Wirtschaftsspionage

Wirtschaftsspionage meint die Ausforschung der Wirtschaft durch staatliche Nachrichtendienste. Von Industrie- oder Konkurrenzspionage spricht man hingegen, wenn die Ausforschung durch Private erfolgt. Neben den klassischen Methoden der Spionage wie etwa der Informationsbeschaffung durch Personen oder das Abhören von Räumen, erfolgen Wirtschafts- und Industriespionage in großem Umfang über Spähsoftware und das Internet. 

Wirtschaftsspionage ist die staatlich gelenkte oder gestützte, von fremden Nachrichtendiensten ausgehende Ausforschung im Zielbereich Wirtschaft. Von Konkurrenzspionage bzw. Industriespionage spricht man bei der illegale Beschaffung von Know-how und Waren durch konkurrierende Unternehmen.

In einer wissensbasierten und kapitalintensiven Wirtschaft greift Wirt-schaftsspionage einen der zentralen Wettbewerbsfaktoren das Know-how der Unternehmen an und stellt damit eine Gefährdung für das Wirtschaftsmodell der einzelnen Unternehmen und der Wirtschaft insgesamt dar. Nicht erst seit der jüngsten Berichterstattung hat das Thema bei den Unternehmen daher eine hohe Priorität. 

Das Bundeskriminalamt schätzt, dass täglich etwa 30.000 Cyberangriffe auf Unternehmen in Deutschland erfolgen. Allein durch Produkt- und Markenpiraterie entsteht nach Schätzungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) ein volkswirtschaftlicher Schaden für Deutschland von etwa 50 Milliarden Euro im Jahr. Damit entfallen je nach Berechnung 5 bis 10 Prozent des Welthandels auf Plagiate oder Fälschungen. Der Ursprung der Wirtschaftsspionage bleibt für das einzelne Unternehmen letztlich kaum nachvollziehbar. Schätzungen zur Folge kommen letztlich zwei Drittel aller Fälschungen aus China oder Hongkong.