
Umweltinitiativen
Umweltinitiativen
Umweltschutz ist mittlerweile zu einem festen Bestandteil der Unternehmenspolitik geworden. Über diesen betriebsspezifischen Ansatz hinaus haben sich zahlreiche ostwestfälische Unternehmen zu überbetrieblichen Umweltinitiativen zusammengeschlossen. Das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung ist für die Initiativen zu einem zentralen Anliegen geworden.
Der Startschuss für die Gründung der Initiativen fiel 1990. Zunächst schlossen sich in Bielefeld zehn meist mittelständische Unternehmen zur ersten Umweltinitiative zusammen, danach wurde die Idee auch in den Kreisen Gütersloh, Herford, Minden-Lübbecke, Paderborn und Höxter umgesetzt. Diese regionale Aufteilung deckt den Bezirk der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld ab. Heute gehören den Umweltinitiativen 200 Betriebe mit weit mehr als 100.000 Beschäftigten an.
Volle Deponien und überlastete Müllverbrennungsanlagen kennzeichneten in den 80er Jahren die abfallwirtschaftliche Situation in der Bundesrepublik. Diese Entwicklung äußerte sich in Ostwestfalen insbesondere durch die völlig überlastete Müllverbrennungsanlage in Bielefeld. Ein Entsorgungskollaps kündigte sich an und war gleichzeitig die Initialzündung für die Gründung der Bielefelder Umweltinitiative. Durch die zügige Realisierung abfallvermeidender Maßnahmen gelang es den Mitgliedern dieser Initiative, die an die MVA angelieferten Müllmengen um 30 % zu reduzieren.
Gemeinsamer Kodex:
Abfallvermeidung ist nicht der einzige Lösungsansatz der Umweltinitiativen. Umweltschutz ganzheitlich zu betrachten und in den Alltag der Unternehmen zu integrieren, ist vielmehr ihr Bestreben. Um dieses Ziel zu erreichen, verpflichteten sich die beteiligten Betriebe auf einen gemeinsamen Umweltkodex. Diese Selbstverpflichtung beinhaltet beispielsweise, dass der Umweltschutz zu den wichtigen und freiwillig praktizierten Unternehmensaufgaben gehört und in die Führungsgrundsätze der beteiligten Unternehmen aufgenommen werden muss. Umweltschutz wird in allen betrieblichen Funktionen und auf allen Ebenen in konkrete Ziele umgesetzt. Dabei handelt es sich um einen kontinuierlichen Prozess, bei dem die Verantwortung für den Umweltschutz auf allen Organisationsebenen liegt. Es genügt nicht, dass nur die Geschäftsleitung von der Richtigkeit solcher Bemühungen überzeugt ist, insbesondere die Mitarbeiter müssen in die Aktivitäten zur Abfallvermeidung und -verwertung einbezogen werden, um effiziente Umweltschutzmaßnahmen auf allen betrieblichen Ebenen umsetzen zu können.
Mit dem Ziel, Transparenz über ihr Abfallaufkommen zu erhalten, wird in den Unternehmen nach einheitlichem Muster eine Ist-Erfassung nach Art und Menge der Abfälle vorgenommen.
Gemeinsam lassen sich Umweltprobleme leichter lösen. Der Erfahrungsaustausch zwischen Betrieben unterschiedlicher Größe und Branchen hilft bei der Bewältigung von Schwierigkeiten. Ein erfolgreicher Lösungssatz ist die Bündelung von umweltspezifischem Know-how. Spezielle Arbeitskreise beschäftigen sich zurzeit mit den Themen "Abfallwirtschaft", "Energie", "Abwasser" und "Internet".
Zu den weiteren Aktivitäten der Umweltinitiativen gehören:
- Einsatz umweltschonender Technologien zur Verbesserung der Umweltqualität.
- Beteiligung an Umweltfachgesprächen, Podiumsdiskussionen, Umweltforen und Umweltaktionsprogrammen.
- Regelmäßiger Erfahrungsaustausch unter Beteiligung fachlich versierter Referenten.
- Beteiligung an umwelt- und abfallpolitischen Gesprächen zur Entwicklung von regionalen Entsorgungskonzeptionen.
- Intensivierung der Zusammenarbeit mit allen gesellschaftlichen Gruppen.
Deutscher Umweltpreis 1994
Die Umweltinitiativen sind am 17. April 1994 von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück) mit dem ?Deutschen Umweltpreis 1994? für ihre Erfolge im Rahmen einer umweltorientierten Unternehmensführung ausgezeichnet worden. Für die Mitglieder der Umweltinitiativen und ihre Sprecher bedeutete dieser große Erfolg einen neuen Motivationsschub in der täglichen Umweltschutzarbeit. Zahlreiche Reaktionen aus dem gesamten Bundesgebiet motivierten die Unternehmen zusätzlich zur Fortsetzung und Weiterentwicklung ihrer erfolgreichen Aktionen. Das Thema nachhaltige Entwicklung gewann weiterhin an Bedeutung.
Gründung einer Umweltstiftung
Von dem 1994 gewonnenen Preisgeld wurde die Umweltstiftung der ostwestfälischen Wirtschaft gegründet. Die gemeinnützige Stiftung hat sich im Dezember 1995 konstituiert und ihre Arbeit aufgenommen. Getragen wird sie von den fünf Umweltinitiativen der Wirtschaft, deren Sprecher ebenso Mitglieder des Stiftungsvorstands sind wie der Präsident der IHK und der Vorsitzende des IHK-Umweltausschusses. Die Geschäftsführung der Stiftung liegt bei der Kammer. Die Wirtschaft fördert Umweltprojekte, lautet die Devise der Stiftung. Inhaltliches Ziel der Stiftungsarbeit ist es, den Umwelt- und Naturschutz in Ostwestfalen durch ideelle, praktische und finanzielle Maßnahmen zu fördern und dabei ein breit gefächertes Spektrum des Umweltschutzes abzudecken.
Ihr Ansprechpartner ist Herr Ulrich Tepper, Tel.: 0521 554-107, e-mail: Ulrich Tepper.
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