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Ausbildungsprämie

Mit dem Bundesprogramm “Ausbildungsplätze sichern” sollen Ausbildungsbetriebe unterstützt werden, das Ausbildungsplatzangebot aufrecht zu erhalten. Im Einzelnen sollen dazu Ausbildungskapazitäten erhalten und ausgebaut, Kurzarbeit für Auszubildende vermieden, die Auftrags- und Verbundausbildung gefördert und Anreize zur Übernahme im Falle einer Insolvenz geschaffen werden.

Wichtiger Hinweis:
Die Antragsstellung und Abwicklung läuft über die Agentur für Arbeit bzw. für die Auftrags- und Verbundausbildung über die Knappschaft Bahn-See. Antragsberechtigt sind kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind. Weitere Informationen zu den Voraussetzungen erhalten Sie im Folgenden.

Die Bundesregierung stellt für das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ für das Ausbildungsjahr 20/21 insgesamt bis zu 500 Mio. Euro bereit, und für das Ausbildungsjahr 21/22 wurden 200 Millionen Euro reserviert. Die Ausbildungsprämie soll dabei helfen, Ausbildungsplätze zu sichern, die durch die Corona-Pandemie bedroht sind.

Folgende Maßnahmen sollen gefördert werden:

  1. Ausbildungsprämie (Ausbildungsangebot fortführen):
    Ausbildende KMU bis zu 499 Mitarbeiter, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren aufrechterhalten, werden mit einer Ausbildungsprämie gefördert. Sie erhalten für jeden neu geschlossenen Ausbildungsvertrag für das Ausbildungsjahr 2021 einmalig 4.000 Euro (nach Abschluss der Probezeit). 
     
  2. Ausbildungsprämie Plus (Ausbildungsangebot erhöhen):
    Ausbildende KMU, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren erhöhen, erhalten für jeden zusätzlich geschlossenen Ausbildungsvertrag für das Ausbildungsjahr 2021 einmalig 6.000 Euro (nach Abschluss der Probezeit). 
     
  3. Vermeidung von Kurzarbeit:
    KMU, die trotz erheblichen Arbeitsausfalls (mindestens 50 Prozent) ihre Ausbildungsaktivitäten fortsetzen, werden mit 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat gefördert, in dem dies der Fall ist. Der Antrag auf Zuschuss ist rückwirkend – für die Monate August 2020 bis Februar 2021 innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Monaten ab dem 27. März 2021 und für die Monate ab März 2021 für jeden Monat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Monaten ab dem letzten Tag des Monats, für den der Zuschuss beantragt wird, zu stellen. Der Zuschuss zur Ausbildungsvergütung kann erstmals für August 2020, der Zuschuss zur Ausbildervergütung erstmals ab März 2021, und beide können letztmals für Dezember 2021 gewährt werden.
     
  4. Auftrags- und Verbundausbildung:
    Wenn KMU die Ausbildung pandemiebedingt temporär nicht fortsetzen können, können andere KMU, Überbetriebliche Berufsbildungsstätten oder andere etablierte Ausbildungsdienstleister befristet die Ausbildung übernehmen und der Stammausbildungsbetrieb oder der Interimsausbilder dafür eine Förderung von 450 EUR pro Woche je Auszubildender bzw. Auszubildendem erhalten. Dies gilt, wenn der Geschäftsbetrieb des ursprünglich ausbildenden KMU vollständig oder zu wesentlichen Teilen pandemiebedingt von Schließungen oder erheblichen Auflagen betroffen ist, die eine Fortsetzung des Geschäftsbetriebs maßgeblich behindern. Die Mindestdauer der geförderten Auftrags- oder Verbundausbildung beträgt vier Wochen, maximal können 18 Wochen gefördert werden (das entspricht einer maximalen Förderhöhe von 8.100 EUR).
     
  5. Übernahmeprämie:
    KMU, die Auszubildende aus Corona-bedingt insolventen KMU bis zum Abschluss ihrer Ausbildung übernehmen, erhalten je Auszubildendem eine Prämie von 6.000 Euro. 
     
  6. Lockdown II-Sonderzuschuss:
    Ausbildende Kleinstunternehmen können einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 1.000 EUR für jede(n) Auszubildende(n) erhalten, wenn das Unternehmen pandemiebedingt seit November 2020 seine Geschäftstätigkeit völlig oder weitgehend einstellen musste.
     
  7. Förderung von Prüfungsvorbereitungen: 
    Ein besonders von der Pandemie betroffener Ausbildungsbetrieb mit bis zu 499 Mitarbeitenden kann einen Zuschuss zu den Kosten erhalten, die ihm dadurch entstehen, dass er seinen Auszubildenden Prüfungsvorbereitungslehrgänge zur Verfügung stellt. Der Zuschuss beträgt 50 % der entstandenen Kosten, maximal 500 EUR. Der Prüfungsvorbereitungslehrgang muss in der Zeit zwischen dem 18. März 2021und dem 31. Dezember 2021 begonnen werden und abgeschlossen sein. Er kann ganz oder teilweise auch in digitaler Form erfolgen.“ Eine Beantragung kann also für alle Prüfungsvorbereitungen rückwirkend seit dem 18.03.21 erfolgen.

Für alle Maßnahmen gilt:

  • Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind solche mit bis zu 499 Beschäftigten. Als Beschäftigtenzahl wird die Zahl der Mitarbeiter/-innen in Vollzeitäquivalenten zugrunde gelegt. Bei Ausbildungsverbünden werden die Beschäftigten der einzelnen KMU zusammen berücksichtigt.
  • Für die Förderung kommen KMU in Betracht, die eine Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen oder in den bundes- und landesrechtlich geregelten praxisintegrierten Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialwesen durchführen. Praktika sind ausgeschlossen. Es wird nur eine Prämie pro Ausbildung gezahlt.
  • Neben diesen Förderungen sind keine Leistungen mit gleicher Zielrichtung oder gleichem Inhalt aus anderen Programmen des Bundes oder der Länder möglich. Das KMU entscheidet, welche Förderung es in Anspruch nehmen will.

Wenn Sie unsicher sind, ob Sie zu den KMU zählen, finden Sie hier eine Einordnung. Bei der Bestimmung der Betriebsgröße sind sämtliche Beschäftigte des Unternehmens, dem der Betrieb angehört, und, falls das Unternehmen einem Konzern angehört, die Zahl der Beschäftigten des Konzerns, zu berücksichtigen. Hinweise zur Berechnung finden Sie in der Förderrichtlinie unter 3.1.

Zu 1. und 2. Ausbildungsprämien (Ausbildungsangebot fortführen oder erhöhen)
Antragsberechtigt sind KMU, die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind. Davon ist auszugehen, wenn ein KMU seit Januar 2020 wenigstens für einen Zeitraum, der vor dem Ausbildungsbeginn liegt, Kurzarbeitergeld beantragt hat oder wenn der Betrieb Umsatzeinbußen seit April 2020 gegenüber dem jeweiligen Zeitraum im Jahr 2019 entweder in 2 aufeinanderfolgenden, vor dem Ausbildungsbeginn liegenden Monaten um durchschnittlich 50 Prozent hat oder in 5 zusammenhängenden, vor dem Ausbildungsbeginn liegenden Monaten um durchschnittlich 30 Prozent. Bei einem Ausbildungsbeginn ab dem 1. Juni 2021 genügt ein Einbruch des Umsatzes seit April 2020 in mindestens einem, vor dem Ausbildungsbeginn liegenden Monat um 30 Prozent gegenüber dem jeweiligen Zeitraum im Jahr 2019. Wurde Ihr Betrieb nach April 2019 gegründet, kann der Durchschnitt des jeweiligen Zeitraums für 2020 mit dem Durchschnitt der Umsätze der Monate November und Dezember 2019 verglichen werden.

Die beiden Ausbildungsprämien können für Ausbildungsverhältnisse beantragt werden, die im Zeitraum 01. Juni 2021 bis 15. Februar 2022 beginnen. Ob der Ausbildungsvertrag vor oder nach dem 1. Juni 2021 abgeschlossen wurde oder wird, spielt keine Rolle, der Vertrag muss bei Antragstellung vorliegen. Die Ausbildungsprämie steht unter der Bedingung, dass das Ausbildungsverhältnis über die Probezeit hinaus fortbesteht. 

Zu 3. Vermeidung von Kurzarbeit
Antragsberechtigt sind KMU, die ihre Auszubildenden sowie deren Ausbilder trotz Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent im gesamten Betrieb, bedingt durch die COVID-19-Krise, nicht in Kurzarbeit bringen. Der Antrag auf Zuschuss ist rückwirkend – für die Monate August 2020 bis Februar 2021 innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Monaten ab dem 27. März 2021 und ab März 2021 für jeden Monat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Monaten ab dem letzten Tag des Monats, für den der Zuschuss beantragt wird zu stellen. Der Zuschuss zur Ausbildungsvergütung kann erstmals für August 2020, der Zuschuss zur Ausbildervergütung erstmals ab März 2021 und beide können letztmals für Dezember 2021 gewährt werden.

Zu 4. Auftrags- und Verbundausbildung (AzubiSharing) und 7. Zuschüsse zu Prüfungsvorbereitungslehrgängen
Antragsberechtigt ist entweder der Ausbildungsbetrieb mit bis zu 499 Mitarbeitenden oder – unabhängig von der Größe - der aufnehmende Betrieb oder ein Bildungsträger bspw. eine überbetriebliche Berufsbildungsstätte. Die Mindestdauer der förderfähigen Auftrags- und Verbundausbildung beträgt nur noch vier Wochen. Bei einer Auftragsausbildung werden einzelne Teile einer Ausbildung außerhalb des eigentlichen Ausbildungsbetriebes durchgeführt. In einer Verbundausbildung bilden Betriebe gemeinsam mit anderen Unternehmen oder Bildungsträgern Auszubildende aus.

Zu 5. Übernahmeprämie
Die Übernahme von Auszubildenden, deren Ausbildungsstelle wegen pandemiebedingter Insolvenz des ursprünglichen Betriebes verloren gegangen ist, wird künftig unabhängig von den Betriebsgrößen mit einer Übernahmeprämie gefördert (bisher: nur, wenn beide Betriebe maximal 249 Mitarbeiter hatten). 

Zu 6. Lockdown II-Sonderzuschuss
Ein „Lockdown-II-Sonderzuschuss für Kleinstunternehmen“ wird einem ausbildenden Kleinstunternehmen mit bis zu 4 Mitarbeitern, welches aufgrund oder in mittelbarer Folge Corona-bedingter behördlicher Anordnung seit November 2020 oder später seine Geschäftstätigkeit nicht oder nur noch im geringen Umfang (wie z. B. beim Außerhausverkauf von Restaurants, bei Geschäftsreisenden im Hotelbetrieb oder bei „call/click and collect“-Modellen des Einzelhandels) ausüben durfte gezahlt,

Zu 1. und 2. Ausbildungsprämien:
Der Antrag ist spätestens drei Monate nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit des jeweiligen Ausbildungsverhältnisses zu stellen.

Zu 3. Vermeidung von Kurzarbeit
Den Antrag auf einen Zuschuss zur Vermeidung von Kurzarbeit müssen Sie monatlich stellen. Sie stellen ihn rückwirkend und Sie müssen den Antrag innerhalb von 3 Monaten nach dem Monat stellen, für den der Antrag gilt
Für die Monate August 2020 bis Februar 2021 können Sie den Antrag bis zum 26. Juni 2021 stellen.

Zu 4. Auftrags- und Verbundausbildung
Wenn KMU die Ausbildung temporär nicht fortsetzen können, können andere KMU, Überbetriebliche Berufsbildungsstätten oder andere etablierte Ausbildungsdienstleister zeitlich befristet die Ausbildung übernehmen und dafür Förderung erhalten. Dies gilt, wenn der Geschäftsbetrieb des ursprünglich ausbildenden KMU vollständig oder zu wesentlichen Teilen pandemiebedingt von Schließungen oder erheblichen Auflagen betroffen ist, die eine Fortsetzung des Geschäftsbetriebs maßgeblich behindern. Anträge können bis zum 31.03.2022 gestellt werden.

Zu 5. Übernahmeprämie: 
Stammt die oder der Auszubildende aus einem insolventen Betrieb, gilt zusätzlich folgende Voraussetzung: Das Insolvenzverfahren wurde bis zum 30. Dezember 2021 eröffnet. Der Antrag ist spätestens drei Monate nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit des jeweiligen neu begründeten Ausbildungsverhältnisses zu stellen.

Zu 6. Lockdown-II-Sonderzuschuss:
Sie müssen den Antrag spätestens bis zum 31. Juli 2021 stellen.

Zu 7. Prüfungsvorbereitung:
Der Zuschuss wird für jeden Auszubildenden (m/w/d) im Jahr 2021 nur einmal gezahlt.

Förderungen sollen für folgende Zeiträume möglich sein:

  • Zu 1. und 2. Ausbildungsprämien: 
    für das Ausbildungsjahr 2020/ 2021 und 2021/2022
     
  • Zu 3. Vermeidung von Kurzarbeit:
    bis einschließlich Dezember 2021
     
  • Zu 4. Auftrags- und Verbundausbildung: 
    bis zum 31. Dezember 2021
     
  • Zu 5. Übernahmeprämie: 
    bis 31. Dezember 2021
     
  • Zu 6. Lockdown-II-Sonderzuschuss:
    bis 31. Juli 2021
     
  • Zu 7. Prüfungsvorbereitungen:
    für das Jahr 2021

Die 1. Förderrichtlinie erhalten Sie hier.
1. Änderung der 1. Förderrichtlinie erhalten Sie hier.
2. Änderung der 1. Förderrichtlinie erhalten Sie hier.

Die 2. Förderrichtlinie erhalten Sie hier.
1. Änderung der 2. Förderrichtlinie erhalten Sie hier

 

Zuständig für die Antragsbearbeitung, Beratung und Bewilligung der Zuwendungen ist die Bundesagentur für Arbeit bzw. die Knappschaft-Bahn-See. 

Für das neue Ausbildungsjahr 2021/2022 können die Anträge ab 01.06.2021 bei der Agentur für Arbeit gestellt werden. 

Kontakt: Den Arbeitgeber-Service erreichen Sie über das Kontaktformular oder telefonisch unter 0800 4 555520 (gebührenfrei).

Förderung von pandemiebedingter temporärer Auftrags- und Verbundausbildung, sowie Zuschüsse zu den Kosten für externe Prüfungsvorbereitungslehrgänge für Auszubildende,  
kann bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See beantragt werden. Informationen und Kontaktdaten erhalten hier.

Bescheinigung der IHK
Bei der Antragstellung bei der Agentur für Arbeit und auch bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See ist eine Bescheinigung von der IHK einzureichen.  Wir können die Bescheinigung über die Ausbildungsverhältnisse  erst erteilen, wenn die Verträge eingetragen sind.
Ein blanko Bescheinigung unterzeichnen wir nicht. 
Antragsberechtigt sind kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind.

Wissenswertes zum Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" erhalten Sie bei dem Bundesministerium für Bildung und Forschung. 

Stand: 23.06.2021