Berufszulassungsvoraussetzungen für Versicherungsvermittler und –berater Sachkundeprüfung nach § 34 d/e GewO

Mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Neuregelung des Versicherungsvermittlerrechts im Jahr 2007 wurde eine Erlaubnis- und Registrierungspflicht für Versicherungsvermittler und –berater eingeführt. Damit dürfen Versicherungsvermittler nur noch selbständig tätig werden, wenn sie gegenüber der IHK als zuständige Erlaubnis- und Registerbehörde ihre Zuverlässigkeit, ihre Sachkunde und das Bestehen einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung nachgewiesen haben. In diesem Verfahren kann die Sachkunde durch eine bei einer IHK abgelegten Sachkundeprüfung nachgewiesen werden.

Die Prüfungsgebühr beträgt 300,00 Euro. Genaue AGBs mit Angaben zu den Stornobedingungen erhalten Sie mit der Anmeldebestätigung. Aus gegebenem Anlass weisen wir darauf hin, dass Bildungsschecks nicht auf die Prüfungsgebühr angerechnet werden können.

Um eine bundeseinheitliche Prüfung von Teilnehmern aus unterschiedlichen Versicherungsgesellschaften zu ermöglichen, wurde als Grundlage für den schriftlichen Teil der Prüfung „Geprüfter Versicherungsfachmann/-frau IHK" das Muster-Bedingungswerk "Proximus Versicherung" entwickelt. Für die Prüfungen ab Januar 2016 gilt die dritte Auflage „Bedingungswerk 3 - Proximus Versicherung", die beim Verlag Versicherungswirtschaft (VVW) gegen eine Schutzgebühr bezogen werden kann. Soweit den Prüfungsaufgaben keine anderen Informationsquellen beigefügt sind, ist bei der Bearbeitung der Aufgaben dieses Bedingungswerk zugrunde zu legen.

Wer ist vom Nachweis der Sachkunde befreit?

Der grundsätzlich erforderliche Sachkundenachweis durch eine Prüfung bei der zuständigen IHK entfällt für Vermittler und Berater wenn:

  • keine Erlaubnis- und Registrierungspflicht besteht
  • eine Befreiung von der Erlaubnispflicht durch bestandskräftigen Bescheid vorliegt
  • ein Versicherungsunternehmen für einen gebundenen Vermittler die Haftung übernimmt
  • seit dem 31.08.2000 eine ununterbrochene selbständige oder unselbständige Tätigkeit als Versicherungsvermittler oder –berater vorliegt

Bitte beachten Sie: Die erforderliche Sachkunde bzw. Berufsqualifikation muss nicht zwingend durch den Antragssteller selbst erbracht werden, sondern es reicht aus, wenn der Nachweis durch eine „angemessene Zahl“ von beim Antragssteller beschäftigten natürlichen Personen erbracht wird, sofern diesen die Aufsicht über die unmittelbar mit der Versicherungsvermittlung befassten Personen übertragen ist und sie den Antragssteller vertreten dürfen. Eine Vertretungsberechtigung gemäß § 49 HGB (Prokura) oder § 54 HGB (Handlungsvollmacht) reicht aus.

Welche Berufsqualifikationen stehen einer erfolgreichen Sachkundeprüfung gleich?

1. Abschlusszeugnis

a) eines Studiums der Rechtswissenschaft,

b) eines betriebswirtschaftlichen Studiengangs der Fachrichtung Versicherungen (Hochschulabschluss oder gleichwertiger Abschluss)

c) als Versicherungskaufmann oder -frau oder Kaufmann oder -frau für Versicherungen und Finanzen,

d) als Versicherungsfachwirt oder -wirtin,

e) als Fachwirt oder -wirtin für Finanzberatung (IHK)

 

2. Abschlusszeugnis

a) als Fachberater oder -beraterin für Finanzdienstleistungen (IHK), wenn eine abgeschlossene Ausbildung als Bank- oder Sparkassenkaufmann oder -frau oder

b) als Fachberater oder -beraterin für Finanzdienstleistungen (IHK), wenn eine abgeschlossene allgemeine kaufmännische Ausbildung oder

c) als Finanzfachwirt (FH), wenn ein abgeschlossenes weiterbildendes Zertifikatsstudium an einer deutschen Hochschule

und eine mindestens einjährige Berufserfahrung im Bereich Versicherungsvermittlung oder -beratung vorliegen;

 

3. Abschlusszeugnis

a) als Bank- oder Sparkassenkaufmann oder -frau oder

b) als Investmentfondskaufmann oder -frau,

c) als Fachberater oder -beraterin für Finanzdienstleistungen (IHK),

wenn zusätzlich eine mindestens zweijährige Berufserfahrung im Bereich Versicherungsvermittlung oder -beratung vorliegt.

 

Der Bankfachwirt ist nach Auskunft des Bundeswirtschaftsministeriums bewusst nicht in die Vorschrift aufgenommen worden. Der Anteil der versicherungsfachlichen Grundlagen sei hier nicht in dem Maße gegeben, wie dies bei den übrigen Berufsqualifikationen gemäß § 4 Abs. 1 der VersVermV der Fall ist.

 

Nach § 4 Abs. 2 VersVermV wird auch eine erfolgreich ein Studium an einer Hochschule oder Berufsakademie abschließende Prüfung als Nachweis anerkannt, wenn die erforderliche Sachkunde beim Antragsteller vorliegt. Dies setzt in der Regel voraus, dass zusätzlich eine mindestens dreijährige Berufserfahrung im Bereich Versicherungsvermittlung nachgewiesen wird.

Ansprechpartner

Termine zur Sachkundeprüfung

Für die Prüfung zum/zur Versicherungsfachmann/-frau IHK stehen in den Jahren 2017/2018 folgende Termine zur Auswahl:

  • 01./02.03.2018
  • 05./06.04.2018
  • 07./08.06.2018
  • 13./14.09.2018
  • 11./12.10.2018
  • 08./09.11.2018

Wichtig: Anmeldeschluss ist jeweils 25 Kalendertage vor diesen Terminen.

Eine gegebenenfalls erforderliche Sachkundeprüfung zur/zum „Geprüften Versicherungsfachmann/-frau IHK“ wird durch die IHK Ostwestfalen zu Bielefeld durchgeführt. Informationen zur Anmeldung und Terminen finden Sie unter folgendem Link: