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IHK-Konjunkturumfrage Herbst 2010: Aufholjagd in vollem Gange

Präsentierten die Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage Herbst 2010 für die Industrie

Präsentierten die Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage Herbst 2010 für die Industrie

(03.09.2010) Die momentane Geschäftslage in den ostwestfälischen Unternehmen hat sich deutlich verbessert. Zu diesem Ergebnis kommt die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) in ihrer Herbstkonjunkturumfrage, an der sich 1.935 Unternehmen mit 134.997 Beschäftigten aus Industrie, Handel und Dienstleistungen beteiligten.

„Die Aufholjagd in den Firmen ist in vollem Gange. Wir wissen aber auch, dass wir bisher alles in allem wohl kaum mehr als einen kleinen Teil der Krisenverluste aufgeholt haben“, betonte IHK-Präsident Ortwin Goldbeck am 03.09.2010 bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse.

„Der Konjunkturklimaindikator, der die momentane Lageeinschätzung der Betriebe mit ihren Erwartungen in Relation setzt, ist zum dritten Mal in Folge gestiegen: um 27 Punkte auf einen Wert von 133 im Vergleich zur Frühjahrsumfrage“, berichtete Goldbeck. Der Wert für die Industrie verbesserte sich dabei von 104 Punkten auf 130, im Handel stieg er von 99 auf 133 und bei den Dienstleistern von 113 auf 139 Punkte. „133 ist der höchste Gesamtwert seit drei Jahren. Dies ist aber nicht damit gleichzusetzen, dass wir bei Umsatz und Ertrag bereits das Vorkrisenniveau wieder erreicht haben“, merkte der IHK-Präsident an. Das werde noch länger dauern.

Sei im Frühjahr vor allem die Stimmung besser als die Lage gewesen, so habe sich jetzt bei den Industriebetrieben auch die Beurteilung der momentanen Geschäftslage deutlich verbessert: 27 Prozent der Industriebetriebe bezeichnen sie als „gut“, nur 10 Prozent als „schlecht“ und 63 Prozent immerhin mit „befriedigend“.

Mit einer positiveren Einschätzung der momentanen Geschäftslage gehe auch eine bessere Auslastung der Produktionskapazitäten einher: „Der Anteil der voll ausgelasteten Betriebe steigt leicht von 14 auf 17 Prozent, aber vor allem sinkt der Anteil der zu unter 80 Prozent ausgelasteten Industrieunternehmen von 40 auf ‚nur’ noch 22 Prozent“, sagte Goldbeck. Allerdings sei man auch bei der Produktionsauslastung noch ein großes Stück von den Vorkrisen-Ergebnissen entfernt.

Darüber hinaus gehen 68 Prozent der Unternehmen von steigenden Gesamtumsätzen aus, lediglich sieben Prozent erwarten einen Umsatzrückgang. Hierbei sei der Export erneut der Umsatzmotor, denn 69 Prozent der Unternehmen rechnen mit Umsatzsteigerungen im Ausland. 29 Prozent der Unternehmen wollen Personal einstellen, beim Tiefpunkt im Herbst 2009 waren dies nur sieben Prozent. Von einer sinkenden Beschäftigtenzahl gehen elf Prozent aus, im Herbst 2009 lag dieser Wert bei rund 41 Prozent.

„Wir sind etwas überrascht, dass angesichts des unerwartet positiven Wirtschaftswachstums in Teilen der Politik schon wieder über eine Lockerung der Sparbemühungen diskutiert wird“, unterstrich Goldbeck und erläuterte: „Die Haushaltskonsolidierung muss absoluten Vorrang haben, auch das Sparpaket sollte nicht wieder aufgeschnürt werden, selbst wenn an Einzelheiten noch gefeilt werden muss, etwa bei der Ökosteuer.“

Nach Angaben von IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Niehoff lag der Gesamtumsatz des Verarbeitenden Gewerbes von Januar bis Juni 2010 in Ostwestfalen nur noch 2,2 Prozent unter dem Vorjahresergebnis und betrug 16,1 Milliarden Euro. Die Beschäftigtenzahl in der ostwestfälischen Industrie sei – wie auch in NRW - um 5,3 Prozent gesunken, in Deutschland sei sie um vier Prozent zurückgegangen. Die Exporte der ostwestfälischen Industrieunternehmen blieben mit lediglich -0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu konstant und beliefen sich auf knapp 5,5 Milliarden Euro. Der Inlandsumsatz habe rund 10,7 Milliarden Euro betragen, drei Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.