Die Wirtschaft in Ostwestfalen eilt von Rekord zu Rekord

Freuen sich über den langanhaltenden Aufschwung der Konjunktur in Ostwestfalen: IHK-Präsident Wolf D. Meier-Scheuven, IHK-Geschäftsführer Dr. Christoph von der Heiden, stv. IHK-Hauptgeschäftsführer Harald Grefe und IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Niehoff (v.l.) präsentierten die Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage Frühjahr 2018 für die Industrie.
 01.03.2018  Standortpolitik

IHK-Konjunkturumfrage Frühjahr 2018:

Ostwestfalens Wirtschaft ist mit Schwung ins neue Jahr gestartet und setzt den bereits lang anhaltenden Aufschwung fort. Zu diesem Ergebnis kommt die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) in der Auswertung ihrer Frühjahrskonjunkturumfrage, an der sich 1.667 Unternehmen mit 124.816 Beschäftigten aus Industrie, Handel und Dienstleistungen beteiligten. "Die Konjunktur schlägt derzeit alle Rekorde", betonte IHK-Präsident Wolf D. Meier-Scheuven am 01.03.2018 bei der Vorstellung der Ergebnisse.

Der Konjunkturklimaindikator, der die momentane Lageeinschätzung der Betriebe mit ihren Erwartungen in Relation setzt, ist für die gesamte Wirtschaft in Ostwestfalen - inklusive Handel und Dienstleistung - gegenüber dem Herbst von 137 auf aktuell 141 Punkte gestiegen. Nur für die Industrie stieg der Wert sogar von 141 auf 148 Punkte, dem höchsten Stand der vergangenen 20 Jahre. "An den Unsicherheiten auf der Welt hat sich nichts verändert, dennoch bleibt der Export weiterhin auch für die ostwestfälischen Unternehmen eine sehr wichtige Konjunkturstütze", erläuterte Meier-Scheuven.

69 Prozent der befragten Industriebetriebe bezeichnen ihre aktuelle Geschäftslage als "gut" (Herbst: 66 Prozent) und nur ein Prozent als "schlecht" (Herbst: vier Prozent). Die Erwartungen seien nochmals gestiegen: 35 Prozent der Firmen gehen von einer Verbesserung der Geschäftslage aus (Herbst: 28 Prozent), 60 Prozent rechnen mit einer gleichbleibenden Geschäftslage in den kommenden zwölf Monaten und - wie im Herbst - erwarten fünf Prozent eine Verschlechterung der Geschäftslage.

Der IHK-Präsident: "Die Industrieunternehmen beschreiben den Fachkräftemangel mittlerweile als das größte Risiko für die weitere Entwicklung. Haben im Herbst noch 47 Prozent den Fachkräftemangel als Konjunkturrisiko gesehen, sind es jetzt 68 Prozent. Die steigende Nachfrage nach Arbeitskräften zeigt sich auch in gestiegenen Arbeitskosten, die von 56 Prozent der Betriebe als drittgrößtes Risiko eingestuft werden."

Ebenfalls auf hohem Niveau blieben die Einschätzungen zur Entwicklung der Rohstoffpreise, die mit 61 Prozent (Herbst: 60 Prozent) als das zweitgrößte Risiko angesehen werden. "Trotz aller Risiken denken viele Betriebe über Personaleinstellungen nach und wollen ihre Investitionen steigern", berichtete Meier-Scheuven.

Die Politik in Deutschland sollte den konjunkturellen Schwung und die hohen Überschüsse in den öffentlichen Haushalten jetzt nutzen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland mittelfristig zu verbessern. "Es ist gefährlich, den guten Lauf der Wirtschaft und damit den derzeitigen Wohlstand in unserem Land als selbstverständlich zu betrachten. Der Verzicht auf eine Erhöhung der Steuern für Unternehmen, die im weltweiten Wettbewerb stehen, reicht bei weitem nicht aus", betonte der IHK-Präsident.

Nach Angaben von IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Niehoff stieg der Gesamtumsatz des Verarbeitenden Gewerbes 2017 in Ostwestfalen um 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf die neue Rekordsumme von 43,1 Milliarden Euro (NRW: +5,6 Prozent; Bund: +5,7 Prozent). Dabei nahmen sowohl die Inlandsumsätze (+3,9 Prozent) als auch die Auslandsumsätze (+8 Prozent) zu (NRW: Inland +5,1 Prozent, Ausland +6,3 Prozent; Bund: Inland +4,6 Prozent, Ausland +6,9 Prozent).

Die Exportquote beträgt aktuell 38,2 Prozent in Ostwestfalen. Die Zahl der Beschäftigten in der ostwestfälischen Wirtschaft in Industriebetrieben mit mehr als 50 Arbeitnehmern wuchs um 4,1 Prozent auf 161.557 an (NRW: +0,9 Prozent, Bund: +1,6 Prozent).

Die Ostwestfälische Wirtschaft - kurz OWi genannt - ist das Wirtschaftsmagazin für die starke Region Ostwestfalen. Blättern Sie hier online durch die aktuelle Ausgabe.

Weitere Informationen zur OWi finden Sie hier.

100 Milliarden Euro möchte die EU-Kommission in ihrem nächsten siebenjährigen EU-Haushaltsrahmen "Horizon Europe" (2021-2027) für Forschung und Innovation (FuI) ausgeben. Das sind 20 Milliarden mehr als im laufenden Haushaltsrahmen. Die Richtung stimmt. Aber ist es auch genug?

EU muss bei Investitionen in Forschung und Innovation spitze werden

Das nächste EU-Rahmenprogramm muss ein klares Zeichen für den Innovations- und Forschungsstandort Europa setzen. Denn die EU investiert mit knapp über zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) weniger in Forschung und Innovation als die direkten Wettbewerber USA, Südkorea, Japan oder China. Damit verfehlt sie das selbstgesteckte Ziel, drei Prozent des BIP in FuI zu investieren, deutlich. Andere Mitgliedstaaten sollten dem Beispiel Deutschlands folgen und ihre Ausgaben steigern, statt sie zurückzufahren.

Nachstehend finden Sie die vollständige Meldung: