Großflächiger Einzelhandel

Anlässe für eine verträgliche Steuerung

Der Zuwachs neuer Einzelhandelsflächen hat in den vergangen Jahrzehnten insbesondere an den Rändern der Innenstädte und dort an den großen Einfallstraßen und Gewerbegbieten stattgefunden.

Unstrittig leiden die Stadtkerne und Ortsteilzentren noch heute unter dieser Entwicklung, weil Kunden an nicht-integrierte Standorte verloren gehen und schwer zurück zu gewinnen sind. Eigentümer und Gewerbetreibende in den sogenannten „Zentralen Versorgungsbereichen“ gehen notwendige Investitionen deshalb häufig zurückhaltend an. Der Druck auf die öffentliche Hand wächst, durch städtebauliche Begleitmaßnahmen im öffentlichen Raum auf eine positive Einzelhandelsentwicklung einzuwirken.
Gleichzeitig sind in den Gewerbegebieten Flächen für produzierende Gewerbebetriebe verloren gegangen. Mit der Ansiedlung großflächiger Einzelhandelsvorhaben haben sich die Bodenpreise verändert und sind für Investoren anderer Branchen nicht mehr erschwinglich.
Die Betreiber der Lebensmittelmärkte haben von der gewachsenen Mobilität der Kunden profitiert. Dabei ist die Erreichbarkeit für Menschen im Nahbereich, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, aus dem Blickfeld geraten. Heutige Betriebsformen fordern zudem ein Kaufkraftpotenzial, das weit über den Nahbereich des jeweiligen Betriebes hinausgeht. Das Nahversorgungsnetz weist deshalb heute schon Lücken und Fehlallokationen auf, die im Zuge des demographischen Wandels vielerorts erst noch zum Problem werden.

Die IHK diskutiert mit

Die IHK fördert die Diskussion zwischen den Projektentwicklern des Einzelhandels und den Gemeinden, zwischen Politik und Verwaltung in den Gemeinden und zwischen den Gemeinden bei überörtlichen Vorhaben. Durch die Einbindung der IHK bei der Erstellung und Abstimmung sogenannter Einzelhandels- und Zentrenkonzepte und mit ihren Stellungnahmen im Rahmen der formellen Planungs- und Genehmigungsverfahren ist sie in der Lage,  die handelnden Akteure zu beraten.

Die IHK tritt ein für

• eine verträgliche Steuerung des großflächigen Einzelhandels im Sinne der Weiterentwicklungsfähigkeit der meist historisch gewachsenen, lebendigen und durch Vielfalt geprägten Stadt- und Ortsteilzentren („Zentrale Versorgungsbereiche“),
• den Wettbewerb um verträgliche Einzelhandelsstandorte im Sinne des Erhalts der Entwicklungsfähigkeit der zentralen Versorgungsbereiche, eines funktionsfähigen Nahversorgungsnetzes, der Weiterentwicklung bestehender Sonderstandorte von Einzelhandelsbetrieben mit nicht-zentrenrelevanten Sortimenten vor der Inanspruchnahme neuer, nicht-integrierter Flächen sowie der Vorhaltung ausreichender Gewerbeflächen für produzierende Gewerbebetriebe.
• die Erstellung gemeindlicher Einzelhandels- und Zentrenkonzepte und deren planungsrechtlicher Umsetzung als unverzichtbarer Beitrag zur Planungssicherheit von Projektentwicklern des Einzelhandels.

Handelsreport OWL 2014

Knapp 1.500 Einzelhandelsbetriebe ab einer Größe von 500 Quadratmetern existieren in Ostwestfalen-Lippe. Gemeinsam bieten sie eine Gesamtverkaufsfläche von mehr als 2,5 Millionen Quadratmeter ergeben. Davon entfallen allein rund 900.000 Quadratmeter auf das Sortiment Nahrungs- und Genussmittel. Das geht aus dem Handelsreport OWL 2014 hervor, den die Industrie- und Handelskammern (IHK) Ostwestfalen zu Bielefeld und Lippe zu Detmold sowie der Handelsverband Ostwestfalen-Lippe e. V. erstmals herausgegeben haben.

In dem Werk werden die aktuellen Strukturen und wesentlichen Kennzahlen des Einzelhandels in Ostwestfalen-Lippe aufgezeigt. Darüber hinaus soll der Handelsreport der Diskussion und Auseinandersetzung mit der Einzelhandelsentwicklung in OWL dienen. 

Der Handelsreport OWL 2014 steht Ihnen als Online-Magazin zum Durchblättern zur Verfügung. Per Klick auf das Titelbild öffnet sich das Magazin in einem neuen Fenster. Dort kann der Handelsreport auch als PDF-Datei heruntergeladen werden, zudem können Sie einzelne Seiten oder auch den vollständigen Report als E-Mail versenden.