Handel und Dienstleistungsbranchen bleiben auf Erfolgskurs

Die Kurve zeigt nach oben: Präsentierten die Konjunkturdaten für den Handel und die Dienstleister, Harald Grefe, stv. IHK-Hauptgeschäftsführer, Rainer Döring, IHK-Vizepräsident, Oliver Flaskämper, Vorstandsmitglied des IHK-Dienstleisterausschusses, Marco Rieso, IHK-Referatsleiter und Thomas Niehoff, IHK-Hauptgeschäftsführer.
 04.10.2017  Standortpolitik

IHK-Konjunkturumfrage Herbst 2017:

Die sehr positive Stimmung aus dem Frühjahr setzt sich beim Handel und überwiegend auch bei den Dienstleistern fort. Zu diesem Ergebnis kommt die Herbstkonjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK). Insgesamt 1.300 Unternehmen mit 65.813 Beschäftigten haben sich daran beteiligt.

"Der Konjunkturklimaindikator, der die momentane Lageeinschätzung der Betriebe mit ihren Erwartungen in Relation setzt, ist für den Handel von 135 auf 142 nochmals gestiegen, der Wert für die Dienstleistungsbranche ist von 131 auf 126 Punkte leicht gefallen", erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Niehoff am 04.10.2017 bei der Ergebnispräsentation in Bielefeld.

"Die Handelskonjunktur verläuft auf einem Spitzenniveau", berichtete Rainer Döring, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Handelsausschusses. 93 Prozent der Befragten sprächen von einer guten beziehungsweise befriedigenden aktuellen Geschäftslage. Deutlich positive Erwartungen habe der Handel auch an die kommenden zwölf Monate, denn 30 Prozent rechneten mit einer besseren, lediglich acht Prozent mit einer schlechteren Lage.

Der Handel will weiterhin von den guten Rahmenbedingungen wie ein hohes Beschäftigungsniveau und niedrigen Zinsen profitieren. Beides wirke sich positiv auf das Konsumverhalten aus. "Auch die Erträge sind sowohl im Einzel- wie auch im Großhandel gut, ebenso die Ertragserwartungen", erläuterte Döring. Allerdings seien im KFZ-Handel die Erwartungen wegen der Diskussionen um den Diesel und Fahrverbote etwas eingetrübt.

Darüber hinaus habe das Fachkräftethema den Handel im Griff: Die Branche suche dringend Mitarbeiter und will Personal aufstocken. "Der Fachkräftemangel ist deutlich in den Fokus gerückt und zum zweiten Mal das größte Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung", so Döring. Jedes zweite Unternehmen im Einzel-, Groß- und Kfz-Handel sehe darin ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung. Jeweils ein Drittel der Einzel- und Kfz-Händler sowie knapp die Hälfte der Großhändler verfügten aktuell über mehr als eine offene Stelle.

"Die Konjunktur der Dienstleister in Ostwestfalen boomt", hob Oliver Flaskämper hervor, Mitglied der IHK-Vollversammlung und Vorstandsmitglied des IHK-Dienstleisterausschusses. Die gegenwärtige Geschäftslage sei auf Spitzenniveau geblieben: 51 Prozent der Befragten bezeichneten die aktuelle Lage als gut, nur drei Prozent als schlecht.

"Auch die Erwartungen der Betriebe für die kommenden zwölf Monate bleiben ausgesprochen optimistisch", freute sich Flaskämper. 31 Prozent gingen von einer besseren Geschäftslage aus, 63 Prozent von einer gleichbleibenden und lediglich sechs Prozent von einer schlechteren Lage. "Das Kreditgewerbe ist aktuell die einzige Branche, die die Aussichten negativ einschätzt", sagte das IHK-Vollversammlungsmitglied.

Auch bei den Dienstleistern spitze sich der Fachkräftemangel weiter zu und wirke als begrenzender Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung. Über alle Dienstleistungsbranchen hinweg sehen 56 Prozent der Unternehmen den Mangel an Fachpersonal als das größte Risiko an. "Den höchsten Bedarf gibt es bei den Zeitarbeitsfirmen, im Güterkraftverkehr sowie im Gesundheitswesen", erklärte Flaskämper. Hinter dem Fachkräftemangel fielen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (37 Prozent) und die Entwicklung der Arbeitskosten (36 Prozent) als Risiko deutlich ab.

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