Qualifikationsrahmen EQR/DQR

Hintergrund

Am 14. Dezember 2004 beschlossen die Bildungsminister aus 32 europäischen Staaten das so genannten Maastricht-Kommuniqué. Neben anderen Punkten enthält es die Vereinbarung, einen „European Qualification Framework“ (EQF) sowie ein Europäisches Kreditpunktesystem für die berufliche Bildung zu entwickeln.

EQF

Innerhalb der EU wurde entschieden, dass eine Harmonisierung die Transparenz und Kompatibilität zwischen den Qualifikationen unterschiedlicher europäischer Bildungssysteme zu ermöglichen. Damit stellt er ein Übersetzungssystem zwischen den nationalen Bildungssystemen dar, ohne diese in Frage zu stellen.

Im Einzelnen ruht der EQF auf Kenntnissen, Fertigkeiten und Kompetenzen. Dabei ist die Orientierung an den so genannten „Learning Outcomes“, also den Ergebnissen des Lernprozesses, relevant. Insgesamt soll ein Standard gesetzt werden, der auch das weltweite Bildungsmarketing in Konkurrenz mit anderen Staaten erleichtern wird.

Aktueller Stand (Sommer 2013)

Die Spitzenvertreter von Bund, Ländern und Sozialpartnern haben sich zunächst auf den Kompromiss verständigt, die allgemein bildenden Schulabschlüsse noch nicht dem Rahmen zuzuordnen. Weiterhin wurde vereinbart:

  1. Zuordnung für die berufliche Erstausbildung zunächst auf Niveau 3 (zweijährige Ausbildung) und auf Niveau 4 (drei- und dreieinhalbjährige Ausbildung).
  2. Die gegenseitige Anerkennung von Schulabschlüssen soll zunächst nicht im DQR geregelt werden. Sie ist durch völkerrechtliche Staatsverträge im europäischen und internationalen Rahmen geregelt, sodass für Schülerinnen und Schüler keine Benachteiligungen entstehen.
  3. In einem Zeitraum von 5 Jahren sollen die Zuordnungen erneut beraten und gemeinsam entschieden werden. Dabei soll die weitere Entwicklung auf der europäischen Ebene mit berücksichtigt und auch eine Höherstufung geprüft werden.

Aktueller Stand der Zuordnungen im Deutschen Qualifikationsrahmen

Das DQR-Stufenmodell (Quelle: DIHK)

Damit werden die Abschlüsse Fachwirte, Fachkaufleute und Meister dem Niveau 6 des DQR zugeordnet und stehen auf einer Stufe mit den Bachelor-Abschlüssen der Fachhochschulen und Hochschulen. Deutlich wird damit, dass die IHK-Abschlüsse zu akademischen Studiengängen gleichwertig sind. Die Strategischen Professionals werden der Stufe 7 zugeordnet (Master-Ebene).

Die Zuordnung zu DQR und EQR kann Absolventen helfen, potenziellen Arbeitgebern im EU-Ausland, aber durchaus auch im Inland die eigene berufliche Kompetenz verständlich zu präsentieren und die Gleichwertigkeit bestimmter beruflicher mit akademischen Abschlüssen zu verdeutlichen. Anhand der Qualifikationsrahmen können zudem der eigene Karriereweg geplant und bei Bedarf geeignete weiterführende Bildungsmaßnahmen ausgewählt werden. DQR und EOR können ferner im Rahmen von Prüfungen die Anrechnung bereits erbrachter Bildungsleistungen und den Zugang zu Bildungsgängen erleichtern.

Genaue Beschreibungen der acht unterschiedlichen Niveaus mit ihren Fachkompetenzen (Wissen/Fertigkeiten) sowie personalen Kompetenzen (Sozialkompetenz/Selbstständigkeit) sind zu finden unter http://www.deutscherqualifikationsrahmen.de/

 

 

 

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