Gefahrgutbeauftragter

Unternehmer und Inhaber eines Betriebes, die an der Beförderung gefährlicher Güter mit Eisenbahn-, Straßen- oder Wasserfahrzeugen beteiligt sind, müssen mindestens einen Gefahrgutbeauftragten bestellen, wenn ihnen Verantwortlichkeiten nach den für die Verkehrsträger geltenden Vorschriften zugewiesen sind.

Der bestellte Gefahrgutbeauftragte muss im Besitz eines gültigen Schulungsnachweises sein. Die Funktion kann von einem Mitarbeiter, externen Gefahrgutbeauftragten oder vom Unternehmer oder Inhaber eines Betriebes wahrgenommen werden.

Unternehmer und Inhaber können von der Bestellung eines Gefahrgutbeauftragten freigestellt werden. Dafür müssen eine oder mehrere der folgenden Anforderungen erfüllt werden:

  • Ihre Tätigkeiten beziehen sich auf Beförderungen gefährlicher Güter, deren Freistellung von den Vorschriften des ADR/RID/ADN/International Maritime Dangerous Goods Code (IMDG-Code) geregelt ist oder sich auf Mengen je Beförderungseinheit erstrecken, die unterhalb der in Unterabschnitt 1.1.3.6 ADR festgelegten Mengen liegen. Alternativ führen Sie ausschließlich Beförderungen nach Kapitel 3.4 und 3.5 ADR/RID/ADN/IMDG-Code durch.
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  • Innerhalb eines Kalanderjahres sind Sie an der Beförderung von nicht mehr als 50 Tonnen netto gefährlicher Güter für den Eigenbedarf in Erfüllung betrieblicher Aufgaben beteiligt. Bei radioaktiven Stoffen gilt dies nur bei der Beförderung der UN-Nummern 2908 bis 2911.
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  • Ihnen sind ausschließlich Pflichten als Fahrzeugführer, Schiffsführer, Empfänger, Reisender, Hersteller und Rekonditionierer von Verpackungen oder als Stelle für Inspektionen und Prüfungen von Großpackmitteln (IBC) zugewiesen worden.
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  • Sie sind ausschließlich als Auftraggeber des Absenders an der Beförderung gefährlicher Güter von nicht mehr als 50 Tonnen netto pro Kalenderjahr beteiligt, ausgenommen radioaktive Stoffe der Klasse 7 und gefährliche Güter der Beförderungskategorie 0 nach Absatz 1.1.3.6.3 ADR.

Der Schulungsnachweis wird von der Industrie- und Handelskammer mit einer Gültigkeit von 5 Jahren erstmals ausgestellt, wenn der Gefahrgutbeauftragte eine Schulung bei einem von der IHK anerkannten Lehrgangsveranstalter besucht und anschließend eine von der IHK durchgeführte Prüfung bestanden hat.

Die Prüfungen finden nicht in regelmäßigen Abständen statt. Prüfungstermine werden nach Bedarf, d.h. bei ausreichender Anzahl von Anmeldungen festgelegt. Prüfungsinteressenten sollten sich daher frühzeitig bei der Industrie- und Handelskammer nach dem nächsten Prüfungstermin erkundigen.

Anmeldungen zur Prüfung können nur berücksichtigt werden, wenn diese spätestens 4 Wochen vor Prüfungsbeginn der IHK vorliegen. 

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Gefahrgutfahrer

Fahrzeugführer, die gefährliche Güter auf der Straße transportieren, müssen gemäß Kapitel 8.2 des Europäischen Übereinkommens über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR) im Besitz eines Gefahrgutführerscheins (ADR-Bescheinigung) sein.

Für folgende Transporte müssen Gefahrgutfahrer im Besitz einer ADR-Bescheinigung sein:

1. Stück- und Schüttguttransporte

  • wenn gefährliche Güter transportiert werden und die ADR-Vorschriften 1.1.3 über besondere Freistellungen bzw. 3.4 in begrenzten Mengen keine Anwendung finden. (Basiskurs erforderlich)
  • unabhängig von der höchstzulässigen Gesamtmasse des Fahrzeugs benötigen die Fahrzeugführer beim Transport von explosiven Stoffen der Klasse 1, neben dem Basiskurs einen Aufbaukurs für die Klasse 1.
  • unabhängig von der höchstzulässigen Gesamtmasse des Fahrzeugs benötigen die Fahrzeugführer beim Transport von radioaktiven Stoffen der Klasse 7, neben dem Basiskurs einen Aufbaukurs für die Klasse 7

  • 2. Tanktransporte
  • wenn gefährliche Güter in fest verbundenen Tanks oder Aufsetztanks mit einem Fassungsraum von mehr als 1 m³ befördert werden, bei der Beförderung gefährlicher Güter in Batterie-Fahrzeugen mit einem Gesamtfassungsraum von mehr als 1 m³ befördert werden, oder
  • beim transportieren gefährlicher Güter in a) Tankcontainern b) ortsbeweglichen Tanks oder UN-Gascontainern mit mehreren Elementen (MEGC) mit einem Einzelfassungsraum von mehr als 3 m³ auf einer Beförderungseinheit, benötigen die Gefahrgutfahrer neben dem Basiskurs einen Aufbaukurs Tank.

Die ADR-Bescheinigung wird von der Industrie- und Handelskammer mit einer Gültigkeit von 5 Jahren ausgestellt und gilt in allen ADR-Vertragsstaaten, wenn der Fahrer eine Schulung bei einem von der IHK anerkannten Lehrgangsveranstalter besucht und anschließend eine von der IHK durchgeführte Prüfung bestanden hat.

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Hinweis: Neue ADR-Card seit 2013

Mit Ablösung der ADR-Schulungsbescheinigungen in der bislang bekannten Papierform (orangefarben) stellen die Industrie- und Handelskammern seit Januar 2013 ausschließlich die neuen ADR-Schulungsbescheinigungen im Scheckkartenformat mit Lichtbild (ADR-Card) aus. Die Bezeichnung lautet weiterhin "ADR-Bescheinigung lautet". Dies gilt auch für Ersatz-Bescheinigungen im Falle des Verlustes bzw. Diebstahls der alten Bescheinigung.

Ein ADR-Schein kann nur ausgestellt werden, wenn der Teilnehmer persönlich das Foto bei der IHK abgibt und einen amtlichen Lichtbildausweis vorlegen kann, sodass die Daten überprüft werden können.

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Ansprechpartner

Kontakt: Prüfungsanmeldung

Prüfung zum Gefahrgutbeauftragten

Verena Urban
Telefon: 0521 554-137
Telefax: 0521 554-180
E-Mail: Verena Urban

Prüfungsorganisation

Prüfung zum Gefahrgutfahrer

Susanne Schmidt
Telefon: 0521 554-157
Telefax: 0521 554-180
E-Mail: Susanne Schmidt

Ira Reinhart
Telefon: 0521 554-157
Telefax: 0521 554-180
E-Mail: Ira Reinhart