Energie-Scouts OWL: Auszubildende für Projekte ausgezeichnet

Preisträger, Juroren und Organisatoren des Energie-Scouts OWL-Projekts 2018. Foto: IHK
 16.11.2018  Umwelt, Innovation

"Einsparpotenziale von rund 450.000 Euro haben die Energie-Scouts in diesem Jahr in ihren Firmen entdeckt. Vieles davon wurde auch bereits umgesetzt, dazu kann ich alle Teams nur beglückwünschen", betonte Dr. Friedrich-Wilhelm Hillbrand, Vorsitzender des Umweltausschusses der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK), bei der Preisverleihung "Energie-Scouts OWL 2018". 24 Auszubildenden-Teams präsentierten am 16.11.2018 ihre Projekte in der IHK in Bielefeld im Rahmen einer Ausstellung im Foyer.

Drei Teams wurden für ihre besonders vorbildlichen Projekte mit Preisen ausgezeichnet, dabei gab es erstmals zwei erste Plätze. Die mit jeweils 1.000 Euro dotierten ersten Preise erhielten die Teams von der decor metall GmbH (Bad Salzuflen) und von der BOGE KOMPRESSOREN Otto Boge GmbH & Co. KG (Bielefeld). Beide Teams waren mit Projekten zur Ressourceneffizienz erfolgreich.

Evelyn Paustjan, Lisa Lassnig, Matthias Janzen und Mike Delker von decor metall GmbH beschäftigten sich mit der Vermeidung von Kunststoffabfällen. Mit dem Projekt "Kartonschredder frisst Flo-Pack Folie" ersetzten sie erfolgreich Kunststofffolien durch geschredderte Kartonagen als Füllmaterial für die Verpackung. Hierzu wurden unter anderem Tests bei Kunden und Recherchen bei anderen Unternehmen durchgeführt. Das Team hat die eigenen Mitarbeiter miteinbezogen und konnte eigenen Angaben nach auch Kritiker im eigenen Unternehmen überzeugen. Einsparungen von knapp 9.000 Euro bereits im ersten Jahr überzeugten ebenso wie der beispielhafte Beitrag zum Megathema "Vermeidung von Plastikmüll".

Kein Plastik, aber jede Menge Kartonverpackungen sparten die Auszubildenden Eugen Dürksen, Tobias Mechsner, Marilena Oberhaus und Marvin Vortmeier von der BOGE KOMPRESSOREN Otto Boge GmbH & Co. KG aus Bielefeld ein. Die vier Azubis konnten mit ihrem Projekt "PAPP it down!" jährliche Einsparungen von über 130.000 Euro erreichen. Durch eine Änderung des Verpackungsmaterials bei vielen zugelieferten Teilen konnte die Verschwendung von aufwändig bedruckten Verpackungen um über 80 Prozent reduziert werden. Eine ähnliche Vorgehensweise bei anderen Teilen wird noch geprüft. Der Jury gefiel vor allem die sehr ganzheitliche und systematische Prozessbetrachtung.

Den dritten Preis (500 Euro) erhielten Matthias Ewe, Ricardo Hardt, Manfred Kruse und Celine Plöger von der JENZ GmbH aus Petershagen. Das Team war erfolgreich mit der "Reduzierung der CO₂-Emissionen bei der Endabnahme" von sogenannten "Biomasseaufbereitern". Bei einigen Maschinentypen ist bislang für die Endabnahme ein mit Diesel betriebener Schlepper notwendig. Die erforderliche hohe Arbeitsdrehzahl führt dabei sowohl zu einem erhöhten Dieselverbrauch als auch zu einem erhöhten CO2-Ausstoß. Das Team beschäftigte sich mit dem Ersatz durch einen Elektromotor. Aufgrund des hohen Erneuerbare Energie-Anteils bei Jenz ist ein Elektromotor dabei besonders CO2-sparend. Eine Substitution von Diesel durch Strom würde den CO2-Ausstoß um 100 Prozent reduzieren und jedes Jahr gut 2.600 Euro einsparen.

Die Industrie- und Handelskammern Lippe und Ostwestfalen bieten die Qualifizierung zum "Energie-Scout" für Auszubildende im Rahmen der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz an - ein gemeinsames Projekt von Bundesumweltministerium, Bundeswirtschaftsministerium, Deutschem Industrie- und Handelskammertag e. V. und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks. Die Teilnehmer werden für die Themen Energie- und Ressourceneffizienz zunächst sensibilisiert und geschult. Die Auszubildenden sollen dann als Energie-Scouts in ihren Ausbildungsbetrieben dazu beitragen, Energieeinsparpotenziale zu erkennen, zu dokumentieren und Verbesserungen anzuregen. In den bisherigen fünf Durchgängen haben sich OWL-weit über 550 Auszubildende zu Energie-Scouts qualifiziert.

Projekt "Energie-Scouts OWL 2018"

Initiatoren:
· IHK Ostwestfalen zu Bielefeld
· IHK Lippe zu Detmold
· Wirtschaftsjunioren in OWL

Kooperationspartner:
· Effizienz-Agentur NRW
· EnergieAgentur.NRW
· Energie Impuls OWL e.V.
· Das Projekt wird von den Sparkassen Bielefeld und Paderborn-Detmold finanziell unterstützt

Die Jury:
· Thomas Becker (Sparkasse Paderborn-Detmold)
· Matthias Carl (IHK Lippe zu Detmold)
· Martina Dekomien (Wirtschaftsjunioren Lippe e. V.)
· Klaus Meyer (Energie Impuls OWL e.V.)
· Frank Meyer zur Heide (DeTec GmbH)
· Gabriele Paßgang (Effizienz Agentur NRW)
· Arne Potthoff (IHK Ostwestfalen zu Bielefeld)
· Petra Schepsmeier (EnergieAgentur.NRW)

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Im Frühjahr 2018 hat die EU-Kommission die Richtlinie über unfaire Handelspraktiken ("Unfair Trading Practices", kurz UTP) auf den Weg gebracht. Ziel ist es, kleine und mittlere Lebensmittelproduzenten vor unfairen Vertragsbedingungen zu schützen, beispielsweise vor einer Rücknahmepflicht für verderbliche Lebensmittel. So sollen gerechte Bedingungen in den Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen der Versorgungskette geschaffen werden. Der Richtlinienentwurf umfasst eine sehr formalisierte Regulierung, die konkrete Vertragsklauseln verbietet. 

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