Merkblätter: Relevante Informationen für Finanzanlagenvermittler und Honorar-Finanzanlagneberater

Die Vermittlung oder Beratung von bzw. über Finanzanlagen ist ein erlaubnispflichtiges Gewerbe. Nach den §§ 34f oder 34h GewO wird die dementsprechende Erlaubnis in drei Teilbereiche unterteilt. Für jeden einzelnen Teilbereich kann eine separate Erlaubnis oder eine Gesamt-Erlaubnis für alle Teilbereiche beantragt werden. Angestellte, die direkt bei der Beratung und Vermittlung von Finanzanlagen mitwirken, müssen ebenso über einen Sachkundenachweis verfügen und zuverlässig sein.

 

Die drei Teilbereiche gliedern sich in: 

  • Nr.1: Anteile oder Aktien an inländischen offenen Investmentvermögen, offenen EU-Investmentvermögen oder ausländischen offenen Investmentvermögen, die nach dem Kapitalanlagegesetzbuch vertrieben werden dürfen,
     
  • Nr.2: Anteile oder Aktien an inländischen geschlossenen Investmentvermögen, geschlossenen EU-Investmentvermögen oder ausländischen geschlossenen In-vestmentvermögen, die nach dem Kapitalanlagegesetzbuch vertrieben werden dürfen
     
  • Nr.3: Vermögensanlagen im Sinne des § 1 Abs. 2 des Vermögensanlagengesetzes

  

Welche Voraussetzungen sind für die Erlaubnis nach § 34f GewO oder nach § 34h GewO zu erfüllen?

  • Persönliche Zuverlässigkeit 
    Ein polizeiliches Führungszeugnis zur Vorlage bei einer Behörde und ein Auszug aus dem Gewerbezentralregister sind vorzulegen.
     
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  • Geordnete Vermögensverhältnisse
  • Nachweis, dass gegen den Antragsteller kein laufendes Insolvenzverfahren anhängig ist und kein Eintrag im Schuldnerverzeichnis vorliegt.
      
  • Berufshaftpflichtversicherung 
    Das Bestehen einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung lt. gesetzlicher Vorgabe ist zu dokumentieren. Je nach beantragtem Produktbereich bzw. der Erlaubnis für den gesamten § 34 f GewO oder 34h GewO wird die Absicherung differenziert werden.
     
  • Kenntnisse und Fertigkeiten 
    Fachkenntnisse werden durch den Nachweis bestimmter Ausbildungsgänge nebst Praxiserfahrung oder durch das Ablegen einer Sachkundeprüfung nachgewiesen.

 

Auf welche Weise können Sie Ihre Sachkunde nachweisen?

  • Sachkundeprüfung: 
  • Für die Sachkundeprüfung ist die Industrie- und Handelskammern zuständig. Der  Prüfling kann bei jeder IHK zur Sachkundeprüfung antreten, soweit diese die Sachkundeprüfung anbietet. Die Sachkundeprüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil. 

    Ausnahmen für Inhaber von § 34d oder § 34e GewO-Erlaubnissen 
    Wer bereits eine Versicherungsvermittlererlaubnis gem. § 34d GewO oder eine  Versicherungsberatererlaubnis gem. § 34e GewO besitzt und keine der neuen Sachkundeprüfung gleichgestellten Berufsabschlüsse nachweisen kann, hat die Möglichkeit, von dem praktischen Prüfungsteil der Sachkundeprüfung befreit zu werden. Es ist lediglich der theoretische Teil der Prüfung abzulegen. Dies gilt jedoch nur für eine auf die Kategorie Investmentvermögen beschränkte Prüfung

  • gleichgestellte Bildungsabschlüsse:
  • Zudem werden einige Berufsqualifikationen, wie z. B.  Fachwirt/–wirtin für Versicherungen und Finanzen (IHK), als Nachweis der erforderlichen Sachkunde anerkannt. Weitere anerkannte Bildungsabschlüsse finden Sie in unserer Checkliste.

       

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