Händler und Dienstleister: Geschäfte laufen aktuell rund, Erwartungen sind etwas zurückhaltender

Präsentierten gute Umfrageergebnisse bei Handel und Dienstleistungen: von links der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Harald Grefe, Holger Piening hervor (IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Dienstleisterausschusses), Rainer Döring (Vorsitzender des IHK-Handelsausschusses) und Marco Rieso (Leiter des IHK-Referats Handel und Dienstleistung).
 05.10.2018  Standortpolitik

IHK-Konjunkturumfrage Herbst 2018 bei Händlern und Dienstleistern: Geschäfte laufen aktuell rund, Erwartungen sind etwas zurückhaltender

Die Geschäfte im Handel und in den Dienstleistungsbranchen laufen aktuell rund, die Erwartungen sind allerdings etwas zurückhaltender. Zu diesem Ergebnis kommt die Herbstkonjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK). Insgesamt 1.196 Unternehmen mit 59.576 Beschäftigten haben sich daran beteiligt. „Der Konjunkturklimaindikator, der die momentane Lageeinschätzung der Betriebe mit ihren Erwartungen in Relation setzt, ist sowohl für den Handel von 139 auf 136 leicht gesunken als auch für die Dienstleistungsbranche von 129 auf 128 Punkte“, erklärte der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Harald Grefe bei der Ergebnispräsentation in Bielefeld.

„Das hohe Niveau der aktuellen Geschäftslage im Handel hält an“, betonte Rainer Döring, Vorsitzender des IHK-Handelsausschusses. 47 Prozent sprächen von einer guten, nur neun Prozent von einer schlechten Geschäftslage. Der Saldo aus guter und schlechter Geschäftslage sei mit +38 weiterhin deutlich positiv (Frühjahr 2018: +39). Die Schere zwischen aktueller und erwarteter Geschäftslage öffne sich aber, die Erwartungen blieben trotzdem positiv: 26 Prozent rechneten mit einer besseren, 63 Prozent mit einer gleichbleibenden Geschäftslage. Während im Großhandel die aktuelle Lage und die Erwartungen noch ähnlich positiv wie im Frühjahr bewertet würden, könne der Einzelhandel das hohe Niveau vom Frühjahr nicht halten. „Der heiße Sommer war für Bekleidung und Möbel nicht verkaufsfördernd“, erläuterte Döring.

Auch die Ertragslage im Einzelhandel sei aktuell leicht rückläufig, ebenso die Ertragserwartungen. Der Fachkräftemangel werde im gesamten Handel erneut als das größte Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung angesehen. Die Entwicklung der Arbeitskosten und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen hätten die Frage nach der Entwicklung der Inlandsnachfrage mittlerweile überholt. Trotz der negativeren Erwartungen plane der Handel in seinen einzelnen Branchen weiter Personal einzustellen. „Das ist erfreulich“, sagte der IHK-Handelsausschussvorsitzende.

„In den Chefetagen der Dienstleistungsbranchen herrscht eine ausgesprochen gute Stimmung“, hob Holger Piening hervor, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Dienstleisterausschusses. „Die aktuelle Lage und die Erträge sind erfreulich. Bei den Erwartungen ist eine gewisse Zurückhaltung zu erkennen. Man darf jedoch nicht vergessen, von welch hohem Niveau die Dienstleister kommen“. Die aktuelle Lage befinde sich erneut auf einem Top-Niveau, denn 95 Prozent sprächen von einer guten beziehungsweise befriedigenden Geschäftslage, nur fünf Prozent von einer schlechten. Allerdings öffne sich die Schere bei den Erwartungen auch bei den Dienstleistern ein wenig, denn 30 Prozent der Dienstleister erwarten eine bessere Geschäftslage (Frühjahr: 33 Prozent), neun Prozent eine schlechtere (Frühjahr: acht Prozent).

Bis auf das Kreditgewerbe, das Personal abbauen will, planen alle anderen Dienstleistungsbranchen einen Personalaufbau, wobei im IT-Bereich und im Gesundheitswesen der höchste Personalbedarf bestehe. Demgegenüber wird der Fachkräftemangel als das größte Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung eingestuft. „Mit 95 Prozent an Nennungen ist der Güterkraftverkehr hierbei Spitzenreiter“, berichtete Piening. Darüber hinaus beurteilten die Dienstleister das Thema Bürokratie und damit verbunden die Datenschutzgrundverordnung sowie Steuern als deutlich risikobehaftete wirtschaftliche Rahmenbedingungen.

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Seit den 90er-Jahren treibt die Europäische Union (EU) das Ziel eines europäischen Binnenmarktes für Strom voran. Viel wurde bereits erreicht. So wird Elektrizität längst über die Ländergrenzen hinweg gehandelt und über das europäische Verbundnetz transportiert. Für Deutschland und seine Unternehmen ergeben sich hieraus zahlreiche Vorteile, insbesondere für eine wirtschaftlich effiziente Umsetzung der Energiewende. Zeitweise wird dank erneuerbarer Energien in Deutschland mehr Strom produziert als verbraucht. Diese „Überschüsse“ können über den Strombinnenmarkt an die europäischen Nachbarn verkauft werden. Umgekehrt importiert Deutschland Strom, wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht bläst. 

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