drittwichtigster Energieträger. Der Anstieg des weltweiten Erdgasverbrauchs betrug 1,4% und lag damit erneut unter dem historischen 10-Jahres-Durchschnitt von 2,6%. Die seit einigen Jahren in Szenarien dargestellten hohen Wachstumsraten sind damit bislang ausgeblieben. 

Aus geologischer Sicht ist Erdgas noch in sehr großen Mengen vorhanden. Derzeit weist die BGR weltweit rd. 198 Billionen Kubikmeter Erdgasreserven aus. Auch bei einem absehbar steigenden Bedarf kann die Versorgung der Welt aufgrund des hohen verbleibenden Erdgaspotenzials noch über viele Jahrzehnte gewährleistet werden. In den vergangenen fünf Jahren war die Erdgasförderung in Deutschland (- 32%) und Europa (- 11%) rückläufig. Damit wächst die Abhängigkeit von Importen, insbesondere aus der Russischen Föderation, aber auch aus dem Nahen Osten und Afrika.

Die Reserven und Ressourcen an Hartkohle und Weichbraunkohle können aus geologischer Sicht einen steigenden Bedarf für viele Jahrzehnte decken. Mit einem Anteil von rund 55 % an den Reserven und rund 89 % an den Ressourcen verfügt Kohle über das größte Potenzial von allen nicht-erneuerbaren Energierohstoffen. Deutschland erhöhte seine Importe an Hartkohle (Steinkohle) auf nunmehr rund 54 Millionen Tonnen. Zusammen mit Koks- und Briketteinfuhren muss Deutschland derzeit 87 % seines Bedarfs an Steinkohle und Steinkohleprodukten importieren.

Die Kernenergie verliert in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Aus globaler Sicht bleibt sie weiterhin ein wichtiger Energieträger. In Europa wird die Nachfrage nach Uran künftig voraussichtlich weiter sinken, vor allem in Asien und im Nahen Osten ist mit einem Anstieg des Uranverbrauchs zu rechnen. Die globalen Vorräte für Uran sind sehr umfangreich, sodass aus geologischer Sicht in absehbarer Zeit kein Engpass bei der Versorgung mit Kernbrennstoffen zu erwarten ist.

Der Anteil der erneuerbaren Energien stieg sowohl im Transportsektor als auch zur Stromerzeugung weiter an und erreichte mit rund 13,5 % seinen bislang größten Anteil am weltweiten Primärenergieverbrauch. Über Dreiviertel entfallen auf die biogenen Energieträger, wobei der Hauptanteil mit rund 70 % auf fester Biomasse und im speziellen auf Brennholz beruht. Das globale Potenzial der Tiefen Geothermie ist sehr groß, wird jedoch bislang nur wenig genutzt.

Unter dem Titel "Energierohstoffe im Fokus" stellt die BGR-Studie in einem Sonderteil Entwicklungen im Bereich förderungssteigernder Maßnahmen bei der Erdöl- und Erdgasgewinnung (EOR) dar. Außerdem wird die Bedeutung der Geothermie für den ostafrikanischen Energiesektor sowie die Rolle von Erdöl und Erdgas für Entwicklungs- und Schwellenländer beleuchtet.

*Datenbasis für die Studie: Ende 2014 

Weitere Informationen: 
www.bgr.bund.de/energiestudie2015.de

Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)

Industrie profitiert von niedrigen Rohstoffpreisen

Im Jahr 2014 wurden in Deutschland rund 565 Millionen Tonnen mineralische Rohstoffe, vor allem Sand, Kies, Kali- und Steinsalz sowie weitere Industrieminerale gefördert – Rohstoffe, die vor allem für den Ausbau und Erhalt unserer Infrastruktur, die Bauindustrie sowie die chemische Industrie genutzt werden. Die Produktion heimischer Energierohstoffe belief sich auf insgesamt 188,2 Millionen Tonnen Braunkohle, Steinkohle und Erdöl sowie 10,1 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Weiterhin wurden 5,8 Millionen Kubikmeter Torf gewonnen. Wertmäßig beträgt die heimische Rohstoffproduktion 13,5 Milliarden Euro, knapp 9 Prozent weniger als im Vorjahr.

Weiterhin gilt auch, dass Deutschland bei vielen Rohstoffen stark von Importen abhängig ist. Während die Importe mineralischer Rohstoffe und Energierohstoffe 2014 mengenmäßig um gut 4 Prozent von 336,1 auf 322,3 Millionen Tonnen zurückgingen, sanken die Importe wertmäßig sogar deutlich um knapp 15 Prozent von 144,4 auf 123,1 Milliarden Euro. Damit profitierte die Rohstoff verarbeitende Industrie stark von den derzeit niedrigen Rohstoffpreisen. Der größte Teil der Importe waren Energierohstoffe, auf sie entfielen gut 67 Prozent der Einfuhren. Metallrohstoffe machten 31,7 Prozent aus, der Rest entfiel auf Nichtmetalle. 
„Neben der heimischen Rohstoffproduktion und den Rohstoffimporten spielt das Recycling bei der Versorgung mit Rohstoffen eine zunehmend wichtigere Rolle“, betont Dr. Volker Steinbach, bei der BGR Leiter der Abteilung „Energierohstoffe, Mineralische Rohstoffe“. In der deutschen Raffinade- und Rohstahlproduktion stammten mehr als 53 Prozent des Aluminiums, etwa 42 Prozent des Kupfers sowie rund 45 Prozent des Rohstahls aus sekundären Rohstoffen. Eine wichtige Quelle für diese Sekundärrohstoffe bilden vor allem die Zukäufe von Schrotten und Abfällen aus der Europäischen Union. Insbesondere durch das Recycling von Metallrohstoffen konnte die deutsche Importabhängigkeit deutlich reduziert werden. 

Der seit 1980 jährlich erscheinende BGR-Bericht zur Rohstoffsituation ist eine Gesamtdarstellung der Situation der nichterneuerbaren Rohstoffe für Deutschland. Als geowissenschaftliches Kompetenzzentrum informiert die BGR die Bundesregierung und die deutsche Wirtschaft über aktuelle Entwicklungen zur Rohstoffproduktion im eigenen Land, den Außenhandel, die Preisentwicklung sowie den Verbrauch mit Blick auf die Versorgungssituation Deutschlands mit mineralischen Rohstoffen und Energierohstoffen. Zudem wird auch die Entwicklung auf den internationalen Rohstoffmärkten dargestellt und bewertet. Datengrundlage für die Studien sind die bei Veröffentlichung verfügbaren Zahlen und Fakten des jeweiligen Vorjahres.

Zum Bericht: 
www.bgr.bund.de/rohstoffsituationsbericht-2014

Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)

Neue DERA-Studie zu Platingruppenmetallen erschienen

Die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) empfiehlt in ihrer neuen Studie zu Platingruppenmetallen (Platin, Palladium, Rhodium), dass deutsche Unternehmen, die Platingruppenmetalle verwenden, den Markt intensiv beobachten und geeignete Ausweichstrategien gegen eventuelle Lieferengpässe und Preissteigerungen entwickeln.

Platingruppenmetalle werden u. a. in der Automobilbranche, der Schmuckindustrie und der chemischen Industrie verwendet. Neben allgemeinen Informationen zu den Platingruppenmetallen und ihrer Gewinnung enthält die Studie eine umfassende Risikobewertung: Die aktuelle Versorgungslage sowie die Risiken für Platin, Palladium und Rhodium werden für den Zeitraum bis einschließlich 2018 detailliert betrachtet. Die Studie ist hier verfügbar.

Die von der DERA veröffentlichten Rohstoffinformationen verfolgen das Ziel, Unternehmen dabei zu unterstützen, mögliche Preis- und Lieferrisiken auf den Rohstoffmärkten zu erkennen, so dass frühzeitig alternative Strategien zur Versorgung entwickelt werden können. Weitere Studien sind auf der Webseite der DERA www.deutsche-rohstoffagentur.de veröffentlicht.

Quelle: DIHK

DERA veröffentlicht neue Rohstoffliste: Weltweit hohe Angebotskonzentration bei Produktion und Handel von mineralischen Rohstoffen

Die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat heute die neue DERA-Rohstoffliste zur globalen Angebotskonzentration veröffentlicht. Rund ein Drittel der knapp 300 untersuchten mineralischen Rohstoffe und Handelsprodukte weisen diesbezüglich erhöhte Preis- und Lieferrisiken auf. Zu ihnen gehören Stahlveredler wie Niob, Vanadium und Wolfram, aber auch Hochtechnologiemetalle wie Seltene Erden, Germanium, Platinmetalle und Tantal sowie eine Reihe von Eisenlegierungen. Die Ergebnisse sind vor allem für Unternehmen der verarbeitenden Industrie wichtig, um Schwachstellen in der Wertschöpfungskette zu identifizieren.
 
Besonders auffällig ist z.B. die Angebotskonzentration bei Platin und Palladium. Diese Metalle, die u.a. in Fahrzeugkatalysatoren eingesetzt werden, stammen zu mehr als 75 % aus Südafrika und Russland. Eine noch höhere Konzentration weist Niob auf. Der in der Stahlindustrie vorrangig eingesetzte Metallrohstoff wird zu mehr als 90 % in Brasilien gefördert. Vor allem aber dominiert China bei zahlreichen Rohstoffen die globale Bergwerksförderung. So liegt der Anteil Chinas z.B. bei Antimon, Wolfram und Seltenen Erden bei rund 80 bis 85 %. Insgesamt belegt das Land im Bereich der Bergwerksförderung bei fast der Hälfte aller untersuchten Rohstoffe den ersten Platz. Aber nicht nur hier, sondern auch bei der Metallproduktion (Raffinadeproduktion) nimmt China bei 22 von 25 ausgewählten Rohstoffen die führende Position ein, darunter zahlreiche für Zukunftstechnologien benötigte Metalle wie Gallium, Germanium oder Indium. China ist zudem der bedeutendste Nettoexporteur von einer Vielzahl der in der Studie untersuchten Handelsprodukte. Das Land ist bei 32 der 79 potenziell kritischen Handelsprodukte weltweit größter Exporteur, z.B. bei Zwischenprodukten aus Magnesium, Seltenen Erden, Wismut oder Wolfram.
 
Die Analysen der DERA zeigen, dass die Angebotskonzentration auf den Weltrohstoffmärkten weiterhin sehr hoch ist und sich diese bei den meisten Rohstoffen in den vergangenen zwei Jahren – seit Erscheinen der ersten DERA Rohstoffliste – kaum verringert hat. Diese rohstoffbezogenen Risiken können sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette auswirken. Auch wenn die Rohstoffpreise deutlich zurückgegangen sind, bleiben die Preis- und Lieferrisiken bestehen.
 
Im Rahmen des Risikomanagements empfehlen die DERA-Experten den Einkaufs-, Produktions- und Entwicklungsabteilungen der Unternehmen, bei der Erfassung von betriebsinternen Rohstoffrisiken gemeinsam Ausweichstrategien zu erarbeiten. In erster Linie geht es darum, die eingesetzten oder herzustellenden Halbzeuge und Fertigteile daraufhin zu analysieren, welche Rohstoffe sie enthalten und welchen Einfluss entsprechende Preis- und Lieferrisiken auf den Unternehmenserfolg haben können. Inzwischen wird es immer komplizierter und zeitaufwendiger, das Gesamtrisiko für einzelne Bauteile, die Dutzende Rohstoffe enthalten können, zu überblicken. Noch schwieriger ist es, die gesamte Wertschöpfungskette im Blick zu behalten. Gerade jetzt, da die Preise für viele mineralische Rohstoffe gesunken sind, bieten sich jedoch günstige Handlungsoptionen. Jedes Unternehmen sollte geeignete Strategien und individuelle Lösungen entwickeln, um sich auch mittel- und langfristig den erforderlichen Rohstoffbezug zu sichern. Die DERA-Rohstoffliste bietet hier eine erste Orientierung und wichtige Hinweise.
 
Ziel der DERA-Studie ist es, die globale Angebotskonzentration sowie das Länderrisiko in den Produktionsländern für Bergwerksprodukte (Erze und Konzentrate) und Produkte der Weiterverarbeitung (Raffinade) zu untersuchen. Erstmalig wird in dieser Neuauflage der Rohstoffliste auch die Konzentration des internationalen Handels mit Rohstoffen und Zwischenprodukten auf der Basis der weltweiten Nettoexporte bewertet.
 
Die DERA-Rohstoffliste 2014 ist auf der Internetseite der DERA unter folgendem Link abrufbar: http://www.deutsche-rohstoffagentur.de

Quelle: DERA

BGR legt Rohstoffbericht vor: 90 Prozent der Rohstoffe werden importiert

Der Bericht der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe stellt Zahlen und Fakten zu energetischen und mineralischen Rohstoffen bereit und widmet sich der Frage nach der Versorgungssicherheit. Der Bericht liefert Informationen zur Rohstoffproduktion in Deutschland, zum Import sowie zur internationalen Preisentwicklung.

Im Jahr 2013 wurden energetische und mineralische Rohstoffe im Wert von 142,8 Milliarden Euro importiert, während der Wert in Deutschland geförderter Rohstoffe 14,8 Milliarden Euro erreichte. Die Top-5-Rohstoffe Erdgas, Braunkohle, Erdöl sowie Sand und Steine machen 70 Prozent des Wertes aus.

Damit ist Deutschland immer noch ein wichtiges Bergbauland, auch wenn 90 Prozent der deutschen Rechnung für Rohstoffe an das Ausland gezahlt werden. Die Importkosten fielen gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent geringer aus und sanken damit auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Die Energierohstoffe Erdöl und Erdgas bilden mit einem Anteil von 66 Prozent die größte Kostenposition.

Preisentwicklung
Trotz erhöhten Welthandels hat sich der allgemeine Trend nachgebender Rohstoffpreise ab Mitte 2011 in den Jahren 2012 und 2013 fortgesetzt. Hierfür wird vor allem die sich verlangsamende wirtschaftliche Dynamik Chinas verantwortlich gemacht. Mittelfristig wird eine leichte Erhöhung der Rohstoffpreise erwartet, vor allem der Preise für die konjunkturabhängigen Industriemetalle.

Der Rohölpreis war bereits 2013 leicht gefallen und die Importe nach Deutschland gingen zusätzlich zurück. Dadurch fiel die deutsche Rohölrechnung 2013 mit 55,3 Mrd. € um 4,8 Mrd. € geringer aus als im Vorjahr. Leicht sinkende Preise waren 2013 auch für Erdgas und Kraftwerkskohle zu verzeichnen.

Energierohstoffe
Deutschland deckt seinen Bedarf an Primärenergieträgern nur bei Braunkohle zu 100 Prozent aus eigenen Vorkommen. Erneuerbare Energien und die Kernkraft gelten ebenfalls als vollständig heimische Energieträger. Erdöl, der wichtigste Primärenergieträger muss fast vollständig importiert werden. Bei Erdgas und Steinkohle liegt die Importquote bei 88 bzw. 87 Prozent. Bis 2018 wird die deutsche Steinkohleförderung eingestellt und die konventionelle Erdgasförderung geht ebenfalls stark zurück. Die Importquote und -abhängigkeit bei Energierohstoffen steigt damit weiter an.

Nicht-energetische Rohstoffe
Bei den mineralischen Rohstoffen werden vor allem die Baurohstoffe aus heimischen Lagerstätten gewonnen. Der Bedarf Deutschlands an Steinen und Erden wird überwiegend aus eigener Produktion gedeckt. Die Versorgung mit Metallrohstoffen sowie einzelnen Industriemineralen bleibt dagegen stark importabhängig. Nach den energetischen Rohstoffen machen Nicht-Eisen-Metallrohstoffe, Rohstoffe für die Eisen- und Stahlindustrie und Edelmetalle den größten Anteil der Importkosten für Rohstoffe aus.

Weitere Einschätzungen der DERA
Eine zunehmend wichtige Rolle für die Versorgungssicherheit spielt das Recycling, insbesondere bei Aluminium, Kupfer und Stahl.

Aus geologischer Sicht ist die langfristige Verfügbarkeit bei Kohle, Erdgas, Uran, Metallrohstoffen und Industriemineralen gegeben. Die Deckung der Nachfrage könnte nur bei Erdöl und einigen schweren Seltenen Erden schwierig werden.

Lieferengpässe könnten in den nächsten Jahren infolge von Spekulationen, Wettbewerbsverzerrungen im Handel, die wenig absehbare Entwicklung von rohstoffintensiven Zukunftstechnologien und die teilweise hohe Konzentration der Weltrohstoffproduktion auf wenige und zum Teil instabile Länder auftreten.


Der Bericht steht hier zum Download zur Verfügung.

Die Deutsche Rohstoffagentur (DERA)

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) haben eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Die Deutsche Rohstoffagentur ist die zentrale Informations- und Beratungsplattform für mineralische und Energierohstoffe. Ihre  Themen sind Rohstoffverfügbarkeit und Versorgungssituation sowie Rohstoffpotenziale und Ressourceneffizienz.

Die Deutsche Rohstoffagentur hat das Know-How und die Ländererfahrung für eine direkte Beratung von Unternehmen. Kundenspezifische Bewertungen zur Marktsituation von Rohstoffen, die Analyse von produktspezifischen Beschaffungsrisiken und die Flankierung von Maßnahmen zur Rohstoffsicherung und -diversifizierung eröffnen Unternehmen die Chance, sich individuell auf die Marktsituation einzustellen und/oder sich gezielt in Rohstoffprojekten zu engagieren. Ziel ist es, hier insbesondere die kleinen und mittelständigen Unternehmen zu unterstützen.

  • Bewertung der Marktsituation von Rohstoffen: Individuelle Recherchen zu bestimmten Rohstoffen erlauben einen Marktüberblick, der Unternehmen (insbesondere KMU) bei ihrer Entscheidungsfindung unterstützt.
  •  Bewertung von Lieferrisiken beim Material- und Rohstoffimport: Die DERA unterstützt deutsche Unternehmen bei der Sicherung ihrer Rohstoffversorgung durch Bewertung von Preis- und Lieferrisiken
  • Bewertung und Flankierung von Maßnahmen zur Rohstoffsicherung und -diversifizierung: Von der Recherche zu neuen Rohstoffproduzenten und -lieferanten bis hin zur Bewertung von Bergbauprojekten werden fundierte Informationen für die Diversifizierung von Rohstoffbezugsquellen sowie ein unternehmerisches Engagement im Umfeld der Primärproduktion individuell erarbeitet.

Weitere Informationen zur DERA: http://www.deutsche-rohstoffagentur.de/

DERA veröffentlicht Rohstoffstudie zu Wolfram

Die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) rechnet mittelfristig mit einem weltweiten Angebotsdefizit bei Wolfram. Dies ist das Ergebnis der im Nachgang zum DERA-Industrieworkshop veröffentlichten Studie „Rohstoffrisikobewertung – Wolfram“. Die Studie ist nun auf der Homepage der DERA verfügbar.

Im Oktober 2013 hat in Berlin der DERA-Industrieworkshop Wolfram stattgefunden (s. RS Nr. 822919 v. 04.09.2013). Die in diesem Zusammenhang erstellte Studie „Rohstoffrisikobewertung – Wolfram“ ist nun erschienen und kann auf der Internetseite der DERA hier (PDF-Datei öffnet sich sofort) abgerufen werden.

Die DERA hat in ihrer Pressemittelung vom 28. April 2014 aus Anlass der Veröffentlichung der Studie darauf hingewiesen, dass nach ihrer Einschätzung auch mittelfristig mit einem weltweiten Angebotsdefizit bei Wolfram zu rechnen sei. Der Metallrohstoff gehört zu den von der EU als potenziell „kritisch“ eingestuften mineralischen Rohstoffen. Wichtige Anwendungsbereiche von Wolfram sind Hartmetallwerkzeuge, Stahl- und Superlegierungen, Halbzeug (z. B. Glühdrähte, Elektrodenmaterial) und Chemikalien.

Trotz vermehrtem Recycling sowie dem Bau neuer Bergwerke und zusätzlicher Aufbereitungskapazitäten bleibt weiterhin eine hohe Angebotskonzentration auf China bestehen, lautet das Fazit der DERA-Studie. Mit über 80 Prozent der globalen Bergwerksförderung sei China der weltweit wichtigste Wolframproduzent. Neben der Erhebung von Exportzöllen halte China weiterhin an Exportquoten auf Wolframzwischenprodukte fest. Der Export von Wolframerz und -konzentrat sei gänzlich verboten. Begründet würden die Exportbeschränkungen mit dem Schutz von Ressourcen und Umwelt. Das führe dazu, dass eine sichere Versorgung mit Wolfram auch in naher Zukunft nicht gewährleistet ist.

Die EU, Japan und die USA sind nach China die größten Märkte für Wolfram. Deutschland ist der weltweit größte Importeur von Wolframpulver sowie Wolframabfällen und -schrotten (Datenbasis 2011). Weitere Informationen können Sie der beigefügten Pressemitteilung der DERA vom 28. April 2014 entnehmen.

DERA veröffentlicht Volatilitätsmonitor für 80 Rohstoffe

Die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) hat Mitte Februar ihren ersten Volatilitätsmonitor für rund 80 Rohstoffpreise veröffentlicht. Von nun an soll der Monitor monatlich auf der DERA-Internetseite zur Verfügung gestellt werden. Der erste Monitor umfasst den Zeitraum Februar 2013 bis Januar 2014 und zeigt eine rückläufige Schwankungsbreite bei nahezu allen mineralischen Rohstoffpreisen.

Lediglich bei einzelnen Rohstoffen gab es innerhalb des letzten Jahres Preisschwankungen mit Volatilitäten von über 20 Prozent.

Anhand des Volatilitätsmonitors können sich interessierte Unternehmen einen Überblick über die Schwankungsbreiten von Rohstoffpreisen verschaffen. Hohe Preisvolatilitäten spiegeln laut DERA hohe Versorgungsunsicherheiten auf den Rohstoffmärkten wieder. Das schränkt wiederum die Planungssicherheit der verarbeitenden Industrie ein, so die DERA in ihrer Pressemitteilung vom 20.02.2014.

In den letzten fünf Jahren hat die DERA eine besonders hohe Preisvolatilität für Seltene Erden beobachtet. Dies führt sie auf den beachtlich gestiegenen Einsatz von Seltenen Erden in Hightech-Geräten und Zukunftstechnologien in Verbindung mit den Exportbeschränkungen Chinas zurück. Zwischen 2009 und 2011 seien die Preise für einzelne Seltene Erden wie Neodym und Dysprosium um das Zwanzig- bis Dreißigfache, bei Samarium sogar um das Vierzigfache gestiegen. Seit 2012 seien die Preise zwar wieder deutlich gesunken. Aber auch im Jahr 2013 war die Gesamtentwicklung bei den Seltenen Erden sehr turbulent, so die DERA.

Unter hohen Preisschwankungen habe in der Vergangenheit auch die Stahlbranche gelitten. In den letzten fünf Jahren lagen die Volatilitäten der Monatsdurchschnittspreise bei Eisenerz und Stahlveredlern wie Chromit, Vanadium, Molybdän, Kobalt sowie Ferro-Titan bei über 30 Prozent.

Der Volatilitätsmonitor ist auf dieser Internetseite der DERA verfügbar.

VDI ZRE veröffentlicht Broschüre zum „Wettbewerbsvorteil Ressourceneffizienz“

Das VDI Zentrum für Ressourceneffizienz hat den DIHK auf eine neue kostenlose Broschüre „Wettbewerbsvorteil Ressourceneffizienz“ aufmerksam gemacht. Darin wird anhand einer Reihe von Unternehmensbeispielen dargestellt, wie die wirtschaftlichen Vorteile eines effizienten Material- und Energieverbrauchs konkret in der Praxis aussehen können.

Die Broschüre richtet sich an produzierende Unternehmen, die sich näher mit Ressourceneffizienz in ihrem Betrieb auseinandersetzen möchten. Sie finden neben den Praxisbeispielen auch Ansprechpartner für öffentliche Förder- oder Unterstützungsangebote. Auf dieser Internetseite des VDI ZRE kann die Broschüre heruntergeladen werden.

Mit dem Ressourceneffizienz-Programm will das nordrhein-westfälische Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz den ökonomischen und ökologischen Strukturwandel unterstützen. Dabei soll die Lebens- und Umweltqualität von NRW nachhaltig verbessert und der Standort NRW für die umwelt- und ressourceneffiziente Produktionstechnik ausgebaut werden.

Ressourceneffizienzstrategien verbinden den Schutz der Umwelt mit langfristigen Ausgabensenkungen und Effizienzsteigerungen und sind ein strategischer Faktor für die Entwicklung wettbewerbsfähiger Produkte und Technologien. Sie sollen Eingang in unternehmerisches Handeln finden und Innovationsprozesse auslösen. Durch die Zuwendungen sollen die Empfänger veranlasst werden, den Blick auf eine ressourceneffiziente Wirtschaftsweise zu richten und Vorhaben oder Tätigkeiten in ihren Unternehmen umzusetzen, die andernfalls überhaupt nicht oder nur in beschränktem Umfang durchgeführt werden.

Weitere Informationen, zum Beispiel zum Gegenstand der Förderung, Zuwendungsempfängern und Zuwendungsvoraussetzungen finden Sie auf der Projektseite des Landesamtes: Ressourceneffizienz-Beratung

Links zu Rohstoff-Studien der DERA

Ursachen von Preispeaks, -einbrüchen, und -trends bei mineralischen Rohstoffen
- Auftragsstudie der DERA zu Entwicklungstrends bei Rohstoffpreisen

Deutschland - Rohstoffsituation 2011
- Rohstoffsituationsbericht für 2011 mit Zahlen und Fakten zu nichterneuerbaren Rohstoffen hinsichtlich der Produktion in Deutschland, Außenhandel, Preisentwicklung und Verbrauch

DERA-Rohstoffliste 2012: Angebotskonzentration bei Metallen und Industriemineralen – Potenzielle Preis- und Lieferrisiken
- Analyse zur historischen und aktuellen regionalen Konzentration auf den Weltrohstoffmärkten

Deutsche Rohstoffagentur - weitere Informationen