IHK-Jahresthema 2012: Energie+Rohstoffe

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IHK-Jahresthema 2012 „Energie und Rohstoffe"

Mit den Beschlüssen zur „Energiewende“ hat die deutsche Politik einen grundlegenden Umbau der Energieversorgung eingeleitet. Sicher verfügbare Energie zu wirtschaftlichen Preisen ist für viele Unternehmen eine zentrale Voraussetzung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Neue Netze, Speicher und Kraftwerke müssen daher gebaut werden, denn nur so können erneuerbare Energien die Versorgung übernehmen. Die Unternehmen ihrerseits müssen Kompetenz und Kreativität bei der Steigerung der Energieeffizienz unter Beweis stellen.
Bei der Rohstoffversorgung haben wir es ebenfalls mit neuen Knappheiten und steigenden Preisen zu tun. Die für viele High-Tech-Produkte erforderlichen „Seltenen Erden“ sind durch Exportbeschränkungen drastisch verteuert worden. Aber auch bei Metallen und mineralischen Rohstoffen zeigt die Tendenz nach oben.

Die IHK-Organisation hat vor diesem Hintergrund „Energie und Rohstoffe für morgen“ zu ihrem Jahresthema 2012 gemacht. Wir wollen damit Sensibilität erzeugen für die Sicherung der Rohstoffversorgung.

Energieforum OWL 2012: "Energieeffizienz im Gewerbebau"

Energieeffizienz im Gewerbebau – Chancen und Anforderungen
Den Energie- und Ressourcenverbrauch zu senken, haben immer mehr Unternehmen im Blick. Neben der Produktion steht dabei das Gebäude zunehmen im Fokus, sowohl im Bestand als auch im Neubau. Aber wann und unter welchen Bedingungen lohnen sich die energetische Sanierung von Bestandsimmobilien oder die „Mehrkosten“ für das Unterschreiten von gesetzlichen Mindestanforderungen beim Neubau? Mit ihrem neuen Produktionsgebäude hat die Hettich-Gruppe Maßstäbe im Bereich des energieeffizienten Industriebaus Maßstäbe gesetzt.

Experten zeigen erfolgreiche Beispiele und geben Anregungen zu

•    Nullemissionsarchitektur
•    Zusammenspiel von Bauphysik und Anlagentechnik
•    Gebäudetechnik
•    gesetzlichen Anforderungen
•    Wirtschaftlichkeit einfacher und komplexer Lösungen
•    u.v.m.

Das Energieforum findet statt am:

27. Juni 2012, ab 13:30 Uhr,
Hettich Forum
Vahrenkampstr. 12 - 16
32278 Kirchlengern


Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem EINLADUNGSFLYER.

HIER können Sie sich anmelden.

Veranstaltung "Mehr Energieeffizienz! Metallbearbeitung und Werkzeugbau" am 23. Mai 2012 in der IHK Lippe zu Detmold

Wer Energie effizienter einsetzt, senkt die Kosten dauerhaft. Das gilt auch für Metall be- und verarbeitende Betriebe. Sie geben im Schnitt zwei bis drei Prozent des Umsatzes für den Energieeinsatz aus. Ansatzpunkte zu mehr Energieeffizienz bieten sich sowohl in den Prozess- wie in den Querschnittstechnologien. Die IHKs Lippe und Ostwestfalen laden ein zur kostenlosen Veranstaltung:

Mehr Energieeffizienz! Metallbearbeitung │ Werkzeugbau
23. Mai 2012, 14:00 bis 17:00 Uhr
IHK Lippe zu Detmold, Leonardo-da-Vinci-Weg 2, Detmold


Energieexperten zeigen an Hand von Praxiserfahrungen und aktuellen Forschungsergebnissen, wo und wie Einsparungen erzielt werden können und wie sich Maßnahmen wirtschaftlich umsetzen lassen. Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Unternehmen, die Metall in ihren Prozessen be- und verarbeiten. Die Metallerzeugung wird nicht betrachtet.

Weitere Informationen, sowie das Anmeldeformular finden Sie hier (Flyer).

Chart des Monats (Mai 2012): Metallrecycling in Deutschland - eine wichtige Rohstoffquelle

Die Abbildung zeigt den Anteil sekundärer Rohstoffe an der Raffinade- und Rohstahlproduktion für Kupfer, Blei, Aluminium und Rohstahl in Deutschland für den Zeitraum von 2008 bis 2010.
 
Der Anteil an Sekundärrohstoffen, der in der Metallproduktion eingesetzt wird, ist u. a. abhängig von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung. So stammten im Jahr 2010 43 % des Kupfers, 69 % des Bleis, 60 % des Aluminiums und 44 % des Rohstahls aus sekundären Rohstoffen. Aufgrund der steigenden Industrieproduktion im Jahr 2010 verringerte sich der relative Anteil des Schrotteinsatzes an der Metallproduktion gegenüber 2009 geringfügig.

Die deutsche Importabhängigkeit für Metallerze und -konzentrate (Primärrohstoffe) liegt bei 100 %. Durch das heimische Recycling und den Zukauf von Schrott und metallischen Abfällen überwiegend aus EU-Staaten wird diese Importabhängigkeit deutlich reduziert.

Chart des Monats (April 2012): Ressourcen- und Rohstoffeffizienz: Maßnahmen zur Zielerreichung

Ressourcen- und Rohstoffeffizienz: Maßnahmen zur Zielerreichung

Die Abbildung zeigt eine „Ressourceneffizienz-Matrix“ für Metalle, Industrieminerale und Energie, in welcher ökonomische, ökologische und soziale Ziele, die dazugehörigen Messgrößen, sowie die Maßnahmen mit Messgrößen abgebildet sind, die zur Erreichung des ausgewählten Ziels angewandt werden können.

Als Rahmenbedingung für ein ressourceneffizientes Wirtschaften werden Ökonomie, Ökologie und Soziales auf politischer und unternehmerischer Ebene als gleichrangig gewichtet. Anders ausgedrückt: Eine Produktionsumstellung auf z. B. weniger materialintensive Prozesse setzt voraus, dass dies auch unter ökologischen und sozialen Gesichtspunkten zu vertreten ist.

Bei der Umsetzung einzelner Maßnahmen zur Erreichung eines Ziels oder sogar mehrerer Ziele können Hemmnisse und Zielkonflikte auftreten.

Weitere Informationen und Erläuterungen zur Grafik finden Sie hier.

Chart des Monats (März 2012): Deutsche Bergbauproduktion 2010

772 Millionen Tonnen Rohstoffe wurden in Deutschland im Jahr 2010 insgesamt gefördert (Steine und Erden, Industrieminerale, Energierohstoffe). Steine und Erden (66 Prozent) und Industrieminerale (9 Prozent) dominierten im Jahr 2010 die heimische Bergbauproduktion mengenmäßig mit insgesamt 75 Prozent. Die Energierohstoffe Braunkohle, Erdgas / Erdölgas, Steinkohle und Erdöl haben 25 Prozent der heimischen Bergwerksproduktion ausgemacht. Metallrohstoffe wurden im Jahr 2010 in Deutschland im Bergbau nicht gewonnen.

Bausande und -kiese waren im Jahr 2010 mit 239 Millionen Tonnen mengenmäßig die wichtigsten einheimischen mineralischen Rohstoffe. Zusammen mit den 208 Millionen Tonnen geförderter Natursteine haben sie im Jahr 2010 mehr als die Hälfte der inländisch gewonnenen Rohstoffe ausgemacht. Mit knapp 170 Millionen Tonnen nahm Braunkohle den dritten Platz bei den heimisch gewonnenen Rohstoffen ein. Wertmäßig war Braunkohle der bedeutendste heimische Rohstoff, gefolgt von Erdgas, Bausanden und -kiesen sowie gebrochenen Natursteinen.

Deutschland ist kein rohstoffarmes Land. Im weltweiten Vergleich lag Deutschland im Jahr 2010 bei der Braunkohleproduktion auf dem ersten Platz, bei der Kaolinproduktion auf dem zweiten und bei der Steinsalzproduktion auf dem vierten Platz. Mit der Produktion von 3 Millionen Tonnen Kalisalz, Ausgangsstoff für lebenswichtiges Düngemittel, befand sich Deutschland im Jahre 2010 weltweit auf dem fünften Platz, im europäischen Vergleich auf dem dritten Platz.

Insbesondere bei Metall- und Energierohstoffen und einigen Industriemineralen ist Deutschland auf Importe angewiesen.

Unter "Weitere Industrieminerale" sind zusammengefasst:
Naturwerksteine, Feldspat, Bentonit, Siedesalz, Fluorit, Baryt, Kieselerde

Weitere Informationen:

Erläuterungen zur Grafik

Das Chart des Monats und weitere Erläuterungen finden Sie auf der DIHK-Internetseite zum Jahresthema unter: http://www.dihk.de/presse/jahresthema-2012

Chart des Monats (Februar 2012): Hochtechnologie-Metalle für Zukunftstechnologien

Hochtechnologie-Metalle sind für Zukunftstechnologien von großer Bedeutung. Die Abbildung zeigt die Produktion ausgewählter (Hochtechnologie-) Metalle in Tonnen Metall-Inhalt im Jahr 2010 sowie die zu erwartende Bedarfssumme für Zukunftstechnologien im Jahr 2030. Die zu erwartende erhöhte Bedarfssumme/Nachfrage ist auf den Einfluss des branchenspezifischen Rohstoffverbrauchs in Zukunftstechnologien zurückzuführen.

Die Bedarfssumme für ausgewählte Zukunftstechnologien wurde vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (Fraunhofer ISI) zusammen mit dem Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT gGmbH) ermittelt. Aus insgesamt knapp 100 Innovationen, welche Impulse auf die zukünftige Rohstoffnachfrage entfalten könnten, wurden 32 Technologien ausgewählt und die Anwendung und Nutzbarkeit bis zum Jahr 2030 bewertet.

Bei zahlreichen (Hochtechnologie-) Metallen übersteigt die prognostizierte Bedarfssumme für Zukunftstechnologien für das Jahr 2030 die Produktionsmenge von 2010 deutlich. Die Deckung des Bedarfs wird je nach Metall im Wesentlichen über eine Steigerung der Bergbauproduktion, zunehmende Anstrengungen im Bereich Recycling und durch Substitution erfolgen.

Bei Palladium und Yttrium wird die Bedarfssumme für Zukunftstechnologien ebenfalls steigen, jedoch liegen ihre Hauptanwendungen in eher konventionellen Anwendungsgebieten, weshalb der Anteil der Zukunftstechnologien am Bedarf 2030 im Vergleich zur Produktion gering ist. Palladium wird vor allem in Autokatalysatoren und in der Schmuckindustrie verwendet, Yttrium unter anderem in Magneten und Bildschirmen.

Weitere Informationen:

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Das Chart des Monats und weitere Erläuterungen finden Sie auf der DIHK-Internetseite zum Jahresthema unter: http://www.dihk.de/presse/jahresthema-2012  

Faktenpapiere zum Jahresthema 2012

Der DIHK hat zur Nutzung im Rahmen des Jahresthemas 2012 vier Faktenpapiere zu aktuellen Energie- und Rohstoffthemen erstellt. Sie finden diese in aktualisierter Fassung anbei.
Die Faktenpapiere bieten Zahlen, Daten und Hintergrundinformationen zu vier Themen:

  1. Die aktuelle energiepolitische Situation
  2. Energetische Rohstoffe 
  3. Nicht-energetische Rohstoffe
  4. Unkonventionelles Erdgas in Deutschland

Die Faktenpapiere stehen Ihnen als Download zur Verfügung.

IHK-Unternehmensbarometer "Energie und Rohstoffe für morgen"

Das aktuelle IHK-Unternehmensbarometer zeigt, dass die Unternehmen sich bei der Energie- und Rohstoffversorgung großen Herausforderungen gegenüber sehen. Der Industriestandort Deutschland verliert mit Blick auf Energie- und Rohstoffversorgung an Qualität. In der Industrie sagt jedes fünfte Unternehmen, dass es Kapazitäten verlagert hat oder dies plant.

Steigende Preise für Energie haben bei 86 Prozent der Unternehmen mehr Bedeutung als bisher. Daher plädieren 64 Prozent dafür, staatliche Abgaben auf den Strompreis zu reduzieren. Der Instrumentenmix aus CO2-Emissionszertifikatehandel, Erneuerbare-Energien-Gesetz und Energiesteuern führt dazu, dass Energie unnötig verteuert wird.

58 Prozent der Unternehmen befürchten zudem Stromausfälle. Das sind zwar zahlenmäßig weniger als bei Preissteigerungen, doch sind die Auswirkungen ungleich gravierender: Stromunterbrechungen können Produktionsprozesse lahmlegen, Anlagen zerstören und den Wirtschaftsstandort Deutschland unattraktiver machen. 

Mit der beschleunigten Energiewende hat Deutschland in Europa einen Sonderweg eingeschlagen. Die große Mehrheit der Unternehmen (76 Prozent) fordert hingegen, die deutsche Energiepolitik wieder stärker in den europäischen Kontext einzubetten und insbesondere den grenzüberschreitenden Stromhandel in der EU auszubauen. 

Um die Energieversorgung in Deutschland auch in Zukunft sicher und stabil zu halten, erwarten die deutschen Unternehmen daher mehr Engagement seitens der Politik. Aufgabe der Politik ist es, die öffentliche Akzeptanz für den Ausbau der Stromnetze zu stärken (92 Prozent). Die Unternehmen sehen darin eine zentrale Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende. 

Steigende Rohstoffpreise sind für 76 Prozent der Unternehmen und insbesondere die Industrieunternehmen (93 Prozent) ein Problem. Auch ein ausreichendes Angebot von Rohstoffen wird zunehmend angezweifelt (47 Prozent). Bundesregierung und EU müssen sich deshalb für einen freien Zugang zu Rohstoffen einsetzen, zum Beispiel durch Rohstoffpartnerschaften als flankierende Maßnahme zu den Bemühungen der Unternehmen. Sehr kritisch betrachten die Unternehmen jedoch die Idee, eine europaweite Rohstoff-Steuer einzuführen: Nur eine kleine Minderheit von 17 Prozent der Unternehmen hält dies für eine sinnvolle politische Maßnahme. 

Als Antwort auf die Herausforderungen setzen viele Unternehmen auf Effizienzmaßnahmen: Drei Viertel haben bereits Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz ergriffen oder planen solche. Über die Hälfte der Unternehmen kümmert sich um einen effizienteren Einsatz von Rohstoffen. Von der Politik erwarten die Unternehmen verlässliche Rahmenbedingungen. Sie wollen keine starren Vorgaben, sondern möchten hier eigenverantwortlich agieren. Mit großer Mehrheit (85 Prozent) fordern sie, die Rahmenbedingungen für neue Technologien zu verbessern. (DIHK)

IHK-Unternehmensbarometer (536 KB)

Ressourceneffizienz-Beratung

Zweck der Förderung ist es, den ökonomischen und ökologischen Strukturwandel zu unterstützen, die Lebens- und Umweltqualität von NRW nachhaltig zu verbessern und den Standort NRW für die umwelt- und ressourceneffiziente Produktionstechnik auszubauen.

Ressourceneffizienzstrategien verbinden den Schutz der Umwelt mit langfristigen Ausgabensenkungen und Effizienzsteigerungen und sind ein strategischer Faktor für die Entwicklung wettbewerbsfähiger Produkte und Technologien. Sie sollen Eingang in unternehmerisches Handeln finden und Innovationsprozesse auslösen. Durch die Zuwendungen sollen die Empfänger veranlasst werden, den Blick auf eine ressourceneffiziente Wirtschaftsweise zu richten und Vorhaben oder Tätigkeiten in ihren Unternehmen umzusetzen, die andernfalls überhaupt nicht oder nur in beschränktem Umfang durchgeführt werden.

Weitere Informationen wie zum Beispiel zum Gegenstand der Förderung, die Zuwendungsempfänger, Zuwendungsvoraussetzungen, etc. finden Sie hier.

DERA legt Rohstoffbericht 2010 vor

Die Kernaussagen: Die Rohstoffimporte sind im Vergleich zum Vorjahr stark gestiegen, insbesondere bei den Metallrohstoffen. Anlässlich des rasanten Wirtschaftswachstums in den Schwellenländern besteht die Notwendigkeit für deutsche Unternehmen, die Lieferketten bis in den Primärrohstoffsektor besser abzusichern.

Die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in Hannover hat am 21.12.2011 den Rohstoffsituationsbericht 2010 für Deutschland vorgelegt.
Darin wird insbesondere auf das Verhältnis zwischen importierten und selbst produzierten Rohstoffen eingegangen. Insgesamt hat Deutschland im Jahr 2010 Rohstoffe im Wert von 17,7 Milliarden Euro produziert, unter anderem 184,8 Millionen t Braunkohle, Steinkohle und Erdöl, 13,7 Millionen m³ Erdgas/Erdölgas sowie ca. 573,5 Mio. t an mineralischen Rohstoffen. Dem gegenüber stehen importierte Rohstoffe im Gesamtwert von etwa 109,3 Mrd. Euro.

Nach dem Bericht der DERA ist bei allen Rohstoffgruppen im Vergleich zum Vorjahr 2009 ein Anstieg beim Import zu verzeichnen. Es wurden mit einem Plus von 66,8 Prozent wieder deutlich mehr Metallrohstoffe eingeführt. Die Ausgaben für Industrieminerale stiegen um 33,3 Prozent, das Ausgabenplus für Energierohstoffe fiel mit 15,1 Prozent hingegen etwas geringer aus. Der größte Teil der Importausgaben entfiel wie auch schon in den Vorjahren auf Energierohstoffe, gefolgt von Nicht-Eisen (NE)-Metallen, Edelmetallen und Metallen der Eisen- und Stahlindustrie. Das Schlusslicht mit einem Anteil von 1,9 Prozent am Gesamteinfuhrwert bilden die Nichtmetalle. Laut dem Bericht der DERA haben sich die Importe nach dem massiven Einbruch im Jahr 2009 wieder auf das Niveau der Jahre 2006/2007 eingependelt.

Ein weiteres Ergebnis des Berichts: Das Recycling nimmt inzwischen bei der Versorgung mit Rohstoffen einen wichtigen Anteil ein. In der deutschen Raffinade- und Rohstahlproduktion stammen 43 Prozent des Kupfers, 60 Prozent des Aluminiums, 69 Prozent des Bleis und 44 Prozent des Rohstahls aus sekundären Rohstoffen. Deutschland liegt damit laut DERA-Bericht deutlich über dem weltweiten Durchschnitt. Die deutsche Importabhängigkeit für Metallerze und -konzentrate (Primärrohstoffe) liegt bei 100 Prozent. Die Importabhängigkeit wird durch das Recycling von Metallrohstoffen und den Zukauf von Schrott und Abfällen, überwiegend aus EU-Staaten, deutlich reduziert.

Als zukünftige Herausforderungen für die deutsche Wirtschaft sieht die DERA die seit 2004 sich ändernde Rohstoffsituation an. Das Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern, vor allem in China, führe zu einer kontinuierlichen Rohstoffnachfrage, abgesehen von einem kurzen Einbruch 2009 aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise, so die stellvertretende Leiterin der DERA, Dr. Hildegard Wilken. Diese Situation habe kurz- und mittelfristig Auswirkungen für deutsche und europäische Unternehmen beim Zugang zu Rohstoffen. In der deutschen Rohstoff verarbeitenden Industrie setze sich daher zunehmend die Erkenntnis durch, dass insbesondere für die Einführung innovativer Technologien die Lieferketten bis in den primären Rohstoffsektor besser abgesichert werden müssten.

Zum Hintergrund: Der Rohstoffsituationsbericht wird bereits seit 1980 jährlich von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) vorgelegt. Diese Publikation wird nun von der bei der BGR angesiedelten DERA unter der Serie „DERA Rohstoffinformationen“ fortgeführt und weiterentwickelt. Der Bericht enthält Zahlen und Fakten, die die Rohstoffproduktion, den Außenhandel, die Preisentwicklung und die Versorgungssituation Deutschlands mit mineralischen und Energierohstoffen widerspiegeln.

Bereits im November hatte die Kreditanstalt für Wideraufbau (KfW) eine Studie zur Versorgungslage bei wichtigen Rohstoffen vorgelegt. Auch diese Studie ist als Anlage 2 beigefügt und kann alternativ unter dem Link http://www.kfw.de/kfw/de/I/II/Download_Center/Fachthemen/Research/PDF-Dokumente_Sonderpublikationen/Rohstoffkritikalitaet_LF.pdf abgerufen werden.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Versorgungslage bei 13 wichtigen Rohstoffen zumindest als kritisch einzustufen ist. Deutschland ist auf diese Rohstoffe für Zukunftstechnologien und beim Umbau der Energieversorgung angewiesen. Der Importabhängigkeit sollen Unternehmer nach den Empfehlungen der Studie durch Strategien für eine nachhaltige Rohstoffsicherung und durch eine Effizienzsteigerung beim Ressourceneinsatz begegnen.

Der DERA-Bericht zur Rohstoffsituation in der Bundesrepublik Deutschland 2010 kann unter folgendem Link abgerufen werden.

Die Deutsche Rohstoffagentur (DERA)

Die IHKs sind zum Thema Rohstoffe auch mit der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) in Kontakt. Die Deutsche Rohstoffagentur ist die zentrale Informations- und Beratungsplattform für mineralische und Energierohstoffe. Ihre  Themen sind Rohstoffverfügbarkeit und Versorgungssituation sowie Rohstoffpotenziale und Ressourceneffizienz.

Die Deutsche Rohstoffagentur hat das Know-How und die Ländererfahrung für eine direkte Beratung von Unternehmen. Kundenspezifische Bewertungen zur Marktsituation von Rohstoffen, die Analyse von produktspezifischen Beschaffungsrisiken und die Flankierung von Maßnahmen zur Rohstoffsicherung und -diversifizierung eröffnen Unternehmen die Chance, sich individuell auf die Marktsituation einzustellen und/oder sich gezielt in Rohstoffprojekten zu engagieren. Ziel ist es, hier insbesondere die kleinen und mittelständigen Unternehmen zu unterstützen.

Bewertung der Marktsituation von Rohstoffen:
Individuelle Recherchen zu bestimmten Rohstoffen erlauben einen Marktüberblick, der Unternehmen (insbesondere KMU) bei ihrer Entscheidungsfindung unterstützt.
 
Bewertung von Lieferrisiken beim Material- und Rohstoffimport: Die DERA unterstützt deutsche Unternehmen bei der Sicherung ihrer Rohstoffversorgung durch Bewertung von Preis- und Lieferrisiken
 
Bewertung und Flankierung von Maßnahmen zur Rohstoffsicherung und -diversifizierung:
Von der Recherche zu neuen Rohstoffproduzenten und -lieferanten bis hin zur Bewertung von Bergbauprojekten werden fundierte Informationen für die Diversifizierung von Rohstoffbezugsquellen sowie ein unternehmerisches Engagement im Umfeld der Primärproduktion individuell erarbeitet.