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Für Unternehmen ab 2023
Das deutsche Lieferkettengesetz

Lieferkettengesetz - Sorgfaltspflichtengesetz

Ab 2023 wird in Deutschland ein neues Lieferkettengesetz, das sog. „Sorgfaltspflichtengesetz” in Kraft treten. Das Gesetz soll Rechtsklarheit für die Wirtschaft schaffen und die Einhaltung von Menschenrechten durch Unternehmen stärken. Zwar sind zunächst nur Großunternehmen mit mehr als 3000 Beschäftigte betroffen, dennoch werden die Vorschriften auch Folgen für klein- und mittelständische Zulieferer (KMU) haben. Zulieferer entlang des gesamten Produktherstellungsprozess, angefangen von der Gewinnung von notwendigen Rohstoffen bis hin zur Lieferung des Produkts an den Endkunden, werden einbezogen.

Im Juni 2011 haben die Vereinten Nationen Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte verabschiedet. Um diese Leitprinzipien in Deutschland umzusetzen, hat die Bundesregierung zunächst auf freiwilliges Engagement gesetzt. Im Dezember 2016 hat sie den Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) verabschiedet und einen Über­prüfungs­mechanis­mus eingerichtet. Das Ergebnis: Zu wenige Unternehmen erfüllen ihre menschenrechtliche Sorgfaltspflicht.

Der NAP sieht vor, dass die Bundesregierung weitere Schritte bis hin zu gesetzlichen Maßnahmen prüfen wird, wenn weniger als 50 Prozent der Unternehmen (es waren nur 17 Prozent) ihre menschenrechtliche Sorgfaltspflicht erfüllen. 

Fazit: Es musste also die gesetzliche Regelung folgen.

Einige deutsche Großunternehmen haben bereits 2016 damit begonnen, die Leitprinzipen umzusetzen und sind somit aktuell bereits gut aufgestellt.

Entwurf EU-Lieferkettengesetz

Übersicht über die Entwicklung des deutschen LkSG 

Das Gesetz gilt für alle größeren Unternehmen in Deutschland. Auch ausländische Unternehmen sind davon betroffen, wenn sie die genannte Anzahl an Mitarbeitenden in Deutschland beschäftigen.

  • ab 2023 für Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeitende (auch ins Ausland entsandte Mitarbeiter zählen)
  • ab 2024 für Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitende (auch ins Ausland entsandte Mitarbeiter zählen)

Kleine und mittelständische Unternehmen, die Bestandteil der Lieferkette eines Großunternehmens sind, können ebenfalls - wenn auch inidrekt - betroffen sein. Die EU plant derzeit ein Lieferkettengesetz von dem auch KMUs direkt betroffen sind.

Das neue Gesetz sieht folgende Pflichten (fzunächst nur für Großunternehmen) vor. Durch die Punkte 5 und 8 sind aber auch Zulieferer in der Pflicht.

  1. Einrichtung eines Risikomanagements
  2. Festlegung einer betriebsinternen Zuständigkeit
    Erklärvideo: Bundesamt für Arbeit und Soziales
  3. Durchführung regelmäßiger Risikoanalysen
    Beschaffungsprozesse des Unternehmens analysieren. Indentifizieren von negativen Auswirkungen auf die Menschenrechte.
    Lieferanten (Monitoring): In welchen Ländern sind sie aktiv? Wie hoch ist der Anteil manueller Arbeit in der Wertschöpfung? Durch wen wird diese Arbeit erbracht? Könnte Kinderarbeit im Spiel sein? Wie ist es um Menschenrechtsverletzende Umweltrisiken bestellt?
    Erklärvideo: Bundesamt für Arbeit und Soziales
  4. Verabschiedung Abgabe einer Grundsatzerklärung
    Grundsatzerklärung betreffend Verfahren, Risiken und Erwartungen an Beschäftigte und Zulieferer. Diese Erklärung sollte im Vorfeld erarbeitet werden. Sie muss die Verfahrensschritte benennen, die zur Einhaltung der Menschenrechtsstandards implementiert wurden, die festgestellten Risiken beschreiben sowie die Erwartungshaltung hinsichtlich der Achtung von Menschenrechten durch Beschäftigte und Zulieferer aufzeigen.
    Diese Erklärung ist gegenüber den Beschäftigen, Zulieferern und dem jeweils zuständigen Betriebsrat zu kommunizieren.
  5. Verankerung von Präventionsmaßnahmen im eigenen Geschäftsbereich und gegenüber unmittelbaren Zulieferern
    Das heißt, es muss vertraglich verlangen, dass menschenrechtsbezogenen und umweltbezogenen Vorgaben entlang der Lieferkette eingehalten werden. Die Einhaltung der Vereinbarung wird regelmäßig überprüft. Schulungen und Weiterbidlungen werden Teil dieser Vereinbarung. Der Auftraggeber/Einkäufer muss also die Zulieferer neu bewerten und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen.
  6. Ergreifen von Abhilfemaßnahmen
    Erklärvideo: Bundesamt für Arbeit und Soziales
  7. Einrichtung eines Beschwerdeverfahrens
    Die Unternehmen müssen ein unternehmensinternes Beschwerdeverfahren einrichten oder sich an einem externen Beschwerdeverfahren (Beispiel: Textilbündnis/Fair Wear Foundation) beteiligen. Eventuell in Kombination mit der seit Dezember 2019 geltenden EU-Pflicht, eine Whistleblower Hotline einzuführen.
    Erklärvideo - Bundesamt für Arbeit und Soziales
  8. Umsetzung von Sorgfaltspflichten in Bezug auf Risiken bei mittelbaren Zulieferern
  9. Dokumentation und die Berichterstattung
    Jährlich einen Bericht über die Umsetzung der Sorgfaltspflichten auf der Website des Unternehmens veröffentlichen.
    Erklärvideo: Bundesamt für Arbeit und Soziales
    Berichterstattung mit dem DNK - Deutscher Nachhaltigkeitskodex

Aktuell haften lediglich betroffene Großunternehmen ab 3.000 Beschäftigte. Das Gesetz sieht nicht die Komplettvermeidung aller Risiken vor - es handelt sich daher um eine Bemühungspflicht, nicht um eine Erfolgspflicht. Dennoch muss jedes betroffene Unternehmen das Gesetz ernst nehmen und gewissenhafte Bemühungen anstreben, Menschrechte zu wahren sowie die Umwelt zu schützen und somit die Sorgfaltspflichten erfüllen.

Der Fokus des Lieferkettengesetzes liegt auf den Menschenrechtsverletzungen. Umweltgesichtspunkte spielen indirekt eine Rolle, wenn die Gesundheit oder Sicherheit von Menschen gefährdet sind.

Kontrolliert wird die Einhaltung des Gesetzes vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Es überprüft die Unternehmensberichte und geht Beschwerden nach.

Aus dem Gesetz: „Eine Verletzung der Pflichten aus diesem Gesetz begründet keine zivilrechtliche Haftung. Eine unabhängig von diesem Gesetz begründete zivilrechtliche Haftung bleibt unberührt.“ Bedeutet aber auch, dass z. B. eine deliktische Haftung - also durch Unterlassung - durchaus möglich wäre.

Ein Verstoß ist aber immer eine Ordnungswidrigkeit und es kann ein Bußgeld verhängt werden. Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 400 Mio. Euro müssen bei Nichtbeachtung bis zu 2 Prozent des Umsatzes als Strafe zahlen, kleinere Firmen zwischen 100.000 und 800.000 Euro.

Es besteht außerdem die Möglichkeit des Ausschlusses von der Vergabe öffentlicher Aufträge für einen Zeitraum von bis zu 3 Jahren.

  • nach Art und Umfang der Geschäftstätigkeit des Unternehmens
  • nach dem Einflussvermögen des Unternehmens auf den unmittelbaren Verursacher eines menschenrechtlichen oder umweltbezogenen Risikos oder der Verletzung einer menschenrechtsbezogenen oder einer umweltbezogenen Pflicht
  • nach der typischerweise zu erwartenden Schwere der Verletzung, der Umkehrbarkeit der Verletzung, und der Wahrscheinlichkeit der Verletzung einer menschenrechtsbezogenen oder einer umweltbezogenen Pflicht
  • nach der Art des Verursachungsbeitrages des Unternehmens zu dem menschenrechtlichen oder umweltbezogenen Risiko oder zu der Verletzung einer menschenrechtsbezogenen oder umweltbezogenen Pflicht

Deutschlands Großunternehmen haben mehrere 10.000 direkte Zulieferer. Und auch diese werden von einer nicht geringen Anzahl an weiteren Zulieferern beliefert. Kleine und mittelständische Unternehmen sind häufig Teil dieser Wertschöpfungskette. Strebt der Auftraggeber eine saubere Lieferkette an, sind auch die Lieferanten in der Pflicht. Damit richtet sich der Blick von Rohstoff-Zulieferern, über weiterverarbeitende Unternehmen bis hin zu den eigenen Abnehmern und setzt eine Zusammenarbeit mit allen Akteuren voraus.

Haben Sie Kunden die dem Gesetz direkt unterliegen? Dann lesen Sie bitte weiter.

Als unmittelbare Zulieferer
Unmittelbarer Zulieferer im Sinne des Gesetzes ist ein Partner, dessen Zulieferungen für die Herstellung des Produktes des Unternehmens oder zur Erbringung und Inanspruchnahme der betreffenden Dienstleistung notwendig sind. Unmittelbare Zulieferer sind stark betroffenDas Großunternehmen muss angemessene Präventionsmaßnahmen gegenüber einem unmittelbaren Zulieferer verankern. Das heißt, es muss vertraglich verlangen, dass menschenrechtsbezogenen und umweltbezogenen Vorgaben entlang der Lieferkette eingehalten werden. Die Einhaltung der Vereinbarung wird regelmäßig überprüft. Schulungen und Weiterbidlungen werden Teil dieser Vereinbarung. Der Auftraggeber/Einkäufer muss also die Zulieferer neu bewerten. Als unmittelbarer Zulieferer sollten Sie daher Ihre Lieferkette zwingend prüfen und entsprechende Maßnahmen einleiten. Einige Großunternehmen bieten ihren Zulieferern entsprechende Unterstützung an. Großunternehmen werden ihre Beschaffung dementsprechend ausrichten und lassen nachhaltige Kriterien in ihre Vergabeentscheidungen einfließen. Wer die nicht aufzeigen kann, der hat in Zukunft schlechte Karten. Werden Sie aktiv und entwicklen Sie so neu Wettbewerbsvorteile.

Praxisbeispiele: Haas & Co. Magnettechnik, MVG Medienproduktion und Vertriebsgesellschaft

Als mittelbare Zulieferer
Mittelbarer Zulieferer ist jedes Unternehmen, das kein unmittelbarer Zulieferer ist und dessen Zulieferungen für die Herstellung des Produkts des Unternehmens oder zur Erbringung und Inanspruchnahme der betreffenden Dienstleistung notwendig sind. Dabei fordert der Gesetzgeber, das der Auftraggeber tätig werden muss, wenn mögliche Verletzung einer geschützten Rechtsposition oder einer umweltbezogenen Pflicht bei mittelbaren Zulieferern bekannt werden. Dann ist anlassbezogen unverzüglich eine Risikoanalyse durchzuführen, angemessene Präventionsmaßnahmen gegenüber dem Verursacher zu verankern, ein Konzept zur Minimierung und Vermeidung der Verletzung einer geschützten Rechtsposition oder umweltbezogenen Pflicht zu erstellen und umzusetzen und gegebenenfalls seine Grundsatzerklärung zu aktualisieren. Unmittelbare Zulieferer zwischen dem betreffenden mittelbaren Zulieferer und dem Kunden-Unternehmen werden dabei vermutlich einbezogen werden.

Sprechen Sie daher mit Ihrem Auftraggeber und informieren Sie sich, wo und wie die von Ihnen importierte Waren und Rohstoffe produziert bzw. gefördert werden. Auch mit Blick auf das geplante Lieferkettengesetz der EU sollten kleine und mittelständischer Zulieferer die oben genannten Sorgfaltspflichten auch heute schon beachten.

Gerade kleine und mittelständische Unternehmen sollten beachten, dass die EU ein europaweites Lieferkettengesetz plant. Der Entwurf wurde für Mitte Februar 2022 angekündigt. Im Europaparlament ist nicht nur eine Verantwortlichkeit für die gesamte Lieferkette in der Diskussion, die Regelungen sollen für Unternehmen unabhängig ihrer Größe weniger greifen. Im Gespräch sind ebenfalls die Verhängung eines Importverbots bei einem schweren Menschenrechtsverstoß und die zivilrechtliche Haftung.

Evaluationstool Human Rights Capacity Diagnosticzur Einschätzung der Managementkapazitäten für die Umsetzung der Sorgfaltspflichten

CSR-Risiko-Check / Online-Tool für Unternehmen
Der CSR Risiko-Check ist kostenlos und frei zugänglich. Auf der Grundlage Ihrer Angaben werden individuell zugeschnittene Informationen zu relevanten Risiken sowie Hinweise zu entsprechenden Abhilfemaßnahmen bereitgestellt. Diese Informationen können Sie aus dem online Tool als .pdf Dokument herunterladen.

KMU Kompass - Schritt für Schritt zur Nachhaltigkeit
Woher können Sie wissen, unter welchen Arbeitsbedingungen Rohstoffe abgebaut wurden? Oder wie es um Themen wie Abwasser- und Umweltschutz oder Chemikalienmanagement steht – gerade in der tieferen Lieferkette in Entwicklungsländern? Der KMU Kompass hilft dabei: Das kostenfreie Online-Tool unterstützt Unternehmen, die stärker auf Umweltaspekte und Menschenrechte achten möchten, konkret und praxisnah. Das erleichtert es Ihnen, gezielte Maßnahmen zu ergreifen und ihre Sorgfaltspflichten einzuhalten.

e-learning-Kurs
Dieser hilft Ihnen, die Relevanz von Menschenrechten im Unternehmenskontext zu verstehen und gibt Ihnen erste Schritte, Instrumente und Ressourcen an die Hand, um mit der Umsetzung zu starten. 

Due-Diligence-Toolbox der Europäischen Kommission

DNK - Deutscher Nachhaltigkeitskodex
Die Datenbank ist das Herzstück des DNK. Hier finden Sie alle bisher veröffentlichten Erklärungen der über 700 DNK-Anwender. Auf diese Weise werden die Nachhaltigkeitsbemühungen der Organisationen sichtbar und vergleichbar gemacht. Hier können Sie sich zudem registrieren und ein Organisationsprofil anlegen, wenn Sie eine eigene DNK-Erklärung abgeben möchten. Hilfestellungen zur Erstellung einer DNK-Erklärung finden Sie unter "Services" > "Dokumente".

Berichterstattung mit dem DNK

Die Umsetzung menschenrechtlicher Sorgfaltsprozesse ist eine Herausforderung. Sie erfordert den Aufbau von Teams mit spezialisiertem Knowhow, die Neuorganisation von Risikobewertungs- und Einkaufsprozessen, veränderte Zusammenarbeit und Verträge mit Lieferanten und eine Neuorganisation von Wertschöpfungsketten. Der erste Schritt in Richtung eines nachhaltigen Lieferkettenmanagement ist die Analyse der Ausgangslage. Entwickeln Sie das eventuell bereits vorhandene Compliance-Management-System (CMS) weiter.

ILO Helpdesk - Was können Unternehmen tun?

Ratifikationen grundlegender Übereinkommen nach Ländern, Anzahl und Art der Ratifikationen

Nachhaltiges Lieferkettenmanagement in der Praxis

Schritt für Schritt zum nachhaltigen Lieferkettenmanagement

Umweltatlas Lieferkette

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales führt Branchendialoge durch

Internetplattform "Wirtschaft und Menschrechte" mit Beratungsangeboten und Informationen

Menschenrechte achten - Ein Leitfaden für Unternehmen

Es gibt zahlreiche Umwelt- und Sozialsiegel für verschiedene Branchen. Eine Übersicht nach Produktgruppen mit Bewertung und Vergleich finden Sie auf der Homepage "Siegelklarheit"

Produktgruppen: Textil, Lebensmittl, Papier, Laptop & Co., Holz, Wasch- & Reinigungsmittel, Naturstein, Leder, Mobiltelefone

Siegelklarheit.de - (Sie müssen aktuell etwas nach unten scrollen)

Vor dem Hintergrund des kürzlich verabschiedeten deutschen Lieferkettengesetzes hat die deutsche Auslandshandelskammer "AHK Greater China" eine Vorlage für den "Code of Conduct for Sustainable Supply Chains in China" für deutsche Unternehmen herausgegeben . Der Kodex kann an die Besonderheiten bestimmter Branchen und Geschäftsfelder angepasst werden.

Ziel des „Code of Conduct for Sustainable Supply Chains in China“ ist es, deutschen Unternehmen, insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen, die noch kein dezidiertes Compliance-Management-System haben, ein praxisnahes Instrument an die Hand zu geben. 

Download  „Code of Conduct for Sustainable Supply Chains in China“

Der UN Global Compact ist die weltweit größte und wichtigste Initiative für nachhaltige und verantwortungsvolle Unternehmensführung. Das Deutsche Global Compact Netzwerk (DGCN) mit mehr als 720 Teilnehmenden aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik unterstützt Unternehmen dabei, auf Basis 10 universeller Prinzipien Nachhaltigkeit strategisch zu verankern und zur Umsetzung der Sustainable Development Goals beizutragen.

Global Compact

Das Bündnis für nachhaltige Textilien ist angetreten, um die sozialen und ökologischen Bedingungen in der weltweiten Textilproduktion zu verbessern. Es richtet seine Arbeit an internationalen Vereinbarungen und Leitlinien aus, die die Prinzipien sozialer, ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit definieren und den Rahmen für unternehmerische Verantwortung setzen.

Bündnis für nachhaltige Textilien

Im Forum Nachhaltiger Kakao e.V. haben sich die Bundesregierung, vertreten durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), die deutsche Süßwarenindustrie, der deutsche Lebensmittelhandel und die Zivilgesellschaft zusammengeschlossen. Gemeinsam verfolgen sie als sogenannte Multistakeholder-Initiative das Ziel, die Lebensumstände der Kakaobauern und -bäuerinnen und ihrer Familien zu verbessern sowie den Anbau und die Vermarktung von nach Nachhaltigkeitsstandards zertifiziertem Kakao zu erhöhen. Dafür engagieren sich die Mitglieder des Forums in enger Zusammenarbeit mit den Regierungen der kakaoproduzierenden Länder.

Forum Nachhaltiger Kakao

Die deutsche Kaffeewirtschaft setzt sich für einen nachhaltigen Kaffeeanbau ein. Zu den Zielen gehören der Umweltschutz, verbesserte Lebensbedingungen in den Anbauländern sowie eine langfristig gesicherte Versorgung mit Kaffee. Der Kaffeeanbau soll heutigen Produzenten und Verarbeitern und nachfolgenden Generationen eine stabile und angemessene Einkommens- und Lebensgrundlage bieten.

Deutscher Kaffeeverband

Unter dem Dach von Chemie3 setzen sich BAVC, IG BCE und VCI dafür ein, Nachhaltigkeit in der chemisch-pharmazeutischen Industrie als Leitbild zu verankern. Nachhaltigkeit verstehen wir dabei als einen Dreiklang aus Ökonomie, Ökologie und Sozialem.

Nachhaltigkeitsinitiative der deutschen Chemie

Als Partnerschaft von über 70 Unternehmen, Regierungen, Akademikern, internationalen und Nichtregierungsorganisationen mobilisiert der GBA, um sicherzustellen, dass die Batterieproduktion nicht nur grüne Energie unterstützt, sondern auch die Menschenrechte schützt und die Gesundheit und Umweltverträglichkeit fördert.

Global Battery Alliance

Mitglieder der Global Battery Alliance

Die Responsible Cobalt Initiative (RCI) und die Cobalt Action Partnership (CAP) und ihre Lieferkettenpartner haben sich zusammengeschlossen, um den Aufbau transparenter, überprüfbarer und verantwortungsvoller ASM-Kobalt-Wertschöpfungsketten zu fördern.

Cobalt Action Partnership

Indien ist die weltweit größte Quelle für Mica, ein Mineral, das in einer Vielzahl von Industrien verwendet wird. Es wird in großem Umfang in Indiens östlichen Bundesstaaten Bihar und Jharkhand abgebaut, wo eine Vielzahl von Faktoren zu schlechten Arbeitsbedingungen beitragen, einschließlich des Einsatzes von Kinderarbeit. Um die vielfältigen Ursachen von Kinderarbeit wie schlechte Arbeitsbedingungen anzugehen, verfolgt die Responsible Mica Initiative einen ganzheitlichen Ansatz, indem sie drei Programmsäulen gleichzeitig umsetzt. Jedes Programm beruht auf einer engen Zusammenarbeit zwischen Partnern und Interessengruppen.

Responsible Mica Initiative

ASI arbeitet mit Herstellern, Anwendern und Interessenvertretern in der Aluminium-Wertschöpfungskette zusammen, um gemeinsam eine verantwortungsvolle Produktion, Beschaffung und Verwaltung von Aluminium zu fördern.

Aluminium Stewardship Initiative

Das Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) ist ein Zusammenschluss von derzeit 51 Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen, Verbänden, dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Ziel des FONAP ist es, den Anteil nachhaltig erzeugten Palmöls auf dem deutschen, österreichischen und Schweizer Markt schnellstmöglich signifikant zu erhöhen und gleichzeitig existierende Standards und Zertifizierungen zu verbessern.

Forum Nachhaltiges Palmöl

Der Bedarf an neuen Arbeitsplätzen liegt in Afrika bei rund 20 Millionen pro Jahr. Viele davon könnten durch aufstrebende afrikanische Unternehmen oder die Investitionen ausländischer Unternehmen geschaffen werden. Allerdings schränken Investitions- und Handelshemmnisse die Aktivitäten der Privatwirtschaft in Afrika stark ein. Unzureichend qualifizierte Fachkräfte, mangelnde Infrastruktur und unterentwickelte Märkte stellen den Privatsektor vor große Herausforderungen. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt deshalb mit der "Sonderinitiative Ausbildung und Beschäftigung" deutsche, europäische und afrikanische Unternehmen und Investoren bei ihrem Engagement in Afrika. Es geht neben der Schaffung von Arbeitsplätzen auch um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Die Sonderinitiative ist beschränkt auf Marokko, Tunesien, Ägypten, Senegal, Cote d’Ivoire, Ghana, Äthiopien und Ruanda. Es werden dabei spezielle Wirtschaftsstandorte (Industrieparks) und vielversprechende Branchen unterstützt.

BMZ - Sonderinitiative Ausbildung und Beschäftigung

JA zum besseren Schutz von Menschenrechten

NEIN zu Haftungsrisiken und Bürokratiekosten durch ein Lieferkettengesetz

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung haben ein sog. „Lieferkettengesetz“ angekündigt. Ziel des geplanten Gesetzes ist es, insbesondere im grenzüberschreitenden Wirtschaftsverkehr für humanere Arbeitsbedingungen weltweit zu sorgen. Nachweisbare Verstöße können zu einer Haftung deutscher Unternehmen führen.

Für die ostwestfälische Wirtschaft sind die Achtung der Menschenrechte und die Einhaltung fairer Produktionsbedingungen in Zulieferländern wichtige Anliegen. Sie unterstützt bereits heute Initiativen, die häufig branchenorientiert organisiert sind. Auch diverse Auditierungs- und Zertifizierungsverfahren haben sich am Markt durchgesetzt. Die ostwestfälische Wirtschaft zweifelt aber an der Umsetzbarkeit der vorgeschlagenen gesetzlichen Regelung.

IHK-Positionspapier Lieferkettengesetz