IHK: Neues Angebot für Digitalisierung in der Beruflichen Bildung

Stellten die neue Zusatzqualifikation „Digitale Fertigungsprozesse“ vor: Andre Wilms, Standortleiter Nord (Bielefeld) der Nachwuchsstiftung Maschinenbau, Dr. Reinhold Festge, Past-Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA), Carsten Taudt, Geschäftsbereichsleiter Berufsbildung der IHK Nord Westfalen in Münster, Peter Bole, Leiter der Nachwuchsstiftung Maschinenbau, Swen Binner, IHK-Geschäftsführer Berufliche Bildung der IHK Ostwestfalen, Nikolai Kimbel, Projektleiter der Zusatzqualifikation | Digitale Fertigungsprozesse, Nachwuchsstiftung Maschinenbau, Michael Urhahne, Schulleiter des Berufskollegs Kreis Höxter / Schulstandort Brakel (v.l.) Foto: IHK Ostwestfalen
 26.03.2018  Ausbildung, Weiterbildung

 

Die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) hat mit der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen in Münster und der Nachwuchsstiftung Maschinenbau die neue Zusatzqualifikation "Digitale Fertigungsprozesse" für Auszubildende in gewerblich-technischen Ausbildungsberufen entwickelt. Die Qualifizierung besteht aus sieben Modulen, die in circa 200 Unterrichtsstunden seit kurzem an Berufskollegs vermittelt werden.

Die Qualifizierung wurde am 26.03.2018 in einem Pressegespräch in der IHK in Bielefeld vorgestellt. "Damit reagieren wir auf die zunehmende Digitalisierung in der industriellen Produktion, machen ein Angebot zur Steigerung der Attraktivität der gewerblich-technischen dualen Ausbildung und richten uns vor allem an ambitionierte Auszubildende", sagte dabei der Geschäftsführer Berufliche Bildung der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld, Swen Binner.

"Wir können zwar regional keine Ausbildungsberufe entwickeln, jedoch sogenannte Zusatzqualifikationen als Ergänzung für Auszubildende mit Prüfungsoptionen erlassen. Damit können wir zusätzlich zu den Ausbildungsberufen ein eigenes Zertifikat für digitale Fertigungsprozesse vergeben", so Binner. Die IHK begrüße diese Flexibilität und habe damit bereits bei Zusatzqualifikationen für Fremdsprachen sowie EU-Qualifikationen gute Erfahrungen gemacht.

Der Past-Präsident des VDMA, Dr. Reinhold Festge, erläuterte, dass die Veränderungen in der Arbeitswelt und auch in der beruflichen Bildung durch Industrie 4.0 bereits deutlich erkennbar seien. "Ich freue mich, dass wir mit der Nachwuchsstiftung, den IHKs und den regionalen Unternehmen mit dieser Qualifikation ein zukunftsweisendes Projekt für die berufliche Bildung auf den Weg gebracht haben. Insbesondere die kleinen und mittelständischen Unternehmen sind einem hohen Innovationsdruck ausgesetzt und benötigen hoch qualifizierte Fachkräfte, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten", unterstrich Festge.

Als Kooperationspartner fungiert zudem die IHK Nord Westfalen in Münster. Auch in diesem IHK-Bezirk wird nach Worten des Münsteraner Geschäftsbereichsleiters Berufsbildung, Carsten Taudt, das Zertifikat ab sofort angeboten: "Die neue, umfassende Zusatzqualifikation verschafft den Betrieben in unserer Region einen entscheidenden Vorsprung bei der Umstellung der Produktionsprozesse. Sie ergänzt regional die bundesweiten Regelungen für die Metall- und Elektroberufe, bei denen ab Sommer 2018 Aspekte der Digitalisierung wie 3D-Druck-Fertigungsverfahren oder IT-gestützte Anlagenänderung als einzelne Zusatzqualifikationen aufgegriffen werden."

Für Peter Bole, Leiter der Nachwuchsstiftung Maschinenbau, ist eine nachhaltige Nachwuchsentwicklung der Schlüssel für den Unternehmenserfolg: "Aufgrund der hohen Nachfrage der Unternehmen nach einer Zusatzqualifikation planen wir derzeit auch eine Übertragung des Modellprojektes auf ganz Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus."

Nikolai Kimbel ist als Projektleiter an der Vorbereitung und Umsetzung der Zusatzqualifikation für die Nachwuchsstiftung Maschinenbau maßgeblich beteiligt. Er betonte, dass sie jungen Menschen die Möglichkeit gäbe, sich entlang der Wertschöpfungskette die Prozesse einer Smart Factory zu erarbeiten: "Damit können sie sich einzigartiges Fachwissen für die zukünftigen Veränderungen im Sinne von Industrie 4.0 aneignen."

Die Qualifikation wird bereits am Berufskolleg des Kreises Höxter angeboten. Schulleiter Michael Urhahne: "Durch sie ist die Zusammenarbeit zwischen den Berufskollegs im Kreis Höxter und dem Carl Miele Berufskolleg in Gütersloh intensiviert worden. Insbesondere wurden die grundlegenden Fertigkeiten und Fähigkeiten im Umgang mit der Informatisierung und der Vernetzung der Produktion durch die gemeinsame Entwicklung von acht Modulen - Lernszenarien aus dem Themenfeld der Digitalisierung - erheblich erweitert und innovativ für die duale Ausbildung umgesetzt".

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Der Ausbau der Windkraft und Photovoltaik (PV) ist in Deutschland gut vorangekommen. Der für den Wechsel auf erneuerbare Stromquellen ebenfalls erforderliche Ausbau der Stromnetze stockt allerdings. Schon jetzt gibt es erhebliche Engpässe im Stromnetz - insbesondere bei der weiträumigen Übertragung von Strom. Die Folge sind hohe und steigende Kosten zur Stabilisierung des Netzes: Im Jahr 2017 waren es bereits 1,4 Mrd. Euro - zu Lasten von Unternehmen und Verbrauchern.

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