Wirtschaftskriminalität

Unter dem Begriff „Wirtschaftskriminalität“ wird eine Vielzahl von Straftaten zusammengefasst, durch die Unternehmen, aber auch der Staat oder Privatpersonen geschädigt werden. In den Jahren seit 2008 erfassten die Polizeibehörden in der Bundesrepublik durchschnittlich etwa 90.000 Delikte der Wirtschaftskriminalität jährlich. Die Dunkelziffer dürfte wesentlich höher liegen. Unternehmen können sich durch organisatorische Maßnahmen schützen. 

Wirtschaftskriminalität ist gesetzlich nicht definiert. Die Polizei versteht hierunter alle Straftaten, für die nach den Vorschriften des Gerichtsverfassungsgesetzes (§ 74c GVG) die Wirtschaftstrafkammer zuständig ist. Das sind unter anderem Betrug, Untreue, Unterschlagung, Geldwäsche, Insolvenzdelikte, Korruptionsdelikte, Umweltdelikte, Wettbewerbsdelikte sowie Anlage- und Finanzierungsdelikte.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für 2012 weist bundesweit insgesamt 81.793 Fälle von Wirtschaftskriminalität aus. Es ist jedoch von einer Dunkelziffer von nicht erfassten Straftaten auszugehen. Damit betrug der Anteil der Wirtschaftskriminalität an den insgesamt polizeilich bekannt gewordenen Straftaten etwa 1,4 Prozent. Allerdings erreichten die durch Wirtschaftskriminalität verursachten Schäden etwa die Hälfte des durch die Gesamtkriminalität erfassbaren verursachten Schadens. Der von der Polizei als durch wirtschaftskriminelle Handlungen verursachte materielle Gesamtschaden betrug 2012 etwa 3,75 Milliarden Euro.

Bei der Bewertung des durch Wirtschaftskriminalität drohenden Schadenspotentials, kommt insbesondere den nicht erfassbaren und quantifizierbaren immateriellen eine besondere Bedeutung zu. Dies sind beispielsweise: 

  • Reputationsverluste
  • Wettbewerbsverzerrungen durch Wettbewerbsvorteile des Straftäters
  • Verlust des Vertrauens in die Funktionsfähigkeit der Wirtschaftsordnung 
  • Schäden an Gesundheit und Umwelt infolge von Verstößen gegen Umweltstrafrecht, Markenrecht, Arbeitsschutz sowie Lebens- und Arzneimittelrecht 

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