Apotheken

Apotheken sind Gewerbebetriebe und erfüllen deshalb die Voraussetzungen für die IHK-Mitgliedschaft. Sie gehören darüber hinaus auch der Apothekerkammer an und werden daher nur mit 25 % ihres Gewerbeertrages zum Grundbeitrag und zur Umlage veranlagt. Sie zahlen in jedem Fall den Mindestgrundbeitrag nach der aktuellen IHK-Wirtschaftssatzung.

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Atypisch stille Gesellschaft und GmbH

Bei einer atypischen stillen Gesellschaft ist die "Stille" Gesellschaft im Gegensatz zu einer "normalen" stillen Gesellschaft nicht nur am Verlust und Gewinn des Unternehmens, sondern auch an den Vermögenswerten des Inhabers beteiligt. Die atypisch stille Gesellschaft wird als Mitunternehmergemeinschaft nach § 15 EStG angesehen und ist deshalb gewerbesteuerpflichtig und somit auch IHK-Mitglied.

Sowohl die atypisch stille Gesellschaft als auch das Unternehmen, an dem die Beteiligung besteht, sind deshalb beide eigenständige IHK-Mitglieder und damit zu IHK-Beiträgen heranzuziehen.

Im Normalfall muss die GmbH - wenn sich die atypisch stille Gesellschaft auf das ganze Handelsgeschäft bezieht und die GmbH keine eigenen Erträge erzielt - nur den Grundbeitrag und die atypisch stille Gesellschaft den Grundbeitrag und die Umlage leisten.

Wird durch das Finanzamt jedoch für die atypisch stille Gesellschaft ein Gewerbeertrag unter 5.200,- € festgesetzt, ist das Unternehmen für das entsprechende Jahr vom Beitrag freigestellt. Auch ist bei der Berechnung des Umlagebeitrages für die atypisch stille Gesellschaft von der Bemessungsgrundlage der Freibetrag gemäß § 3 Abs. 3 IHK-Gesetz zu kürzen.

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Ausländische Rechtsform, Ltd., S.L., SARL und Co.

Zur IHK Ostwestfalen zu Bielefeld gehören alle Unternehmen, die ihren Sitz oder eine Betriebsstätte im IHK-Bezirk Ostwestfalen haben und objektiv gewerbesteuerpflichtig sind. Dies gilt ebenso für ausländische Rechtsformen. Die Mitgliedsbeiträge werden ebenfalls aufgrund des von den Finanzämtern festgesetzten Gewerbeertrags bzw. Gewinns aus Gewerbebetrieb berechnet. Dabei ist es ohne Bedeutung, ob das Unternehmen in das deutsche Handelsregister eingetragen ist oder nicht (s. § 11 der Beitragsordnung der IHK Ostwestfalen).

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Betriebsstätten auswärtiger Unternehmen

Nach § 2 des IHK-Gesetz gehören alle Unternehmen, die im Bezirk der IHK eine Betriebsstätte im Sinne der §§ 12 oder 13 der Abgabenordnung unterhalten, der örtlichen IHK an. Als Betriebsstätten gelten alle festen örtlichen Anlagen oder Einrichtungen, wie z. B. Produktionsstätten, Stätten der Geschäftsleitung, Einkaufs-/Verkaufsstellen oder Warenlager. Unterhält ein Unternehmen mehrere unselbständige Betriebsstätten im Bezirk einer IHK, so besteht für dieses Unternehmen nur einmal die IHK-Mitgliedschaft. Die Beitragsveranlagung richtet sich nach § 3 des IHK-Gesetzes in Verbindung mit der jährlichen Wirtschaftssatzung der IHK. Danach werden ein gestaffelter Grundbeitrag sowie eine Umlage auf Grundlage des Gewerbeertrages erhoben. Es wird nur derjenige Anteil am Gewerbeertrag zugrunde gelegt, der entsprechend der Zerlegung durch das Finanzamt auf die im IHK-Bezirk gelegene(n) Betriebsstätte(n) entfällt. Den Beitragsbescheid erhält das Unternehmen am Hauptsitz.

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Freiberufler

Auch Kapitalgesellschaften, die oder deren sämtliche Gesellschafter vorwiegend einen freien Beruf ausüben und Beiträge an eine andere Kammer entrichten, unterliegen nach dem Gewerbesteuergesetz objektiv der Gewerbesteuerpflicht und sind damit IHK-Mitglied. Sie werden jedoch lediglich auf Grundlage von 10 % des festgesetzten Gewerbeertrages zum IHK-Beitrag veranlagt. Sie zahlen in jedem Fall den Mindestgrundbeitrag nach der aktuellen IHK-Wirtschaftssatzung.

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Haftende Kapitalgesellschaften

Kapitalgesellschaften, die ausschließlich die Funktion einer persönlich haftenden Gesellschaft in nicht mehr als einer, ebenfalls unserer IHK zugehörigen Personenhandelsgesellschaft ausüben, zahlen auf Antrag einen um 50 % ermäßigten Grundbeitrag (plus evtl. Umlage). Bei Personengesellschaften, die nicht Mitglied unserer IHK sind, kann für die haftende Kapitalgesellschaft keine Ermäßigung gewährt werden.

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Handwerker

Reine Handwerksunternehmen gehören ausschließlich der Handwerkskammer an.

Gemischt-gewerbliche Betriebe, das heißt Unternehmen, die sowohl eine handwerkliche als auch eine nichthandwerkliche Tätigkeit ausüben, sind Mitglieder beider Kammern. Die beiden Kammerorganisationen vereinbaren in diesen Fällen eine prozentuale Aufteilung der Mitgliedschaft, die sich am Verhältnis des Umsatzes des handwerklichen und nichthandwerklichen Betriebsteils orientiert. Grundbeitrag und Umlage berechnen sich dann nach dem anteiligen Gewerbeertrag. Gemischt-gewerbliche Betriebe sind jedoch nur dann beitragspflichtig zur IHK, wenn es sich um ein im Handels- oder Genossenschaftsregister eingetragenes Unternehmen handelt und der nichthandwerkliche Jahresumsatz 130.000,- € überschreitet.

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Land- und Forstwirtschaft | Binnenfischerei

Im Handelsregister eingetragene land- und forstwirtschaftliche Unternehmen sind nur dann IHK-Mitglieder, wenn diese Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§ 15 EStG) erzielen. Diese Gewerbesteuerpflicht entsteht durch steuerschädlichen Zukauf oder durch eine freiwillige Handelsregistereintragung oder bei Kapitalgesellschaften kraft Rechtsform. Das Finanzamt entscheidet im Rahmen der Steuerveranlagung über die Einkunftsart.  

Unternehmen, die oder deren sämtliche Gesellschafter Land- oder Forstwirtschaft auf einem im IHK-Bezirk gelegenen Grundstück betreiben und Beiträge an eine oder mehrere andere Kammern entrichten, werden nur mit 10 % der Bemessungsgrundlage zum IHK-Beitrag veranlagt. Das gilt auch für Betriebe der Binnenfischerei, soweit diese Fischfang in einem im IHK-Bezirk gelegenen Gewässer betreiben. Die Vergünstigung erhalten solche IHK-Mitglieder, deren Gewerbetätigkeit in den land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb/die Binnenfischerei integriert ist. Sofern aus Ihrer Sicht die Voraussetzungen für die prozentuale Ermäßigung der Bemessungsgrundlage vorliegen, teilen Sie uns dies bitte mit und legen uns die entsprechenden Nachweise vor. Sie zahlen in jedem Fall den Mindestgrundbeitrag nach der aktuellen IHK-Wirtschaftssatzung.

Wird das Gewerbe neben der eigentlichen Land- und Forstwirtschaft/Binnenfischerei ausgeübt und damit ein land-/forstwirtschaftsfremder Zweck verfolgt (z. B. Stromerzeugung durch Windkraft, Photovoltaik- oder Solaranlagen, Versicherungs-, Gaststätten- oder Lohnunternehmen), wird die Bemessungsgrundlage dagegen vollständig für die IHK-Beitragsberechnung herangezogen.

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Organschaften

Gewerbesteuerrechtliche Organgesellschaften sind, obwohl sie nach dem Gewerbesteuergesetz als Betriebsstätten des Organträgers gelten und damit kein selbständiges Gewerbesteuersubjekt darstellen, selbständiges IHK-Mitglied und damit zum IHK-Beitrag zu veranlagen.

Organgesellschaften werden, da der Gewerbeertrag dem Organträger angerechnet wird, ausschließlich zum Grundbeitrag veranlagt. Organträger werden auf Grundlage des für sie festgesetzten Gewerbeertrages bzw. des Zerlegungsanteils am Gewerbeertrag, zur Umlage und gegebenenfalls zum Grundbeitrag veranlagt. Ein Grundbeitrag wird beim Organträger nur dann erhoben, wenn der Organträger selbst eigene Betriebsstätten im IHK-Bezirk unterhält.

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Ruhende Kapitalgesellschaften

Kapitalgesellschaften unterliegen nach dem Gewerbesteuergesetz vom Zeitpunkt der Eintragung bis zur Löschung aus dem Handelsregister objektiv der Gewerbesteuerpflicht. Daher sind auch nicht mehr aktive Kapitalgesellschaften IHK-Mitglied und zu IHK-Beiträgen heranzuziehen, solange sie im Handelsregister eingetragen sind.

Von einer Veranlagung solcher Unternehmen kann, nach Vorlage einer gewerberechtlichen Abmeldung oder einer entsprechenden Bestätigung des Steuerberaters oder des Finanzamtes über die Einstellung der gewerblichen Tätigkeit, auf Antrag abgesehen werden.

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Vermögensverwaltung

Die reine Verwaltung eigenen Vermögens führt grundsätzlich nicht zu gewerblichen Einkünften und deshalb nicht zur IHK-Mitgliedschaft. Wird diese Tätigkeit jedoch beispielsweise im Rahmen einer Betriebsaufspaltung oder in der Rechtsform einer gewerblich geprägten Personengesellschaft oder als Kapitalgesellschaft ausgeübt, besteht grundsätzlich die objektive Gewerbesteuerpflicht und damit auch die IHK-Mitgliedschaft.

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Vorratsgesellschaften

Vorratsgesellschaften, die noch nicht verkauft sind, bzw. die ihre Tätigkeit noch nicht aufgenommen haben, unterliegen nach dem Gewerbesteuergesetz vom Zeitpunkt Ihrer Eintragung ins Handelsregister objektiv der Gewerbesteuerpflicht und sind damit IHK-Mitglied und zum IHK-Beitrag zu veranlagen.

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