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Ausbildungsprämie

Mit dem Bundesprogramm “Ausbildungsplätze sichern” sollen Ausbildungsbetriebe unterstützt werden, das Ausbildungsplatzangebot aufrecht zu erhalten. Im Einzelnen sollen dazu Ausbildungskapazitäten erhalten und ausgebaut, Kurzarbeit für Auszubildende vermieden, die Auftrags- und Verbundausbildung gefördert und Anreize zur Übernahme im Falle einer Insolvenz geschaffen werden.

Wichtiger Hinweis:
Die Antragsstellung und Abwicklung läuft über die Agentur für Arbeit bzw. für die Auftrags- und Verbundausbildung über die Knappschaft Bahn-See. Antragsberechtigt sind kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind. Weitere Informationen zu den Voraussetzungen erhalten Sie im Folgenden.

Aktuelle Informationen zur Fortführung des Bundesprogramm “Ausbildungsplätze sichern”ab 1. Juni 2021
www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/ausbildungspaetze-sichern-1877226

  • Die Ausbildungsprämie soll ab 1. Juni 2021 statt 2.000 Euro 4.000 Euro je Ausbildungsvertrag betragen, wenn die Zahl der neu eingestellten Auszubildenden konstant bleibt.
  • Die Ausbildungsprämie plus, die gezahlt wird, wenn die Zahl der Auszubildenden erhöht wird, soll statt 3.000 Euro künftig bei 6.000 Euro liegen.
  • Die Übernahmeprämie soll wie bisher 3.000 Euro künftig 6.000 Euro für jeden Ausbildungsvertrag betragen.
  • Der Anreiz, Auszubildende und ihre Ausbilder trotz Kurzarbeit im Betrieb zu halten, soll ebenfalls verbessert werden. Zukünftig soll es deshalb nicht nur einen Zuschuss zur Ausbildungsvergütung geben, sondern auch einen Zuschuss zur Ausbildervergütung.
  • Zusätzlich wird ein Lockdown-II-Sonderzuschuss in Höhe von 1.000 Euro für ausbildende Kleinstunternehmen eingeführt. Dieser greift, wenn der Ausbildungsbetrieb im aktuellen Lockdown seine Geschäftstätigkeit nicht oder nur noch in geringem Umfang (wie z. B. beim Außerhausverkauf von Restaurants) wahrnehmen durfte und die Ausbildung dennoch fortgeführt hat. Der Antrag ist spätestens bis zum 31. Juli zu stellen.  Weitere Infos finden Sie auf der Seite der Agentur für Arbeit. 

Die Bundesregierung stellt für das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ für das Ausbildungsjahr 20/21 insgesamt bis zu 500 Mio. Euro bereit, und für das Ausbildungsjahr 21/22 wurden 200 Millionen Euro reserviert. Die Ausbildungsprämie soll dabei helfen, Ausbildungsplätze zu sichern, die durch die Corona-Pandemie bedroht sind.

Folgende Maßnahmen sollen gefördert werden:

  1. Ausbildungsprämie (Ausbildungsangebot fortführen):
    Ausbildende KMU, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren aufrechterhalten, werden mit einer Ausbildungsprämie gefördert. Sie erhalten für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 2.000 Euro (nach Abschluss der Probezeit). Für das kommende Ausbildungsjahr steigt die Prämie auf 4.000 Euro.
     
  2. Ausbildungsprämie Plus (Ausbildungsangebot erhöhen):
    Ausbildende KMU, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren erhöhen, erhalten für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 zusätzlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 3.000 Euro (nach Abschluss der Probezeit). Für das kommende Ausbildungsjahr steigt die Prämie auf 6.000 Euro.
     
  3. Vermeidung von Kurzarbeit:
    KMU, die trotz erheblichen Arbeitsausfalls (mindestens 50 Prozent) ihre Ausbildungsaktivitäten fortsetzen, werden mit 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat gefördert, in dem dies der Fall ist. Der Antrag auf Zuschuss ist rückwirkend – für die Monate August 2020 bis Februar 2021 innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Monaten ab dem 27. März 2021 und für die Monate ab März 2021 für jeden Monat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Monaten ab dem letzten Tag des Monats, für den der Zuschuss beantragt wird, zu stellen. Der Zuschuss zur Ausbildungsvergütung kann erstmals für August 2020, der Zuschuss zur Ausbildervergütung erstmals ab März 2021, und beide können letztmals für Dezember 2021 gewährt werden.
     
  4. Auftrags- und Verbundausbildung:
    Wenn KMU die Ausbildung pandemiebedingt temporär nicht fortsetzen können, können andere KMU, Überbetriebliche Berufsbildungsstätten oder andere etablierte Ausbildungsdienstleister befristet die Ausbildung übernehmen und der Stammausbildungsbetrieb oder der Interimsausbilder dafür eine Förderung von 450 EUR pro Woche je Auszubildender bzw. Auszubildendem erhalten. Dies gilt, wenn der Geschäftsbetrieb des ursprünglich ausbildenden KMU vollständig oder zu wesentlichen Teilen pandemiebedingt von Schließungen oder erheblichen Auflagen betroffen ist, die eine Fortsetzung des Geschäftsbetriebs maßgeblich behindern. Die Mindestdauer der geförderten Auftrags- oder Verbundausbildung beträgt vier Wochen, maximal können 18 Wochen gefördert werden (das entspricht einer maximalen Förderhöhe von 8.100 EUR).
     
  5. Übernahmeprämie:
    KMU, die Auszubildende aus Corona-bedingt insolventen KMU bis zum Abschluss ihrer Ausbildung übernehmen, erhalten je Auszubildendem eine Prämie von 3.000 Euro. Für das kommende Ausbildungsjahr steigt die Prämie auf 6.000 Euro.
     
  6. Lockdown II-Sonderzuschuss
    Ausbildende Kleinstunternehmen können einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 1.000 EUR für jede(n) Auszubildende(n) erhalten, wenn das Unternehmen pandemiebedingt seit November 2020 seine Geschäftstätigkeit völlig oder weitgehend einstellen musste.
     
  7. Förderung von Prüfungsvorbereitungen: Ein besonders von der Pandemie betroffener Ausbildungsbetrieb mit bis zu 499 Mitarbeitenden kann einen Zuschuss zu den Kosten erhalten, die ihm dadurch entstehen, dass er seinen Auszubildenden Prüfungsvorbereitungslehrgänge zur Verfügung stellt. Der Zuschuss beträgt 50 % der entstandenen Kosten, maximal 500 EUR. Der Prüfungsvorbereitungslehrgang muss in der Zeit zwischen dem 18. März 2021und dem 31. Dezember 2021 begonnen werden und abgeschlossen sein. Er kann ganz oder teilweise auch in digitaler Form erfolgen.“ Eine Beantragung kann also für alle Prüfungsvorbereitungen rückwirkend seit dem 18.03.21 erfolgen.

Für alle fünf Maßnahmen gilt:

  • Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind solche mit bis zu 249 Beschäftigten. Als Beschäftigtenzahl wird die Zahl der Mitarbeiter/-innen in Vollzeitäquivalenten zum Stichtag 29. Februar 2020 zugrunde gelegt. Bei Ausbildungsverbünden werden die Beschäftigten der einzelnen KMU zusammen berücksichtigt.
  • Für die Förderung kommen KMU in Betracht, die eine Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen oder in den bundes- und landesrechtlich geregelten praxisintegrierten Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialwesen durchführen. Praktika sind ausgeschlossen. Es wird nur eine Prämie pro Ausbildung gezahlt.
  • Neben diesen Förderungen sind keine Leistungen mit gleicher Zielrichtung oder gleichem Inhalt aus anderen Programmen des Bundes oder der Länder möglich. Das KMU entscheidet, welche Förderung es in Anspruch nehmen will.

Wenn Sie unsicher sind, ob Sie zu den KMU zählen, finden Sie hier eine Einordnung. Bei der Bestimmung der Betriebsgröße sind sämtliche Beschäftigte des Unternehmens, dem der Betrieb angehört, und, falls das Unternehmen einem Konzern angehört, die Zahl der Beschäftigten des Konzerns, zu berücksichtigen. Hinweise zur Berechnung finden Sie in der Förderrichtlinie unter 3.1.

Zu 1. und 2. Ausbildungsprämien (Ausbildungsangebot fortführen oder erhöhen)
Antragsberechtigt sind KMU, die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind. Davon ist auszugehen, wenn ein KMU in der ersten oder zweiteren Hälfte des Jahres 2020 wenigstens einen Monat Kurzarbeit durchgeführt hat oder wenn sie im Zeitraum von April bis Dezember 2020 in zwei zusammenhängenden Monaten einen Umsatzeinbruch von durchschnittlich mindestens 50 Prozent oder in fünf zusammenhängenden Monaten von durchschnittlich mindestens 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr verkraften müssen (bisher: durchschnittlich mindestens 60 Prozent in April und Mai 2020 gegenüber dem Vorjahr). Bei KMU, die nach April 2019 gegründet worden sind, sind statt der Monate April und Mai 2019 die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich heranzuziehen.

Die beiden Ausbildungsprämien können für Ausbildungsverhältnisse beantragt werden, die im Zeitraum 24. Juni 2020 bis 31. Mai 2021 beginnen. Ob der Ausbildungsvertrag vor oder nach dem 1. August 2020 abgeschlossen wurde oder wird, spielt keine Rolle, der Vertrag muss bei Antragstellung vorliegen. Die Ausbildungsprämie steht unter der Bedingung, dass das Ausbildungsverhältnis über die Probezeit hinaus fortbesteht. 

Zu 3. Vermeidung von Kurzarbeit
Antragsberechtigt sind KMU, die ihre Auszubildenden sowie deren Ausbilder trotz Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent im gesamten Betrieb, bedingt durch die COVID-19-Krise, nicht in Kurzarbeit bringen. Der Antrag auf Zuschuss ist rückwirkend – für die Monate August 2020 bis Februar 2021 innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Monaten ab dem 27. März 2021 und ab März 2021 für jeden Monat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Monaten ab dem letzten Tag des Monats, für den der Zuschuss beantragt wird zu stellen. Der Zuschuss zur Ausbildungsvergütung kann erstmals für August 2020, der Zuschuss zur Ausbildervergütung erstmals ab März 2021 und beide können letztmals für Dezember 2021 gewährt werden.

Zu 4. Auftrags- und Verbundausbildung (AzubiSharing)
Antragsberechtigt sind KMU aus allen Wirtschaftsbereichen, die Auszubildende aus anderen KMU im Rahmen der Auftrags- oder Verbundausbildung für mindestens sechs Monate im eigenen Betrieb ausbilden und über die hierfür notwendige Ausbildungseignung verfügen und ÜBS sowie andere etablierte Ausbildungsdienstleister, die Auszubildende aus KMU im Rahmen der Auftrags- oder Verbundausbildung für mindestens sechs Monate ausbilden. Bei einer Auftragsausbildung werden einzelne Teile einer Ausbildung außerhalb des eigentlichen Ausbildungsbetriebes durchgeführt. In einer Verbundausbildung bilden Betriebe gemeinsam mit anderen Unternehmen oder Bildungsträgern Auszubildende aus.

Zu 5. Übernahmeprämie
Die Übernahme von Auszubildenden, deren Ausbildungsstelle wegen pandemiebedingter Insolvenz des ursprünglichen Betriebes verloren gegangen ist, wird künftig unabhängig von den Betriebsgrößen mit einer Übernahmeprämie gefördert (bisher: nur, wenn beide Betriebe maximal 249 Mitarbeiter hatten). Solche Übernahmen werden bis zum 30. Juni 2021 gefördert.

Achtung:
Die Änderungen gelten auch rückwirkend, das bedeutet: Anträge auf Förderungen können innerhalb von drei Monaten auch für bereits bestehende Ausbildungsverhältnisse gestellt werden, für die bisher eine Förderung nicht möglich war, die aber von den geänderten Voraussetzungen erfasst sind. Das gilt auch, wenn ein vorheriger Antrag aus diesen Gründen abgelehnt worden ist.

Zu 1. und 2. Ausbildungsprämien:
Der Antrag ist spätestens drei Monate nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit des jeweiligen Ausbildungsverhältnisses zu stellen.

Zu 3. Vermeidung von Kurzarbeit
Den Antrag auf einen Zuschuss zur Vermeidung von Kurzarbeit müssen Sie monatlich stellen. Sie stellen ihn rückwirkend und Sie müssen den Antrag innerhalb von 3 Monaten nach dem Monat stellen, für den der Antrag gilt
Für die Monate August 2020 bis Februar 2021 können Sie den Antrag bis zum 26. Juni 2021 stellen.

Zu 4. Auftrags- und Verbundausbildung
Wenn KMU die Ausbildung temporär nicht fortsetzen können, können andere KMU, Überbetriebliche Berufsbildungsstätten oder andere etablierte Ausbildungsdienstleister zeitlich befristet die Ausbildung übernehmen und dafür Förderung erhalten. Dies gilt, wenn der Geschäftsbetrieb des ursprünglich ausbildenden KMU vollständig oder zu wesentlichen Teilen pandemiebedingt von Schließungen oder erheblichen Auflagen betroffen ist, die eine Fortsetzung des Geschäftsbetriebs maßgeblich behindern. Anträge können bis zum 31.03.2022 gestellt werden.

Zu 5. Übernahmeprämie: 
Stammt die oder der Auszubildende aus einem insolventen Betrieb, gilt zusätzlich folgende Voraussetzung: Das Insolvenzverfahren wurde bis zum 30. Dezember 2021 eröffnet. Der Antrag ist spätestens drei Monate nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit des jeweiligen neu begründeten Ausbildungsverhältnisses zu stellen.

Zu 6. Lockdown-II-Sonderzuschuss:
Sie müssen den Antrag spätestens bis zum 31. Juli 2021 stellen.

Zu 7. Prüfungsvorbereitung:
Der Zuschuss wird für jeden Auszubildenden (m/w/d) im Jahr 2021 nur einmal gezahlt.

Förderungen sollen für folgende Zeiträume möglich sein:

  • Zu 1. und 2. Ausbildungsprämien: 
    für das Ausbildungsjahr 2020/ 2021 und 2021/2022
     
  • Zu 3. Vermeidung von Kurzarbeit:
    bis einschließlich Dezember 2021
     
  • Zu 4. Auftrags- und Verbundausbildung: 
    bis zum 31. Dezember 2021
     
  • Zu 5. Übernahmeprämie: 
    bis 31. Dezember 2021
     
  • Zu 6. Lockdown-II-Sonderzuschuss:
    bis 31. Juli 2021
     
  • Zu 7. Prüfungsvorbereitungen:
    für das Jahr 2021

Die 1. Förderrichtlinie erhalten Sie hier.
1. Änderung der 1. Förderrichtlinie erhalten Sie hier.
2. Änderung der 1. Förderrichtlinie erhalten Sie hier.

Die 2. Förderrichtlinie erhalten Sie hier.
1. Änderung der 2. Förderrichtlinie erhalten Sie hier

 

Zuständig für die Antragsbearbeitung, Beratung und Bewilligung der Zuwendungen ist die Bundesagentur für Arbeit. Eine Antragstellung für das Ausbildungsjahr 2020/2021 ist ab August 2020 bei der Agentur für Arbeit möglich.

Für das neue Ausbildungsjahr 2021/2022 können die Anträge ab 01.06.2021 bei der Agentur für Arbeit gestellt werden. 

Kontakt: Den Arbeitgeber-Service erreichen Sie über das Kontaktformular oder telefonisch unter 0800 4 555520 (gebührenfrei).

Förderung von pandemiebedingter temporärer Auftrags- und Verbundausbildung, sowie Zuschüsse zu den Kosten für externe Prüfungsvorbereitungslehrgänge für Auszubildende,  
kann bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See beantragt werden. Informationen und Kontaktdaten erhalten hier.

Bestätigung der IHK
Bei der Antragstellung bei der Agentur für Arbeit und auch bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See ist eine Bescheinigung von der IHK einzureichen.
Antragsberechtigt sind kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind.

Wissenswertes zum Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" erhalten Sie bei dem Bundesministerium für Bildung und Forschung. 

Stand: 03.05.2021